Film
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Artist Ai Weiwei arrives to the Wenyuhe court to support fellow artist Wu Yuren during his trial in Beijing, China Wednesday, Nov. 17, 2010. Wu was detained and charged after he helped organize protests near Tiananmen Square against some urban development schemes in the 798 artist area of Beijing earlier this year. (AP Photo/Andy Wong)

Ai Weiwei Bild: AP

Fast geheim

Der chinesische Künstler Ai Weiwei gibt sein Schauspieldebüt 

Wer ist der Schatten hinter der Wand? Der im Westen wohl bekannteste Künstler Chinas, Ai Weiwei, gibt in dem Kurzfilm «The Sand Storm» sein Schauspieldebüt. Der Dreh ist schon abgeschlossen – trotz Hausarrest und Dauerbeschattung. Nun wird nach Investoren gesucht.

11.04.14, 10:16

Ein Artikel von

Er bloggt, er singt, er ist der im Westen bekannteste Künstler und Dissident Chinas. Nun versucht sich Ai Weiwei auch als Schauspieler: In dem dystopischen Kurzfilm «The Sand Storm» spielt er einen Wasserschmuggler. Der zehnminütige Film, der bereits abgedreht ist, soll demnächst auf Festivals und online zu sehen sein.

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter hatte Regisseur Jason Wishnow versucht, die Kosten für den Dreh wieder reinzukriegen. Mit Erfolg: Das Ziel von 33.000 US-Dollar hatte er innerhalb weniger Tage zusammen. Bislang sind 1588 Unterstützer an dem Projekt beteiligt, 66.000 US-Dollar stellen sie dafür zur Verfügung. Das Crowdfunding-Projekt läuft bis zum 3. Mai.

Schmuggelt Wasser: Ai Weiwei in dem Science-Fiction-Kurzfilm «The Sand Storm» Bild: wishnow.com

Dabei ist der Kurzfilm eher ein Zufallsprodukt. Wishnow, der in der Vergangenheit für die filmische Umsetzung der «TED Talks» verantwortlich war, hatte sich für ein Sabbatical nach Peking zurückgezogen. Er habe konzentriert an Filmdrehbüchern arbeiten wollen und deswegen einen Ort gesucht, an dem viele Internetseiten blockiert sind, schreibt Wishnow auf Kickstarter.

«Alles, was er tut, ist monumental. Man fühlt diese Präsenz, wenn man in seiner Nähe ist.»

Regisseur Jason Wishnow

In Peking traf er dann auf Ai Weiwei. Der habe ihn schon bei der ersten Unterhaltung gefragt, was die beiden gemeinsam realisieren könnten, schreibt Wishnow. «Alles, was er tut, ist monumental. Man fühlt diese Präsenz, wenn man in seiner Nähe ist», erklärte Wishnow der Online-Ausgabe des Technologie-Magazins "Fast Company". Die Story von «The Sand Storm» erklärt Ai so: «Es ist ein schauriger Film, in dem es eigentlich um Information geht», sagt der Künstler im Trailer des Kurzfilms.

Trailer «In the Mood for Love»

Video: YouTube/neondreams25

Als Kammermann engagierte Wishnow den in Hongkong lebenden Australier Christoper Doyle, der für seine Arbeiten mit dem Regisseur Wong Kar-wai («In the Mood for Love») bekannt ist. Der Film wurde innerhalb von zwei Wochen und unter strenger Geheimhaltung abgedreht.

Ai Weiwei unterläuft die Geheimhaltung

Das hat mit Ais Dissidentenstatus zu tun. Eines der ersten Treffen zwischen ihm und dem Regisseur hätten Zivilpolizisten unterbrochen, die auf Ai einschlugen, schreibt Wishnow auf Kickstarter. Während des Drehs habe die Crew deswegen mit geheimen und ständig wechselnden Codes kommuniziert. Die Crowdfunding-Kampagne habe er ebenfalls aus Gründen der Geheimhaltung erst im Anschluss an den Dreh gestartet.

Chinese artist Ai Weiwei poses with some seeds from his art installation 'Sunflower Seeds' in London, Monday, Oct. 11, 2010. The specially commissioned art piece takes the form of a field of sunflower seeds inside the Turbine Hall at Tate Modern gallery,  made of over 100 million handmade unique porcelain replicas of sunflower seeds, made by Chinese Artist Ai Weiwei, and will run until May 2, 2011. (AP Photo/Lennart Preiss)

Ai Weiwei posiert vor seiner Kunst-Installation «Sunflower Seeds» (2010)  Bild: AP

Tatsächlich sind Wishnows Geheimhaltungspläne eher als Koketterie zu werten. Ai steht in China unter Hausarrest und ständiger Beobachtung. Dass er einen Film dreht und die chinesischen Sicherheitsbehörden davon nichts mitbekommen, ist nur schwer vorstellbar. Ai selbst verbreitete anschliessend noch ein Bild vom Dreh via Instagram.

Ai Weiwei ist der im Westen bekannteste Konzeptkünstler Chinas. 2011 nahmen ihn die chinesischen Behörden für 81 Tage an unbekanntem Ort in Haft. Noch bis zum 7. Juli ist eine Werkschau von ihm im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Zur Eröffnung der Ausstellung durfte Ai, dem die Behörden den Pass weggenommen haben, nicht anreisen.

(mka)



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