Food

Man kann den eigenen Geschmack an bitteres Essen gewöhnen.
Bild: shutterstock

Grapefruit, Chicorée und Rosenkohl: Warum wir mehr bittere Lebensmittel essen sollten

08.11.15, 09:45

philipp mitter / gesundleben

Präsentiert von

Bitterstoffe sind weder Mineralstoffe noch wichtige Spurenelemente. Es sind sekundäre Pflanzenstoffe, die der Pflanze als Abwehrstoff gegen «Fressfeinde» dienen. Was für Tiere giftig sein kann, ist für Menschen jedoch sehr gesund. Sie tragen zur Stärkung des Immunsystems bei, haben eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel und schützen so vor einer Übersäuerung des Körpers und vor zu viel Körpergewicht.

Bitter ist für den Magen gesund

Nicht ohne Grund geniessen viele Menschen seit eh und je nach einer üppigen Mahlzeit einen Magenbitter, der die Verdauung unterstützen soll. Häufig unterschätzen wir den Einfluss des Verdauungssystems auf unsere Befindlichkeit. Über das Verdauungssystem nimmt der Körper seine Nährstoffe auf und leitet die Entgiftung ein. Ein gestörtes Verdauungssystem führt mitunter zu schmerzhaften gesundheitlichen Problemen.

gesundleben.ch

Du willst es noch gesünder? Dann schau auf der Webseite von gesundleben.ch vorbei. Dort findest du weitere informative Beiträge aus den Bereichen Lifestyle, Sport, Gesundheit und Freude am Leben. 

Bitterstoffe in der Nahrung regen die Produktion von Speichel, Gallenflüssigkeit und Magensäften an. Auch die Insulinproduktion wird stimuliert. Zudem regen Bitterstoffe die Leber an, in der Nahrung enthaltene Giftstoffe abzubauen. Der Körper bildet Basen, die ihn vor einer Übersäuerung schützen.

Schlank durch Bitterstoffe

Gewöhnungsbedürftig aber gesund: Grapefruit.
bild: shutterstock

Um den Körper zu schützen, senden die Geschmacksrezeptoren als Reaktion auf den Genuss von Bitterstoffen Alarmsignale aus. Diese wirken wie Appetitzügler, sodass wir automatisch nicht zu viel essen. So verhindern Bitterstoffe in der Nahrung Übergewicht.

Sind in der Nahrung Bitterstoffe enthalten, werden die fettlöslichen Vitamine und Eisen besser vom Körper aufgenommen, was gut für die Blutbildung ist. Beliebte Nahrungsmittel wie Grapefruits sind nicht nur wegen der Vitamine, sondern wegen der enthaltenen Bitterstoffe besonders gesund. Auch Mangold ist sehr bitterstoffreich.

Zugegeben, der bittere Geschmack ist nicht jedermanns Sache und durchaus gewöhnungsbedürftig. Immerhin sind die Bitterstoffe «giftig». Nicht alle sind für den Menschen gesund, sie können, wie bei giftigen bitteren Pilzen, auch gefährlich sein. Der natürliche Schutzmechanismus des Körpers ermöglicht, dass wir auf den bitteren Geschmack mit Abneigung reagieren. So schützen wir uns vor Vergiftungen.

Umfrage

Magst du gerne bittere Lebensmittel?

  • Abstimmen

461 Votes zu: Magst du gerne bittere Lebensmittel?

  • 59%Oh ja fein!
  • 28%Naja, geht so.
  • 13%Wäh, nein danke.
  • 0%Weiss nicht.

Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, mit Bitterstoffen richtig umzugehen. Wir wissen, dass Solanin in grünen Kartoffeln giftig ist. Wir wissen auch, dass wir unreife Tomaten wegen des enthaltenen Alpha-Tomatins nicht essen sollen. Allerdings sind unsere Geschmacksnerven nicht so weit ausgeprägt, dass wir gute und weniger gute Bitterstoffe automatisch unterscheiden, sodass sie auf uns eine den Appetit zügelnde Wirkung haben. Von dem, was bitter schmeckt, essen wir weniger.

