Gesellschaft & Politik
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Tagesschau abgebrochen

Arbeiten trotz Magen-Darm-Infekt

«Tagesschau»: Franz Fischlin bricht Ferien ab 

Die «Tagesschau»-Hauptausgabe hat nur vier Moderatoren. Zwei davon sind miteinander verheiratet und gemeinsam in den Ferien. Einer hat zusätzlich frei und die vierte bricht im Studio krank zusammen. Die Personaldecke sei trotzdem nicht zu dünn, sagt «Tagesschau»-Leiter Urs Leuthard.

Der erstmalige komplette Abbruch einer Hauptausgabe der «Tagesschau» wirft am Tag danach Fragen auf. Insbesondere jene nach der Personalplanung bei der Hauptausgabe der Tagesschau. Zwei der Aushängeschilder der Sendung, Katja Stauber und Florian Inhauser, sind ein Ehepaar und verbringen deshalb auch die Ferien zusammen. Wie andere Angestellte auch, haben sie das Recht, zwei Wochen am Stück einzuziehen. Zur gestrigen Konstellation kommt hinzu, dass auch der vierte Moderator, Franz Fischlin, in den Ferien ist und Cornelia Boesch als einzige Moderatorin der Hauptausgabe in Zürich war. 

Wie Blick.ch berichtet, springt Fischlin ab heute für die erkrankte Cornelia Boesch ein. Dies hat SRF-Mediensprecherin Andrea Wenger bestätigt. 

Nun stellt sich auch die Frage, ob das «Anchorman»-Prinzip, das SRF-Direktor Ruedi Matter eingeführt hat, bei der Tagesschau praktikabel ist. Das Konzept besagt, dass eine Sendung so wenig Präsentationsgesichter wie möglich haben soll, um beim Zuschauer eine grössere Identifikation mit dem Format zu erreichen. 

Tagesschau 25.1.

Cornelia Boesch moderierte krank eine «Tagesschau»-Hauptausgabe. Ihre drei Kollegen waren in den Ferien.  Bild: screenshot srf

Zwar war Franz Fischlin gestern wohl erreichbar, ist aber nicht aufgeboten worden, weil Boesch sagte, sie könne die Sendung durchziehen. Das hat sie nicht geschafft, vermutlich auch, weil ihre drei Moderationsgspänli kürzlich länger abwesend waren oder immer noch sind. So traf Cornelia Boesch in den letzten Wochen eine grosse Arbeitslast. Vom 12. bis 21. Januar hat Boesch durchmoderiert und gestern nach drei Tagen Pause wieder weiter gearbeitet.  

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video: youtube/philipp dahm

Notlösung vorbereitet, aber nicht eingesetzt

Im Interview mit watson erklärt «Tagesschau»-Leiter Urs Leuthard, wie es zur Panne kam, warum Sascha Ruefer nicht weitermoderierte und weshalb er in den gehäuften Absenzen kein Problem sieht. 

Herr Leuthard, wie geht es Cornelia Boesch? 
Es geht ihr mittlerweile wieder besser, wie sie auch über Twitter verlauten liess. 

Hat Boesch die Krankheit während der Sendung überfallen oder war sie schon den ganzen Tag angeschlagen? 
Sie ist schon etwas angeschlagen zur Arbeit gekommen, hat aber in ständiger enger Absprache mit dem Produzent entschieden, dass Sie die Hauptsendung moderieren kann, die Spätausgabe aber auslässt. Frau Boesch ist eine starke und sportliche Frau, die sich gut einschätzen kann. Leider haben ihre Kräfte doch nicht ausgereicht. 

«Die beiden sind verheiratet und da ist es üblich, dass man hin und wieder zusammen in die Ferien reist.»

