Film
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Bild: Screenshot YouTube/MichaelMicato

Trash live synchronisiert

Flash «A-ah» Gordon rettet die Welt (in Zürich)

Wer vergessen haben sollte, wer im Jahre 1980 die Erde vor der Zerstörung des bösen Imperators Ming bewahrte, muss am 18. Februar im ewz-Unterwerk Selnau vorbeischauen. Dort wird im Rahmen des «anderen Filmfestivals» der trashige Science-Fiction-Streifen «Flash Gordon» live synchronisiert. 

 «Flash Gordon» kommt nach Zürich: Am 18. Februar läuft der Science-Ficition- Klassiker im ewz-Unterwerk Zürich – und er wird von «kraut_produktion» live synchronisiert. 

watson sah sich die Generalprobe an. Thomas U. Hostettler führt Regie: Er wird Hoschi genannt und trägt eine Space-Hose. Sie ist schwarz, mit pinken intergalaktischen Wirbeln und Gasnebeln drauf. Sie ist der Inbegriff von allem, was Sie von diesem Synchronisations-Abenteuer erwarten dürfen: Trash, Witz, Spontanität und natürlich ein bisschen Queen. 

Flash Gordon (1980) 

Die Sonne scheint nicht mehr. Der Mond nimmt Kollisionskurs auf die Erde. Was ist hier nur los? 
Flash Gordon, ein berühmter Footballspieler, und die schöne Reiseleiterin Dale krachen mit dem Flugzeug direkt ins Labor des russischen Wissenschaftlers Zarkov. Der verkannte Doktor sieht seine Stunde gekommen. Endlich kann er beweisen, dass böse Ausserirdische die Erde zerstören wollen. Er lockt Flash und Dale mit einem fiesen Trick in seine Rakete, die drei erlangen erst auf dem Planeten Mongo wieder das Bewusstsein. Dort herrscht der unbarmherzige Imperator Ming. Flash vereint nach seiner Wiederbelebung die zerstrittenen Weltraumvölker und führt die Revolution gegen den Machthaber an.
Mike Hodges führte in diesem ultimativen Trash-Science-Fiction Film aus den 80ern Regie. Die Musik stammt von Queen, die für diesen Film erstmals zum Synthesizer griffen. Der Titelsong «Flash» kam mit dem Album «Flash Gordon» im Dezember 1980 in die Läden. (rof)

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Antwort auf die Frage: Warum gelingt es dem bösen Geheimpolizisten des Imperators Ming nicht, Dr. Zarkows Hirn leer zu fegen und ihn zu ihren Gunsten – auf Niveau 6! – zu reprogrammieren? GIF: watson/rof

Die Probe wird mit einem Gläslein Prosecco im Büro der Roten Fabrik eingeläutet. «Die Probestimmung muss stimmen!», ruft der Regisseur freudig. Langsam trudelt der Rest der «kraut_produktions»-Truppe ein: Der Regisseur und Performer Michel Schröder, der freie Schauspieler Herwig Ursin und die ebenfalls frei schaffende Schauspielerin Vivien Bullert. 

Flash Gordon (1980) Trailer

Video: YouTube/CameronHarris

Es drängt sich die Frage auf: Wie wollen vier Menschen einen Film mit elf sprechenden Rollen und mindestens nochmal genauso viel kreischenden und quietschenden Wesen synchronisieren? 

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Ein Eidechsenmann. Diese Wesen quieken eigentlich nur und werden – überall wo sie auftauchen – entweder verhauen, eingelocht oder mit Lasern vernichtet. Ob es an ihrem dümmlichen Aussehen liegt?  Bild: Screenshot YouTube/MichaelMicato

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Was passiert, wenn man einem Ming-Soldaten die Brille abzieht? GIF: watson/rof

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Ja. Sie sind Serie geschaltet. GIF: watson/rof

Die Generalprobe beweist: Es geht. Alle starren konzentriert auf den Bildschirm, der Film läuft an, der Ton wird ausgestellt. 
Herwig Ursin bedient das Keyboard:

«Flash a-ah 
Savior of the Universe
Flash a-ah
He'll save every one of us!»

Songtext von Queens «Flash»

Musikvideo von Queens «Flash» (1980)

Video: YouTube/MewShaky

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Die Zwangsheirat GIF: watson/rof

kraut_produktion

«Die Vergänglichkeit der Kunstform Theater verpflichtet einen, im Moment der Aktion bleibende Schäden anzurichten. Man muss das Publikum für sein Kommen belohnen, indem man ihm irgendeine Art von Branding verpasst. Etwas, das es mit nach Hause nehmen kann und dann nicht mehr loswird. Theater geschieht schliesslich live und ist keine DVD, die man sich immer wieder anschauen kann. Also muss man im Hier und Jetzt ‹Traumatas› erschaffen, die Bestand haben. Tut weh, ist aber schön.» 

kraut_produktion über ihr Schaffen (via Homepage kraut_produktion)

Vivien Bullert übernimmt sowohl die Rolle vom Falkenmann-Chef Vultan, der hauptsächlich dreckig lacht, wie auch alle Frauenrollen. Sie leistet dabei ganze Arbeit. Selbst in einer Szene, in der sich die Reiseleiterin Dale und Prinzessin Aura verdreschen und sie Opfer wie Täterin gleichzeitig vertont. 

Thomas U. Hostettler sorgt für die Geräusch-Kulisse – und die ist nicht eben leise in einem Film, in dem intergalaktische Kämpfe ausgefochten werden. Sein Kopf ist schon nach kurzer Zeit ganz rot vor lauter «pfffffs», «schhhhhs» und «klonks». 

Trotz dieser enormen Auslastung lässt er es sich nicht nehmen, dem sadistischen Geheimpolizei-Oberhaupt Klytus eine wunderbar erfinderische Sprache zu verleihen: Die Sprecher bleiben zwar beim Plot, aber dennoch findet sich Platz für kreative Einwürfe, die das Gesamtwerk noch komischer machen als es ohnehin schon ist. 

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GIF: watson/rof

Wer Science-Fiction mag, der sich selbst nicht ernst nimmt, wer sich über einen Mongo-Imperator mit Wiener Schmäh und einen ostdeutschen Robin-Hood-Verschnitt amüsieren kann, dem kann man einen Besuch des ewz-Unterwerk Selnau getrost ans Herz legen. Sie glauben ja nicht, wie unglaublich wohltuend es sein kann, nicht immer eine angestrengt intellektuelle Performance sehen zu müssen. 

ewz-Unterwerk Selnau

Das andere Filmfestival (14.-28. Februar 2014) 

Selnaustrasse 25, 8001 Zürich
Mail: office@ewz.stattkino.com
Tel.: 044 260 99 90

Im Rahmen des «anderen Filmfestivals» werden noch weitere Filme in etwas anderer Aufmachung gezeigt: So zum Beispiel Woody Allens «Midnight in Paris», Fatih Akins «Soul Kitchen» oder Kubricks Klassiker «A Clockwork Orange». Der Abschluss krönt Richard Curtis' «The Boat that Rocked» und weil der Film rockt, wird gleich auch der Kinosaal zur Partyzone erklärt. 
Das ganze Programm des Filmfestivals finden Sie unter ewz.stattkino.com. 



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