Früher befand sich in vielen Obst- und Gemüsesorten ein höherer Anteil an Bitterstoffen. Weil wir jedoch einen süsslichen und milderen Geschmack bei den Lebensmitteln bevorzugen, wurden viele Bitterstoffe aus den Pflanzen herausgezogen. Heute werden Obst- und Gemüsesorten gezüchtet, die deutlich weniger bitter sind. Das hat den Nachteil, dass wir bitter noch weniger mögen. Infolgedessen ist unsere Nahrung meistens zu salzhaltig und zu süss.

Den Geschmack an Bitteres gewöhnen

Vor allem Kinder haben Mühe damit: Rosenkohl.
bild: shutterstock

Es obliegt uns selbst, unseren Geschmack auch an etwas Bitteres zu gewöhnen. Die Gesundheit sollte es uns wert sein. Die vielen positiven Eigenschaften der Bitterstoffe machen den bitteren Geschmack schnell wett. Mit etwas Überwindung und dem regelmässigen Verzehr von bitter schmeckenden Lebensmitteln sorgen wir für unsere Gesundheit, schützen uns vor Übergewicht und bleiben fit.

In vielen Nahrungsmitteln wie Chicorée, Rosenkohl, Kohlrabi, Mangold und Spinat oder in Grapefruits, Zitronen, Orangen und manchen älteren Apfelsorten sind ausreichend Bitterstoffe vorhanden. Wer diese Obst- und Gemüsesorten regelmässig auf dem Speiseplan hat, tut sich was Gutes. Auch Kräuter und Gewürze können besonders viele Bitterstoffe enthalten. Baldrian und Ingwer, Löwenzahn und Majoran sowie Oregano und Estragon enthalten wertvolle Bitterstoffe, deren Vorzüge sich einfach nutzen lassen.

Dazu kommen eine Reihe von verarbeiteten Nahrungsmitteln und Getränke mit Bitterstoffen, die unseren Speiseplan bereichern können. Bitterstoffe sind in aus Hopfen hergestelltem Bier, in Rotwein und schwarzem Tee enthalten. Dunkle Schokolade und Kakao enthalten ebenfalls Bitterstoffe. Auch Kaffee und Olivenöl sind bitterstoffhaltig.

Hat dir die Story gefallen? Und willst du mehr solche Sachen lesen? Like unsere Facebook-Seite! 👍 

Passend dazu: 5 Lebensmittel für den Herbst

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Menel 08.11.2015 14:15
    Highlight Gab es vor kurzem nicht diese Studie, die besagte, dass vor allem Psychopathen eine Vorliebe für bittere Lebensmittel haben. Man sollte sich an der Stelle fragen, was war zuerst da, die psychopathische Ader oder die bitteren Lebensmittel? 😜
    8 0 Melden
  • bralliu 08.11.2015 09:56
    Highlight gut ist auch bier bitter
    22 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.11.2015 10:30
      Highlight ...und Gin Tonic.
      18 0 Melden

Grundrechte für Affen? «Ja!», meint die Nachwuchshoffnung der Jungen Grünen

Grundrechte für Menschenaffen? Geht es nach der Stiftung Sentience Politics, soll das schon bald Realität sein. Die Stiftung will dazu eine Initiative in Basel-Stadt einreichen. An vorderster Front für die Tierrechte kämpft Meret Schneider, Präsidentin der Jungen Grünen Zürich. watson hat mit ihr über Veganismus, Tierversuche und Uni-Bratwürste gesprochen.

Meret Schneider ist genervt. Die Präsidentin der Jungen Grünen Zürich kommt gerade aus einer Sitzung der Rechnungsprüfungskommission des Ustermer Gemeinderats. Thema: Budgetdebatte. Eine leidige Sache. 

Die junge Gemeinderätin verspricht zu kämpfen gegen die Zusammenstreicher und Rotstift-Ansetzer. Man glaubt es ihr. Schneider, von kleiner Statur zwar, aber drahtig, sehnig fast schon, blonde Strähnen, skeptischer Blick, sieht aus, als würde man sich an ihr die Zähne ausbeissen.

Der «neue …

Artikel lesen