Frankreich

Der grosse Sieger der Départementswahlen in Frankreich: Das konservativ-bürgerliche Lager um Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy gewann zwischen 64 und 70 von 101 Départements. Bild: CHRISTIAN HARTMANN/REUTERS

Nicolas Sarkozy ist zurück im Spiel – die Linke fährt eine schwere Schlappe ein

29.03.15, 20:26 29.03.15, 20:42

Frankreichs regierende Sozialisten haben bei den Départementswahlen eine schwere Schlappe erlitten: Das linke Lager konnte am Sonntag laut ersten Schätzungen nur in etwa einem Drittel von Frankreichs 101 Départements eine Mehrheit erzielen. 

Das oppositionelle konservativ-bürgerliche Lager gewann zwischen 64 und 70 Départements; unklar war, ob der rechtsextreme Front National in einem Département eine Mehrheit erzielen würde. 

Der Chef der konservativen Partei UMP, Nicolas Sarkozy, sprach in einer ersten Reaktion von einem historischen Sieg für die Rechte. Das Ergebnis zeige die deutliche Ablehnung der Politik des sozialistischen Präsidenten François Hollande. 

Der Wahlverlierer: Präsident François Hollande von den Sozialisten. Bild: POOL/REUTERS

Regierungschef Manuel Valls versprach, dass seine Regierung noch mehr Anstrengungen unternehmen werde mit einer einzigen Priorität, nämlich der Beschäftigung. Mit der Wahl hätten die Franzosen ihren Erwartungen und ihrer Wut Ausdruck gegeben. 

Die Départementswahlen galten als wichtiger Stimmungstest - und werden von vielen Bürgern genutzt, um der Regierung einen Denkzettel zu verpassen. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise mit Rekordarbeitslosigkeit sind viele Franzosen höchst unzufrieden mit Hollande und seiner Regierung. 

Die Wahlen haben vor allem eine symbolische Bedeutung, denn der politische Einfluss der Départementräte ist begrenzt. Seit Hollandes Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 2012 gegen Sarkozy und den folgenden Parlamentswahlen haben die Sozialisten fast nur Wahlniederlagen erlitten. 

Anders dagegen der rechtsextreme Front National: Er gewann bei den Kommunalwahlen vor einem Jahr rund ein Dutzend Rathäuser und wurde bei den Europawahlen im Mai 2014 mit knapp 25 Prozent erstmals in ihrer Geschichte stärkste Kraft in Frankreich. (sda/afp) 

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 29.03.2015 21:34
    Highlight "Front National: Er gewann bei den Kommunalwahlen vor einem Jahr"
    Europa befindet sich noch in den Ausläufern einer Wirtschaftskrise. Ein Rechtsschwenk bei Wahlen ist da nichts ungewöhnliches.
    Frankreich kommt schlecht mit der Globalisierung klar, und sucht sich Sündenböcke wie Migranten. Aber man kann aus der Globaliserung nicht aussteigen.
    Der FN scheint nicht den Erfolg erzielt zu haben wie erwartet wurde. Auch UKIP in GB wird keinen Durchbruch bei den Wahlen im Mai erzielen. Und selbst wenn Le Pen Präsidentin werden würde, ist eine FN-Mehrheit in der Nationalversammlung unwahrscheinlich.
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