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Die Office-App ist seit kurzem kostenlos im App Store verfügbar. screenshot: watson

Wegen Sicherheitsbedenken

Hände weg von der neuen Outlook-App für iPhone und Android – warnt die ETH Zürich

Die neue Office-App für Smartphones und Tablets schleust E-Mails über fremde Server in den USA. Das hat die Informatik-Spezialisten der Hochschule zu einem dringlichen Aufruf veranlasst.

Die offizielle Warnung vor der neuen Outlook-App ging an alle Angehörigen der ETH Zürich. Im Schreiben der Informatikdienste der Eidgenössisch Technischen Hochschule heisst es: «Zum aktuellen Zeitpunkt möchten wir Ihnen dringend davon abraten, diese Applikation zu verwenden! Auf dem zentralen Mailserver der Informatikdienste haben wir die Verwendung der Applikation bereits blockiert.»

Im Visier ist die neue Office-App, die Microsoft diese Woche für das Apple-System iOS und das Google-System Android veröffentlicht hat. Im App Store von Apple heisst das Gratis-Programm Outlook for iOS, im Google Play Store ist es unter der Bezeichnung Microsoft Outlook Vorschau zu finden.

Die ETH-Informatikspezialisten fassen ihre Sicherheitsbedenken wie folgt zusammen: «Die Software verbindet sich nicht direkt mit dem Mailserver an der ETH, sondern leitet den gesamten Verkehr über eine Reihe von Proxy-Servern in den USA.» Dies bedeute, dass die Anmeldeinformationen (Username und Passwort) sowie die Mailadressen auf fremden Servern gespeichert würden.

Zwar werde das temporäre Speichern von Nutzerdaten auf fremden Servern in den Datenschutzrichtlinien der App beschrieben. Es werde aber versäumt, beim Einrichten des Mailaccounts «explizit darauf hinzuweisen».

App löschen und Passwort ändern

Als Konsequenz fordern die ETH-Informatiker: «Sollten Sie die ‹App› bereits installiert und Ihre Mailbox konfiguriert haben, löschen Sie bitte die Software und ändern Sie Ihr Mailpasswort.»

Für weitere Informationen wird auf einen ausführlichen Bericht des deutschen Techportals heise.de verwiesen. Microsofts neue Outlook-App für iPhone, iPad und Android-Geräte frage die E-Mail-Konten des Nutzers nicht direkt ab, sondern leite eingehende wie versendete Mails über einen eigenen Server weiter. Dies gehe aus den Datenschutzbedingungen für Acompli hervor, wie die App vor der Übernahme durch Microsoft hiess.

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Sensible Nutzerdaten angeblich auch nach dem Löschen der App vorhanden

Kritisch geäussert hat sich auch der Sicherheitsexperte Rene Winkelmeyer. In einem Blog-Beitrag warnt er, dass «Outlook for iOS» die Sicherheit von Unternehmen beeinträchtigen könne. Die sensiblen Nutzerdaten würden in der Microsoft-Cloud gespeichert und seien auch nach dem Löschen der App anscheinend noch vorhanden.

Bei der neuen Outlook-App handelt es sich nicht um eine Neuentwicklung, sondern in erster Linie um eine Umbenennung der im Dezember 2014 gekauften Mail-Software Acompli. Microsoft hat angekündigt, regelmässig neue Funktionen nachzureichen.

Englisches Promo-Video zu «Outlook for iOS»

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YouTube-Film zu den neuen Funktionen der Outlook-App. video: youtube



