Frankreich

Sicherheitsmassnahmen verschärft

Polizisten erschiessen «Allahu Akbar» rufenden Mann

21.12.14, 05:24 21.12.14, 08:50

Französische Polizisten haben am Samstag einen Mann erschossen, der nach ihren Angaben mit einem Messer und mit «Allahu Akbar»-Rufen (arabisch für «Gott ist gross») das Kommissariat betrat und drei Polizisten verletzte. Der Vorfall ereignete sich im zentralfranzösischen Joué-lès-Tours.

Einer der Polizisten habe Schnittwunden im Gesicht erlitten, erklärte das Innenministerium. Der Mann habe, sobald er hereinkam und «bis zu seinem letzten Atemzug» «Allahu Akbar» gerufen, hiess es aus Kreisen der Ermittler. 

Der 1994 in Burundi geborene Franzose war demnach bei der Polizei wegen krimineller Vergehen bekannt, aber nicht wegen «terroristischer Aktivitäten». Das bestätigte auch Innenminister Bernard Cazeneuve. 

Er verurteilte die «brutale Aggression» und würdigte die «Kaltblütigkeit und Professionalität» der anwesenden Polizeibeamten. Für Polizisten und Feuerwehrleute seien landesweit die Sicherheitsmassnahmen verschärft worden.

Premierminister Manuel Valls stellte sich hinter die «schwer verletzten und unter Schock stehenden» Polizisten. Wer gegen die Polizei vorgehe, werde die «Härte des Staates» zu spüren bekommen.

Manuel Valls, Frankreichs Premierminister gab sich nach dem Vorfall entschlossen.

Bruder des Angreifers wollte nach Syrien

Der Staatsanwalt Jean-Luc Beck in der nahe gelegenen Stadt Tours sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Polizisten hätten von ihrem Notwehrrecht Gebrauch gemacht. Den Fall übernahm die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft. Sie ermittelte wegen versuchten Mordes sowie krimineller Vereinigung im Zusammenhang mit einem terroristischen Unternehmen.

Aus Ermittlerkreisen hiess es, die Untersuchungen richteten sich auf eine auf «radikalislamischen Motiven» beruhende Tat. Der Angriff weise Merkmale solcher Taten auf, zu den die extremistische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aufrufe. 

Der Bruder des Getöteten sei den Sicherheitsbehörden wegen seiner radikalen Ansichten bekannt und habe nach Syrien ausreisen wollen. (feb/sda/afp)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tom Garret 21.12.2014 11:19
    Highlight Was für ein reisserischer Titel. Der Mann hat mit einem Messer drei Polizisten verletzt! Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit das er deshalb erschossen wurde?
    2 3 Melden
  • sewi 21.12.2014 07:03
    Highlight Es heisst nicht Gott ist gross, sondern Allah ist grösser. Und der hatnix mit dem lieben Gott aus der Sonntagsschule zu tun
    7 8 Melden
    • Hugo Wottaupott 21.12.2014 08:34
      Highlight jaja sonntagsschule: pro stück brot 1 reiheli schoggi - wenn du "zuviel" isst gespräch mit mami dann endlich keine sonntagsschule mehr :D
      3 3 Melden
    • Raphael Bühlmann 21.12.2014 11:14
      Highlight "Allahu akbar" heisst "Gott ist grösser / am grössten". "Allah" ist ein arabisches und damit ein semitisches Wort und heisst "Gott". Wie nennen arabische Christen Gott? Richtig: "Allah".
      Jesus sprach Aramäisch. Auch eine semitische Sprache, in der Gott "Elah" oder "Alaha" heisst. Der Koran macht deutlich, dass Juden, Christen und Muslime denselben Gott verehren (ja, es gibt Differenzen in der jeweiligen Theologie).
      Ich studiere Islamwissenschaft und darum auch Arabisch, aber vielleicht glaubt ihr lieber sewi ...
      Und nein, ich bin nicht Muslim, sondern gläubiger Katholik.
      3 2 Melden

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