Frau Boesch hat vom 12. bis zum 21. Januar zehn Tage durchgearbeitet, dann drei Tage Pause und schliesslich erneut Dienst gehabt. Ist es richtig, dass das Moderatoren-Paar Florian Inhauser und Katja Stauber gleichzeitig und rund zwei Wochen zusammen in den Ferien ist? 
Die beiden sind verheiratet und da ist es üblich, dass man hin und wieder zusammen in die Ferien reist. 

Urs Leuthard

Urs Leuthard: Früher «Arena»- und «Rundschau»-Moderator und heute Redaktionsleiter der «Tagesschau».

Ist das nicht ein bisschen knapp, wenn man nur vier Moderatoren für die Hauptsendezeit hat? 
Grundsätzlich nicht. Wir hatten für heute eine Notvariante vorbereitet gehabt, aber nicht darauf zurückgegriffen, weil Cornelia Boesch zuversichtlich war, die Sendung stemmen zu können.  

Worin bestand diese Notvariante? 
Das möchte ich nicht öffentlich diskutieren. Wichtig ist, dass wir eine hatten. 

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Franz Fischlin, der vierte Moderator soll auch Freitage eingegeben haben. Damit wären drei von vier Moderatoren in den Ferien gewesen.
Wir hätten Franz Fischlin kontaktiert, wenn Cornelia Boesch wirklich ausgefallen wäre. Wie gesagt: Sie war der Meinung, dass sie die Sendung moderieren kann. 

Fassen wir zusammen: Zwei Moderatoren sind in Südostasien in den Ferien, einer in den Schweizer Alpen und eine kranke Moderatorin muss deswegen arbeiten. 
Zu den Feriendestinationen unserer Moderatorinnen und Moderatoren nehme ich keine Stellung. Und: Bei uns muss niemand arbeiten, wenn er oder sie krank ist. Cornelia Boesch hat mit dem Produzenten abgesprochen, was aus ihrer Sicht möglich ist und was nicht. Wir hätten eine Notvariante gehabt, wenn sie vorher bereits komplett ausgefallen wäre. So haben wir zum Beispiel bereits am Nachmittag mit Cornelia Boesch zusammen entschieden, dass sie nur die Hauptausgabe moderieren wird, die Spätausgabe dann aber von Wasiliki Goutziomitros übernommen wird. 

«Der zuständige Produzent hat in dieser schwierigen und hektischen Situation entschieden, die Sendung abzubrechen. Das ist zu respektieren.»

Warum konnte Sascha Ruefer die Sendung nicht zu Ende moderieren? Hat man es ihm nicht zugetraut? 
Sascha Ruefer ist ein hervorragender Moderator, aber für eine Tagesschau müsste er sich entsprechend vorbereiten können. Und Sie können sich vorstellen, dass es schwierig ist, eine Sendung spontan zu übernehmen, wenn die Hauptmoderatorin im Studio zusammensackt. Dann kümmert sich die Crew erst mal um sie. Der zuständige Produzent hat in dieser schwierigen und hektischen Situation entschieden, die Sendung abzubrechen. Das ist zu respektieren.  

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Too Scoop 26.01.2015 14:07
    Highlight Highlight Wenn Franz Fischlin in diesem Jahr nicht als "Schweizer des Jahres" gekürt wird, dann weiss ich auch nicht mehr weiter.
  • Jonas Meier 26.01.2015 13:40
    Highlight Highlight Schade, dass das sonst so seriöse Watson hier einfach die Gelegenheit beim Schopf nimmt und die Konkurrenz bei SRF fertig macht.
    • Too Scoop 26.01.2015 14:30
      Highlight Highlight Wenn watson jetzt noch eine eigene TV Plattform hätte und staatlich finanziert wäre, dann könnte man durchaus von Konkurrenz sprechen.
    • Jonas Meier 26.01.2015 15:10
      Highlight Highlight Naja SRF hat ja auch ein Webportal. Das würde ich durchaus als "staatlich finanzierte" Konkurrenz für watson sehen.
  • Oberon 26.01.2015 13:11
    Highlight Highlight Als ob jetzt die Tagesschau für jeden einzelnen so wichtig ist.

