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Film «The Interview»

Wie ein Film, der immer noch nicht gezeigt werden kann, selbst zum Thriller wurde

22.12.14, 03:28 22.12.14, 08:16

Der Fall Sony beschäftigt nun auch die Politik. Nach dem Hackerangriff und der Absage der Filmsatire «The Interview» führen die Spuren angeblich nach Nordkorea. Selbst US-Präsident Obama hat sich eingeschaltet. Für Sony jedenfalls ist der Fall ein Fiasko.

Die Auseinandersetzung um die Filmsatire «The Interview» mit der fiktiven Ermordung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un ist längst selbst zum filmreifen Thriller geworden. Was als enormer Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures begann, führt nun zu politischen Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang.

Die USA wollen sicher herausgefunden haben, dass Nordkorea hinter dem Hackerangriff steckt. Aussenminister John Kerry sprach am Freitagabend von einer bislang einmaligen und provozierenden Attacke. Präsident Barack Obama kündigte Konsequenzen an.

The Interview

Nordkorea hingegen wies die Anschuldigungen am Samstag vehement zurück, warf den USA Verleumdung vor und forderte eine gemeinsame Untersuchung. Sollten die USA Massnahmen gegen Nordkorea ergreifen, folge ein militärischer Angriff auf US-Boden, drohte die Nationale Verteidigungskommission am Sonntag, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf nordkoreanische Staatsmedien berichtete.

Die USA haben der «New York Times» zufolge China um Hilfe gebeten, um künftige nordkoreanische Cyberattacken zu blockieren. Eine Zusammenarbeit mit China habe entscheidende Bedeutung, weil praktisch die gesamte Telekommunikation Nordkoreas über von China betriebene Netzwerke laufe.

Parallelen zum Film

Die Situation erinnert in Teilen an den Inhalt eben des Films, der Anlass für den ganzen Ärger ist. Schliesslich bedroht in «The Interview» Kim Jong Un die Welt mit seinen Atomraketen. Er fühlt sich nicht ernst genommen und will sich so Respekt verschaffen.

Als die zwei Fernsehjournalisten (James Franco und Seth Rogen) ein Interview mit ihm bekommen, bittet sie der US-Geheimdienst CIA, Kim bei der Gelegenheit umzubringen. Das Attentat soll allerdings nicht in die USA zurückzuführen sein, man will die Spannungen nicht verschärfen, heisst es im Film. Deswegen ist der Plan zunächst, Kim mit einem langsam wirkenden Gift zu ermorden. Dabei läuft allerdings einiges schief, und das tödliche Finale endet in Riesenexplosionen.

Internet als Tatort

Anders als im Film spielt sich bei der realen Eskalation bislang viel im Internet ab - im modernen Technikzeitalter wird virtuell spioniert. Vor einigen Wochen stahlen Hacker zunächst enorme Datenmengen, darunter pikante E-Mails und die Kopien grosser Kino-Blockbuster wie «Fury» mit Brad Pitt, dann erhielten zahlreiche Kinobetreiber Drohungen per E-Mail, falls sie «The Interview» wie geplant zum US-Start am 25. Dezember zeigen würden.

Nun will das FBI bei seiner Untersuchung Spuren im Netz gefunden haben, die nach Nordkorea führen. So habe man bei der Analyse der verwendeten Angriffssoftware Verbindungen zu anderen Schadprogrammen festgestellt, die kürzlich in Nordkorea entwickelt worden seien, erklärte das FBI.

Präsident Obama glättete in einem am Sonntag ausgestrahlten CNN-Interview die Wogen wieder etwas: «Nein, ich gehe nicht davon aus, dass es ein Kriegsakt war», sagte er. «Ich denke, es war ein Akt von Cyber-Vandalismus.» Dieser müsse aber sehr ernst genommen werden und mit einer angemessenen Reaktion beantwortet werden.

Riesiger Schaden für Sony

Für Sony ist der Fall jedenfalls desaströs. Als viele Kinobetreiber nach Drohungen den Film nicht zeigen wollten, stoppte der Konzern, dem schon 2011 Daten von Millionen Playstation-Usern gehackt worden waren, den Kinostart von «The Interview».

Dieser Schritt wird jedoch von vielen Menschen als Einknicken gewertet - ein enormer Imageverlust. Vor allem in sozialen Netzwerken lassen sich User über das ihrer Ansicht nach vorschnelle Nachgeben aus und verhöhnen Sonys Entscheidungsträger teilweise als «Weicheier». Auch Obama sagte: «Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den USA Zensur auszuüben.»

Hinzu kommen riesige finanzielle Verluste für Sony. Denn neben den Filmproduktionskosten, die bei 44 Millionen Dollar gelegen haben sollen, hatte das Unternehmen kurz vor dem Kinostart bereits eine grosse Werbekampagne zum Film in Gang gesetzt. In diese sollen Medienberichten zufolge weitere 30 Millionen Dollar geflossen sein. (feb/sda)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Mr. Kr 22.12.2014 08:48
    Highlight Alles nur PR für den Fim.
    2 2 Melden
    • er. 22.12.2014 13:35
      Highlight hahahaha. ja genau
      0 0 Melden

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