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Streit um Zoë Saldana: Ist sie «schwarz genug», um Nina Simone zu spielen?

Ist Zoe Saldana dunkelhäutig genug, um im Film die afroamerikanische Soulsängerin Nina Simone darzustellen? Die Produzenten verteidigen Saldana – im Gegensatz zu den Nachlassverwaltern der Musikerin.

04.03.16, 22:49 04.03.16, 23:00

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Welche Rolle spielt die Hautfarbe für Rollen in Kinofilmen? Um diese Frage ist in der Branche nun eine hitzige Debatte entstanden, in deren Mittelpunkt Zoe Saldana steht. Die Schauspielerin, bekannt durch «Avatar» und «Guardians of the Galaxy», porträtiert in einem neuen Film die US-Sängerin Nina Simone - und Kritiker bemängeln, Saldana sei für diese Rolle nicht dunkelhäutig genug.

Nun nimmt die Kontroverse Fahrt auf: Die Produktionsgesellschaft des Biopics über die Jazzmusikerin hat die Besetzung mit der Amerikanerin Saldana verteidigt, sie hat Wurzeln in Purto Rico und der Dominikanischen Republik. Der Chef von RLJ Entertainment, Robert L. Johnson, forderte, die Protagonistin nicht aufgrund ihrer Hautfarbe zu beurteilen - sondern aufgrund ihrer darstellerischen Leistung.

Allerdings wurde erneut auch heftige Kritik an Saldana laut. Auf einen Tweet der Schauspielerin, in dem sie Simone zitierte, reagierten die Nachlassverwalter der 2003 gestorbenen Sängerin empört: «Coole Geschichte, aber nimm bitte Ninas Namen nicht in den Mund», heisst es in dem Tweet: «Für den Rest deines Lebens.»

Nina Simonne
Bild: AP/Netflix

Zoë Saldana.
Bild: C. d'Ettorre/AP/KEYSTONE

In dem Streit geht es im Kern um eine Debatte, die auch bei der Oscar-Verleihung ein Thema war: Kritiker monieren, dass weisse Schauspieler Rollen übernehmen, die eigentlich mit Afroamerikanern, Asiaten oder amerikanischen Ureinwohnern besetzt werden müssten – um die Filme mainstreamfähiger zu machen. Dieses sogenannte Whitewashing führt unter anderem dazu, dass es kaum starke Rollen für nichtweisse Schauspieler gibt, was wiederum zu einer recht überschaubaren Diversität in der Filmszene führt.

Das Casting von Saldana im Jahr 2012 schien vielen auch nicht richtig, weil die Hautfarbe Simones und die damit einhergehende Diskriminierung einen grossen Teil ihrer Biografie ausmachte. «Ein grosser Teil von Nina Simones Arbeit und Aktivismus resultierte aus den Herausforderungen, die sich ihr wegen ihrer dunklen Hautfarbe stellten», schrieb etwa die Medienkritikerin Tiffani Jones.

Selbst Simones Tochter schaltete sich in die Debatte ein. «Meine Mutter wurde in einer Zeit gross, in der ihr gesagt wurde, ihre Nase sei zu breit und ihre Haut zu dunkel», sagte Lisa Simone Kelly der «New York Times». «Vom Äusseren her ist das nicht die beste Wahl», sagte sie mit Blick auf Saldana. Bilder vom Set zeigen Saldana mit einer Nasenprothese und dunkler geschminkter Haut. Ein Foto aus dem Film wurde auch für das Filmplakat verwendet, das nun heftig kritisiert wird.

Saldana selbst hat sich zur aktuellen Diskussion bislang nicht geäussert. 2013 erklärte sie, sie mache den Film für «ihre Schwestern und Brüder» und es sei ihr egal, wenn Leute ihr sagten, was sie zu tun und was sie zu lassen habe. 2015 hörte sich das schon weniger selbstbewusst an: Sie sei vielleicht nicht die Richtige für den Part gewesen, sagte sie dem Magazin «Instyle». «Aber ich glaube, Elizabeth Taylor war auch nicht richtig als Kleopatra.»

mxw/AP/Reuters

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 06.03.2016 07:41
    Highlight Wenn Schwarze beim Schwanensee auftreteten, kann Nina Simone auch von einer weissen gespielt werden.
    4 6 Melden
  • John M 05.03.2016 09:12
    Highlight A Never ending Story das ganze...
    Erinnert mich an den Unti Unterricht damals als es um die Jesus Geschichte mit den drei Königen ging. Ich musste immer den Kaspar spielen. Nach dem 4 mal nacheinander hatte ich mich geweigert. Ich wurde dann als Statist eingeteilt und war richtig froh darüber, musste aber schlussendlich als Josef einspringen weil der Darsteller krank wurde 😁
    4 2 Melden
  • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 05.03.2016 07:53
    Highlight ehrlich? robert downey jr. spielte auch schon einen schwarzen 😂
    19 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 05.03.2016 00:04
    Highlight Und für die nächsten Avatar-Teile nehmen wir dann Schlümpfe. Weil es ja keine blauen Menschen gibt. Kann mal bitte jemand den Schlümpfen Bescheid sagen?
    22 6 Melden
    • AdiB 06.03.2016 13:41
      Highlight echt jetzt. vo dir hätte ich etwas anderes erwartet.
      du vergleichst eine biografie-verfilmung mit einem fantasie film.
      bin ja selber nicht schwarz. weisser als weiss, doch als nina simone fan will ich schon eine autäntische schauspielerin. hier geht es wider nur darum eine atraktive frau die weiss und schwarz gefallen könnte zu besetzen, um mehr männer ins kino zu locken. sie denken sich wahrscheinlich dass sonst kein weisser mann einen film über eine schwarze sehen möchte.
      0 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.03.2016 17:28
      Highlight Sowas nennt man Ironie, AdiB.

      Mir gehts nicht um Nina Simone. Mir gehts um das ewige Genörgel. Ich bin unbedingt für eine Gleichstellung aller Bürger, unabhängig von Herkunft, Augenfarbe oder was auch immer. Aber Hollywood ist kein staatlicher TV-Sender, eine Schule oder sowas. Hollywood ist Industrie und macht Geld mit Zielgruppen. Ich finde die Bilder, die so vermittelt werden auch nicht toll. Drum guck ich nur 1-2 Filme pro Jahr. Aber vorschreiben kann man da nichts. Wem's nicht gefällt, der soll sein eigenes Hollywood oder Oscar-Dings aufziehen.
      2 1 Melden
  • SeKu 04.03.2016 23:58
    Highlight Das zeigt wiedereinmal wer die grössten Rassisten sind.
    17 8 Melden
    • Charlie Brown 05.03.2016 07:29
      Highlight Klar, das sind die grössten Rassisten. Schlimmer als KKK und Drittes Reich zusammen. C'mon...
      16 10 Melden

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