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Krebsgefahr? Ab morgen keine Wurst mehr. Vielleicht. Ganz bestimmt!!!

Alles macht krank, nun auch noch Wurst. Jetzt ist es also so weit: Nicht einmal mehr in Ruhe essen kann man.

27.10.15, 09:55 27.10.15, 11:14

Stefan Kuzmany



Ein Artikel von

Halt, Stopp, Moment, nicht hineinbeissen, schauen wir erst einmal, was du da auf dem Brötchen liegen hast. Aha, eine Scheibe Wurst. Verstehe schon, du willst jetzt frühstücken und dich nicht mit unangenehmen Tatsachen auseinandersetzen, schon gar nicht auf nüchternen Magen.

Austrian drag queen Conchita Wurst gestures during an interview with Reuters in Vienna April 24, 2014. Wurst will take to the European stage as Austria's contender for Eurovision, the song contest that pits nation versus nation and launched the global careers of ABBA and Celine Dion, Wurst's idol. Picture taken April 24, 2014. REUTERS/Leonhard Foeger  (AUSTRIA - Tags: ENTERTAINMENT SOCIETY TPX IMAGES OF THE DAY)

Gänzlich unbedenklich: Conchita Wurst.
Bild: LEONHARD FOEGER/REUTERS

Aber es muss sein. Denn, wie man jetzt weiss: Diese köstliche Scheibe Wurst ist krebserregend. Und nicht nur diese, sondern jede. Mit jeder Scheibe steigt dein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und/oder an Magenkrebs. Also überleg dir bitte gut, wenn dir dein Leben lieb ist: Wäre es nicht besser, diese Wurst beiseite oder vielleicht gar in den Mülleimer zu legen?

Die Gnade der Ignoranz

Solltest du nicht lieber noch einmal zum Kühlschrank gehen und etwas Gesünderes herausholen? Zum Beispiel, was gäbe es denn da, sagen wir mal: eine Karotte? Oder einen Joghurt? Oder, am besten, du bereitest dir im Mixer einen vitaminreichen und darmschonenden Flüssigbrei aus Obst und Gemüse zu. Am besten mit Spinat drin.

Nein?

Schon klar. Es reicht. Langsam sollte es keine Liste krebserregender Stoffe mehr geben, viel praktischer und kürzer wäre doch eine, auf der nur noch solche stünden, die garantiert keinen Krebs erregen. Wie herrlich muss die Welt früher einmal gewesen sein: Rauchen galt als unbedenklich, Asbest war feuerfest, Fleisch war gesund, und anschnallen musste man sich auch nicht.

Zigarettenwerbung anno dazumal.
YouTube/JTfromZurich

Gut, die Leute starben vielleicht jünger, aber wenigstens wussten sie nicht, woran. Bis auf die Gurtmuffel, die ahnten es wahrscheinlich, aber nur sehr kurz. Diese Gnade der Ignoranz ist uns Heutigen verloren gegangen. Nichts bleibt mehr zu tun ohne Kenntnis des Risikos.

Gewohnheitstiere auf dem Speiseplan

Dass übermässiger Wurstkonsum nicht besonders gesund ist, sollte allerdings niemanden überraschen. Dazu kommen die Qualen der Massentierhaltung, die Ressourcenverschwendung bei der Fleischproduktion und der damit beschleunigte Klimawandel – gute Argumente, weniger oder gar kein Fleisch zu essen, gibt es viele, und es gibt sie schon lange.

Es wird darum wohl kaum jemand, der bisher gerne Wurst gegessen hat, ausgerechnet wegen der neuesten Erkenntnisse der Experten von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) zum Vegetarier werden: Die Gewohnheiten sind stark.

St. Galler Bratwuerste brutzeln an der 66. Olma, der Messe fuer Landwirtschaft und Ernaehrung in St. Gallen, am Donnerstag, 9. Oktober 2008. Passend zur Eroeffnung der Olma teilte das Bundesamt fuer Landwirtschaft (BLW) am Donnerstag mit, dass die

St.Galler Bratwürste.
Bild: KEYSTONE

Wem Wurst schmeckt, dem wird sie weiterhin schmecken – wer die unappetitlichen Umstände ihrer Herstellung verdrängen kann, ist ohne Weiteres dazu in der Lage, auch das Gesundheitsrisiko auszublenden. Und kann sich nach dem Frühstück ganz entspannt eine Zigarette anstecken.

Trotzdem ist die Warnung der IARC vielleicht nicht ganz sinnlos. Denn möglicherweise liest sie jemand und denkt sich: Darmkrebs? Vielleicht sollte ich doch mal zur Vorsorge gehen – und wird rechtzeitig behandelt.

Vielleicht liest sie jemand und sagt sich: Wenn ich schon diese Wurst esse, dann nehme ich heute mal nicht den Aufzug, sondern die Treppe. Und vielleicht gibt es auch jemanden, der nachdenklich auf sein Wurstbrot blickt und sich überlegt: Käse wäre auch mal nicht schlecht. Morgen vielleicht ganz bestimmt, abgemacht?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tropfnase 27.10.2015 11:14
    Highlight Bald sind höhere Krankenkassenprämien für die Risikogruppe der Wurstesser fällig....
    9 1 Melden
  • lily.mcbean 27.10.2015 11:12
    Highlight Was wollt ihr denn mit : "wer sich mit der unapetitlichen herstellung abfinden kann" sagen?
    Schädlich in der Wurst ist dieses blöde Nitritpökelsalz (früher vermert Salpeter). Wird eigendlich nur dazu benötigt das das Fleisch schön rot bleibt. Normales Salz würde es auch konservieren aber eben die Farbe wäre ein bisschen ins graue und das kauft dan auch niemand mehr. Also liebe Leute wir schiessen uns ins eigene Bein!
    10 2 Melden

Könner in der Küche? Schau erst mal, wie viele dieser Gerichte du im Griff hast!

Und hier noch ein Quiz, bei dem es nicht ums Zubereiten, sondern nur ums Vertilgen geht:

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