Frankreich

Fünf Jahre nach Absturz

«Fuck, wir sind tot!» – Aufnahmen aus der abgestürzten AirFrance-Maschine 447 veröffentlicht

13.10.14, 17:41 13.10.14, 18:03

Gut fünfeinhalb Jahre nach dem Absturz der AirFrance-Maschine 447 über den Atlantik am 31. März 2009 wurde die Blackbox des Absturzflugzeugs nun in den tiefen des Ozeans gefunden. Veröffentlicht im «Vanity Fair»-Magazin, werfen die Ermittlungsergebnisse Fragen zur Sicherheit an Bord zivilen Passagierjets und der «Kultur» der AirFrance-Piloten auf.

Auszüge aus den aufgezeichneten Gesprächen zwischen den drei Piloten an Bord zeigen auf, dass zwei von ihnen während des Flugs schliefen, als das Flugzeug in einen Tropensturm flog. Captain der Maschine, der 58-jährige Marc Dubois, sagte vor seinem Schlaf: «Ich hatte nicht genug Schlaf letzte Nacht. Eine Stunde – es ist nicht genug». Er habe die Nacht davor mit seiner Freundin verbracht.

Grund für den Absturz ist nach Ermittlungsergebnissen ein Auftriebsverlust und die Störung der Geschwindigkeitssensoren. Anstatt jedoch die Nase des Flugzeugs zu senken, wie es die normale Prozedur vorsieht, hoben die Piloten sie an. Als Dubois eine Minute und 38 Sekunden nach der Fehlfunktion ins Cockpit zurückkehrte, herrschte jedoch bereits Panik. Einer der wachen Piloten sagte: «Fuck, wir werden abstürzen! (...) Fuck, wir sind tot!» Wenige Minuten später stürzte das Flugzeug ab.

AirFrance hat stets bestritten, dass die Piloten «inkompetent» seien. Infolge des Absturzes verbesserte die französische Fluggesellschaft die Ausbildung insbesondere für den Manuellflug. (pma)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • #10 13.10.2014 23:32
    Highlight Das Vanity-Heftli wirft überhaupt keine neuen Fragen auf. Sie alle sind im Abschlussbericht des BEA (französisches Büro für Flugunfalluntersuchungen) schon im Juli 2012 ausführlichst beantwortet worden. Schuld am Absturz waren in erster Linie vereiste Pitot-Sonden, welche den Piloten falsche Geschwindigkeitangaben lieferten, welche von diesen dann leider falsch interpretiert worden sind. Das Teile sind von Airbus inzwischen ersetzt worden. Dass der Captain seinen planmässigen Power Nap machte, war nicht die (Haupt-)Ursache des Absturzes. www.bea.aero/docspa/2009/f-cp090601/pdf/f-cp090601.pdf
    0 1 Melden
  • Bowell 13.10.2014 20:47
    Highlight Ich bin gewiss kein Aviatikexperte, drum korrigiert mich wenn ich Falsch liege, aber welche Pilotenausbildung muss man absolviert haben wenn man auf Reiseflughöhe im Geradeausflug einen Strömungsabriss verursacht?
    5 3 Melden
    • Gäry 13.10.2014 22:46
      Highlight Die störung der Geschwindigkeitssensoren beeinflusst den Autopilot. So kann di Geschwindigkeit viel höher angegeben sein als sie tatsächlich war, weshalb der schub durch den autopiloten reduziert werden kann. Dies führt zu einem strömungsabriss.
      Durch ein senken der nase würde die strömung wieder aufgebaut
      2 1 Melden

Die grosse Macron-Show – der Franzose bewirbt sich am WEF um die Merkel-Nachfolge

Angela Merkel meldet sich in Davos auf internationaler Bühne zurück. Doch die deutsche Führungsrolle in Europa ist keineswegs mehr selbstverständlich. Denn auch Frankreichs Präsident Macron meldet Ansprüche an.

Als Emmanuel Macron seine Rede nach einer Stunde beendet, erheben sich die Leute im Saal. Die versammelte Elite aus Managern, Wissenschaftlern und Politikern applaudiert dem französischen Präsidenten. Schnell drängt sich ein Pulk von Menschen um Macron, sie wollen ihn sehen, ihn fotografieren, mit ihm sprechen.

Es ist der Auftritt eines Stars. Wer ihn zum Massstab nimmt, kann schnell zu dem Schluss kommen, dass hier der neue Anführer Europas gesprochen hat.

Vier Stunden zuvor …

Artikel lesen