Film
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

007 geht beim Fahren an die Decke

Bonds harter Kampf gegen das römische Kopfsteinpflaster

27.02.15, 11:10 27.02.15, 11:34


Der Gehweg am Tiber ist sauber wie selten: keine Plastiktüte, kein Müll liegt herum. An der Strasse flattern Absperrbänder im Wind. Im Hintergrund wird ein Auto abgeschleppt. Männer in dunkler Kleidung rollen Kabel zusammen, schrauben an einer Lampe herum. Ein paar Touristen versuchen herauszufinden, was hier eigentlich los ist. «Alles nur wegen James Bond», sagt ein Taxifahrer.

«Spectre»-Dreharbeiten in Rom

Seit rund zwei Wochen wird in Rom der neue James Bond «Spectre» von Regisseur Sam Mendes gedreht, der im November in die Kinos kommt. Im historischen Zentrum, am Tiber, um den Vatikan und im Viertel EUR, das einst Diktator Benito Mussolini erbauen liess: Hauptdarsteller Daniel Craig und seine Crew halten die Römer in Atem. 

Paparazzi freuen sich, dass sie den britischen Schauspieler mit der italienischen Schönheit Monica Bellucci, die mit 50 das Bond-Girl spielt, in Restaurants ablichten können. Am Tisch erkennt man auch Bösewicht-Darsteller Christoph Waltz.

Blockade und Gerumpel

Doch nicht jeder ist begeistert: «Alles blockiert», ruft ein Geschäftsmann empört einem Reporter am Corso Vittorio Emanuele zu. Die Strasse ist sowas wie eine der Hauptschlagadern im historischen Zentrum – wenn sie zu ist, kollabiert der sowieso schon dichte Verkehr vollkommen. 

Ein Touristen-Pärchen erzählt einem Journalisten, dass es nicht ins Hotel kommt, weil die Strasse gesperrt ist. Andere befürchteten, dass die archäologischen Schätze in Rom bei den Dreharbeiten Schaden nehmen könnten. Aber nicht nur die Römer und die Heerscharen an Touristen kämpfen mit Unannehmlichkeiten. Auch die Filmschaffenden haben die Schwierigkeiten kennengelernt, die jeden Rom-Bewohner frustrieren können: Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher. 

Actors Monica Bellucci, left, and Daniel Craig pose during a photo call for the latest James Bond movie 'Spectre', in Rome, Wednesday, Feb. 18, 2015. (AP Photo/Andrew Medichini)

Bellucci und Craig in Bella Italia. Bild: Andrew Medichini/AP/KEYSTONE

Da rumpelte es schon mal so ordentlich, dass sich selbst 007 den Kopf in seinem Aston Martin anstiess und von einem Arzt untersucht werden musste. Eine andere Auto-Szene musste immer und immer wieder wiederholt werden, weil das Ruckeln über die Pflastersteine zu viel Lärm für die Aufnahme erzeugte, berichteten lokale Medien.

Kohle und Ruhm

«Die Dreharbeiten bringen Rom nicht nur Ungemach, sondern grosse Vorteile», betont der Präsident der Filmkommission von Rom und Latium, Luciano Sovena. Rom würde mit den Arbeiten, die bis Mitte März laufen, bis zu einer Million Euro an Gebühren verdienen. Ganz zu Schweigen von den Restaurants, Bars, Hotels und Geschäften, die davon profitierten, dass 200 Menschen, die für den Film arbeiten, in der Stadt seien.

Und dann ist da natürlich der Image-Gewinn: Auf der ganze Welt werden Menschen sehen können, wie James Bond unter anderem durch die Ewige Stadt jagt (gedreht wird auch in London, Mexiko und Österreich). Bessere Werbung für eine Stadt gibt es vermutlich kaum. Auch für die Filmbranche in Rom ist solch eine Grossproduktion ein Zugewinn. Zwar war die Stadt schon immer ein beliebter Drehort. Schon Federico Fellini brachte Rom in den 60er Jahren mit Klassikern wie «La Dolce Vita» grossen Glanz – es war die Hochzeit der römischen Filmstudios Cinecittà, die inzwischen längst vergangen ist.

Zuletzt rückten Produktionen wie Woody Allans «To Rome With Love» oder Paolo Sorrentinos «La Grande Bellezza» die Stadt am Tiber in den Mittelpunkt. Aber James Bond ist noch mal ein anderes Kaliber. Mit Steuererleichterungen versucht die italienische Regierung derzeit, mehr ausländische Grossproduktionen an Land zu ziehen. Und vor dem Bond-Dreh verschob sie sogar ein Gesetz, wonach Schusswaffen beim Film einer aufwendigen Prüfung unterzogen werden müssen. 

Die wichtigsten Bond-Autos von damals bis heute

 (sda/dpa)

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Disney baut seine Macht aus – diese 23 Filme und Serien gehören bald zum Mauskonzern

Es ist eine der grössten Übernahmen in der Geschichte Hollywoods: Der Disney-Konzern akquiriert für 52,4 Milliarden die Film- und Seriensparte von 20th Century Fox. Das ist in etwa so, als würde die Migros die Manor-Kette aufkaufen.

Zwar muss der Deal noch durch die Wettbewerbskommission abgesegnet werden, doch scheint dies nur noch eine Formsache zu sein. Spätestens 2019 wird das Portfolio von Disney durch die Film- und Serienproduktionen des Studios 20th Century Fox ergänzt. Für den …

Artikel lesen