    Es gibt genug News-Sender und sonst gibt es immer noch andere Möglichkeiten, oder einfach auf die nächste Ausstrahlung warten.
  • JayAge 26.01.2015 12:35
    Highlight Highlight Also ich finde auch, dass mindestens drei Ersatzmoderatoren hinter der Kamera fertig angekleidet bereitstehen müssen, um im Ernstfall einspringen zu können.

    Mal im Ernst: Warum bauscht man diese Geschichte so auf? Gehts darum, dem SRF wieder mal schön lauwarm eins ans Bein brünzeln zu können?
    • mirth 26.01.2015 12:50
      Highlight Highlight Du sprichst mir aus der Seele. Ob das wohl das berühmte "Januar-Loch" ist?
  • The oder ich 26.01.2015 12:08
    Highlight Highlight Sascha Ruefer ein "hervorragender Moderator"? - Das dürfte als Übertreibung des Jahrzehnts in die SRF-Geschichte eingehen.

    Es war ein kluger Entscheid der Redaktion, Ruefer nicht die Sendung beenden zu lassen; schon innerhalb seines Ressorts ist er jeweils unbrauchbar, wenn er eine ihm unbekannte Sportart kommentieren soll.
  • unwissend123456789 26.01.2015 10:25
    • MM 26.01.2015 12:54
      Highlight Highlight Und das spricht ehrlich gesagt nicht für Watson ...
  • Zeit_Genosse 26.01.2015 09:25
    Highlight Highlight Headline für heute = wichtig (?!)
  • rawo 26.01.2015 09:09
    Highlight Highlight 4 Push-Mitteilungen nur für dieses boulevardeske Thema?
    Bitte, liebe watsons, werdet nicht wie der Blick!
    • shakra 26.01.2015 13:37
      Highlight Highlight Du sprichst mir aus der Seele... Bitte nicht!
  • Adonis 26.01.2015 09:07
    Highlight Highlight Also: Was soll das, das Ganze ist doch nicht so schlimm!! 1. I.d. Regel geht man doch zusammen in die Ferien. 2. Hätte sich Sascha vermutlich ein bisschen durchgestottert, aber das Ding durchziehen können, er liest ja auf vom Telepromter und 3. gibt es ca. 20 oder mehr Sender, welche auch deutschsprachig Nachrichten senden. Übrigens Euro News, sehr gut.
  • toobitz 26.01.2015 09:03
    Highlight Highlight Zitat: "Das möchte ich nicht öffentlich diskutieren. Wichtig ist, dass wir eine hatten."
    Zum Glück ist das SRF keine öffentlich-rechtliche Anstalt, von der Öffentlichkeit finanziert, sonst wäre eine solche Aussage eigentlich ein Skandal.

    Ups.
    • rawo 26.01.2015 09:24
      Highlight Highlight Ist dein Tag jetzt versaut weil du die Notvariante nicht kennst?
  • Brummbaer76 26.01.2015 09:02
    Highlight Highlight Das ewige Gemotze, schon fast 20 Minuten Niveau hier. Wer von euch hat seine Kräfte noch nie überschätzt? Genau das ist Cornelia Bösch passiert, na und? Einmal in zig Jahren wird die Hauptausgabe abgebrochen und wir machen ein "Gschiss" deswegen.
    Hauptsache Cornelia Bösch gehts wieder besser.
  • Fachmann 26.01.2015 08:32
    Highlight Highlight 4 Breaking News für so eine Löli-Story. Sorry liebes Watson Team, aber ich probier das jetzt mal eine Weile lang ohne euch...
  • Wolfsblut_2 26.01.2015 06:52
    Highlight Highlight Die Panne ist wohl eher dem Chef zuzuschreiben, der die Ferienplanung nicht im Griff hat, als der zu geringen Anzahl Moderierenden.

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