Film

Nicolas Cage in «Wild at Heart». Bild: The LIFE Images Collection

Neuer CIA-Thriller «Dying of The Light»

Regisseur Schrader und Schauspieler Cage protestieren gegen den «final cut» ihres Films – mit T-Shirts   

Streit im Schnittraum: Regisseur Paul Schrader wurde von der Fertigstellung seines CIA-Thrillers «Dying of the Light» ferngehalten. Nun protestiert er dagegen, gemeinsam mit Hauptdarsteller Nicolas Cage – und ohne Vertragsverstoss.

22.10.14, 20:13 23.10.14, 17:38

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«Wir haben den Kampf verloren»: So beginnt Paul Schrader seine kleine Nachricht, die er via Facebook in die Welt setzte. Der Mann, der die Drehbücher zu Hollywoodklassikern wie «Taxi Driver» oder «Wie ein wilder Stier» schrieb, und auch als Regisseur durchaus Erfolge wie «Ein Mann für gewisse Stunden» oder «Der Gejagte» vorzuweisen hat, hat sich auf diese Weise von dem CIA-Thriller «Dying of the Light», der als «A Film by Paul Schrader» für Dezember angekündigt ist, distanziert.

Bild: screenshot facebook/paulschrader

Seit Monaten schwelt der Streit zwischen Schrader und dem produzierenden Studio Lionsgate um den Film schon. Nach der Darstellung des Produzenten, Gary Hirsch, habe Schrader den Film fertig gedreht und eine Schnittfassung abgeliefert, mit der die Geldgeber nicht zufrieden waren. Doch Schrader habe sich fast allen Verbesserungsvorschlägen verweigert. Co-Produzent Todd Williams befand im selben «Variety»-Artikel sogar, Schraders Fassung sei «ein komplett anderer Film gewesen, als der, für den es grünes Licht gab». 

Der Regisseur Paul Schrader ist nicht zufrieden mit der Endfassung seines Films. Bild: Getty Images North America

Inzwischen ist offenbar eine neue Schnittfassung fertiggestellt, mit der Schrader allerdings nach eigener Aussage nichts zu tun hatte. Nun stehen weder Regisseur Paul Schrader, noch der prominente Co-Produzent Nicolas Winding Refn (der «Drive»-Regisseur) noch hinter dem Film – und auch die Hauptdarsteller Nicolas Cage und Anton Yelchin signalisierten nun, dass sie sich von der fertigen Fassung von «Dying of the Light» distanzieren.

Der Co-Produzent Nicolas Winding Refn steht ebensowenig wie Schrader hinter dem Film.  Bild: Getty Images Europe

Hollywood erlaubt nur selten den «final cut»

Da sie allerdings Verträge unterschrieben haben, die ihnen negative Aussagen zu dem Film untersagen, tragen die vier nun T-Shirts, auf dem eben diese Vertragsklausel dokumentiert ist. Schrader betätigte sich schon im September als T-Shirt-Model, nun zeigte er die Maulkorbklausel mit seinen drei Mitstreitern auf dem Facebook-Account.

Dass Regisseure nicht über die Endfassung ihrer Filme bestimmen können, kommt in Hollywood allerdings häufig vor. Gerade Regisseure mit wenig Gewicht in der Branche können selten über den sogenannten final cut, also die endgültige Schnittfassung bestimmen. Zuletzt mussten Regisseure wie Michel Gondry oder Ned Benson zusehen, wie der mächtige Produzent und Verleiher Harvey Weinstein eigene Schnittfassungen ihrer Filme («Der Schaum der Tage» beziehungsweise «The Disappearance of Eleanor Rigby») in den USA ins Kino brachte. Da Paul Schraders letzter Film «The Canyons» bereits gefloppt war – und die chaotischen Dreharbeiten mit Lindsay Lohan akribisch in der «New York Times» dokumentiert wurden –, überraschen die neuen Entwicklungen nun weniger.

Ob «Dying of the Light» noch ein Paul-Schrader-Film ist? Das muss wohl jeder selbst entscheiden. Fürs Erste gibt es einen Trailer und einen US-Starttermin, den 5. Dezember.

(feb/hpi) 

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