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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Matz 04.02.2015 17:30
    Highlight Highlight Das Outlook Team nimmt hier Stellung auf diese Problematik: https://www.yammer.com/itpronetwork/uploaded_files/30231012
  • Statler 31.01.2015 09:26
    Highlight Highlight Egal, welche App oder welches Programm man benutzt, solange man seine Mails nicht verschlüsselt, sind sie nicht vor fremden Augen geschützt. Selbst wenn die App die Mails nicht explizit über US-Server laufen lässt, kann es trotzdem sein, dass sie einen Umweg über die USA machen. Und selbst wenn nicht, ist es völlig irrelevant, weil die 5 Augen sowieso jeglichen Mailverkehr überwachen.
    Wie der CCC nicht müde wird zu betonen: verschlüsseln, verschlüsseln, verschlüsseln!
  • boxart 30.01.2015 23:43
    Highlight Highlight Nur Panikmache. Ihr habt also keine Probleme, wenn ihr gmx, hotmail, facebook usw. benutzt. Oder alles in der iCloud von Apple sichern lässt? Wenn der Moderator die App einmal installiert hätte, könnte er selber differenzierter schreiben. Diese App ist nur vorgesehen, wer Mails von Google, Microsoft, Apple, Yahoo benutzt. Ein normales einrichten eines eigenen POP/SMTP ist nicht möglich. Im Mail von Apple habe ich für das Exchange, usw. dieselben Einstellungen, also bitte, benutze das Apple Mail und du bist sicherer?
  • giuliendante 30.01.2015 15:56
    Highlight Highlight Bedeutet das jetzt, das passiert auch mit Mails, die auf mein Windows Phone synchronisiert werden?
    • Alnothur 30.01.2015 23:19
      Highlight Highlight Nein, solange die normale, eingebaute Mail-App benutzt wird. Aber wer kann das bei so einem abgeriegelten System, wo alles versteckt ist, schon sagen...
  • Zern 30.01.2015 13:54
    Highlight Highlight Nebst den ganzen Sicherheitsbedenken bin ich verwundert, dass es Outlook für iPhone und Android gibt, jedoch nicht für Windows Phone... Microsoft scheint Prioritäten zu setzen...
    • Alnothur 30.01.2015 23:19
      Highlight Highlight Outlook-Integration auf dem Windows Phone gibt's schon lange...
  • dnsd 30.01.2015 13:40
    Highlight Highlight Also bitte, Watson! Das mag für Forscher mit geheimen Daten relevant sein, aber nicht für den Durchschnittsbürger! (der seine Daten auch bei Google, Facebook etc. einstellt). Der Titel suggeriert aber ganz was anderes. Schämt euch!
    • anon1234 30.01.2015 13:51
      Highlight Highlight Das geht auch den Durchschnittsbürger etwas an. Ein Passwort ist ein Geheimnis, welches den Nutzer gegenüber einem Dienst identifiziert. Da ist es durchaus für jedermann problematisch, wenn eine App dieses Geheimnis einfach weiterschickt...

      Der Artikel hat mit Panik mache nichts zu tun.
    • @schurt3r 30.01.2015 13:51
      Highlight Highlight Bitte den Artikel nochmals sorgfältig lesen!
      Vor allem auch den Abschnitt mit dem Sicherheitsexperten, der auf Sicherheitsmängel hinweist...
    • saukaibli 30.01.2015 14:38
      Highlight Highlight Wenn ich einen Account bei Google oder Facebook habe, weiss ich, dass meine Daten nicht sicher sind. Deshalb speichere ich keine sensiblen Daten dort und benutze diese Mail-Accounts nicht für sensible Daten. Dafür habe ich noch einen zweiten Mail-Account, der in der Schweiz gehostet wird. Wenn ich diesen Account nun auf meinem Smartphone einrichte, möchte ich nicht, dass meine Login-Daten in den USA gespeichert werden, diese sollen nur lokal auf dem Gerät gespeichert sein, wie es bei anderen Email-Apps der Fall ist.
  • Der Tom 30.01.2015 13:36
    Highlight Highlight Wozu sollte man überhaupt Outlook verwenden? Kann jemand erklären, was daran besser sein sollte als an den jeweiligen Standard-Mail-Apps für iOS oder Android?
  • ManuTI 30.01.2015 13:00
    Highlight Highlight Man kann es auch übertreiben. Diese ETH Leute sind einfach realitätsfremd: man muss lediglich wissen, dass die Daten über US-Proxies laufen. Das ist für die meisten Leute absolut OK.

    Ja, es stimmt, die App könnte genauer darauf hinweisen. Aber gerade sagen, man soll die Hände davon lassen, ist übertrieben. Eine Warnung herausgeben finde ich OK, denn man sollte es eben wissen. Aber jeder kann doch für sich entscheiden, was er machen will.

    Dass ausgerechnet die ETH mit solchen apokalyptischen Aussagen daher kommt, finde ich ein bisschen extrem und nicht angebracht.
    • sebjseb 30.01.2015 13:12
      Highlight Highlight Es ist ganz und gar nicht realitätsfremd! Viel mehr ist es naiv und gefährlich, wenn die Sache nun runtergespielt wird von Experten wie Ihnen. Daten, die über US-Server laufen, dürfen durch die Behörden angezapft werden. Gerade die ETH, der noch weitere Forschungsinstitute angehören, sind beliebte Ziele für Industriespionage.
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 30.01.2015 13:16
      Highlight Highlight Quatsch! Das ist gar nicht übertrieben. Es ist ganz klar sehr relevant für Angehörige der ETH, vorallem für die Mitarbeiter, aber auch Forschende und Studenten sollten sich im Klaren sein, worüber ihre ETH-bezogenen Daten laufen. Hinz und Kunz kann so was schon sch... egal sein, aber für die ist das Mail ja auch nicht bestimmt.
    • joe 30.01.2015 13:32
      Highlight Highlight Die Warnung geht ja an die ETH-Angehörigen, deren Mails über den ETH-Server laufen. Und da ist es nur plausibel, dass die ETH das nicht will. Die gleiche Handhabung ist ja auch bei Firmen. Als Privatperson kann dann wirklich jeder für sich entscheiden, was er machen will.
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