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ZUR MITTEILUNG DER SCL TIGERS, DAS DER VETRAG MIT TRAINER BENGT-AKE GUSTAFSSON UND DESSEN ASSISTENT PETER ANDERSSON NICHT VERLAENGERT WIRD, STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, DEM 16. APRIL 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Tigers Head Coach Bengt-Ake Gustafsson, rechts, gibt Anweisungen, an Tigers Sven Lindemann, links, waehrend dem fuenften Spiel im Playoff Final der NLB zwischen den SCL Tigers und dem EHC Olten, am Freitag, 27. Maerz 2015, in der Ilfishalle Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Bengt-Ake Gustafsson im Gespräch mit Sven Lindemann. Trennen sich die Tigers vom perfekten Coach? Bild: KEYSTONE

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Bei den SCL Tigers wird ein Erfolgstrainer entlassen – na und?

Der Präsident und der Sportchef der SCL Tigers haben den Mut, einen Erfolgstrainer nicht zu behalten. Das ist ein gutes Zeichen und zeigt uns: Beide sind in der NLA angekommen.



Bengt-Ake Gustafsson bekommt in Langnau keinen neuen Vertrag. Obwohl er alles richtig gemacht hat: die Qualifikation und die NLB gewonnen und in der Liga-Qualifikation mit dem Bestresultat (4:0) gegen die Lakers den Wiederaufstieg in die NLA geschafft. Mehr noch: Bei seinem früheren Gastspiel sicherte er in Langnau unter schwierigen Voraussetzungen zwei Jahre die NLA-Zugehörigkeit (1999/00 und 2000/01). Zudem hat er ein Flair für schwierige Spieler. Nie war Todd Elik so gut wie in den zwei Saisons unter dem schwedischen Trainer.

09.04.2015; Langnau; Eishockey Ligaqualifikation - SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers;
Trainer Bengt-Ake Gustafsson (Langnau) (Sandro Stutz/freshfocus)

Gustafsson feiert den Aufstieg seiner Tigers in die NLA. Bild: Sandro Stutz/freshfocus

Die SCL Tigers verlängern also den Vertrag mit dem scheinbar perfekten Trainer nicht. Eine Torheit sondergleichen. Nein. Es gibt auch eine ganz andere, weniger polemische Sicht der Dinge. Und die spricht für Präsident Peter Jakob und seinen Sportchef Jörg Reber.

Was wäre dem SC Bern alles erspart geblieben ...

Es gibt nämlich keine Garantie, dass der perfekte Trainer von gestern auch der perfekte Trainer von heute oder morgen sein wird. Was hätte das für ein Geschrei gegeben, wenn der SC Bern nach dem Titelgewinn von 2013 Trainer Antti Törmänen entlassen hätte! Er hatte ja neben dem Titel von 2013 dem SCB auch noch das Finale 2012 beschert. Ein halbes Jahr später wurde der Finne gefeuert und der Schaden, den er angerichtet hatte, war so gross, dass seine Nachfolger den schmählichen Sturz des Meisters in die Abstiegsrunde nicht mehr verhindern konnten. Dem SCB wäre viel erspart geblieben, wenn Antti Törmänen gleich nach der Meisterfeier entlassen worden wäre.

ZUM START DER EISHOCKEYSAISON 2014/15 DER NATIONAL LEAGUE A AM MITTWOCH, 10. SEPTEMBER 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der Berner Trainer Antti Toermaenen verlaesst das Spielfeld nach der Eishockey National League A Partie zwischen dem SC Bern und dem EHC Biel, am Freitag 22. November 2013, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Wurde beim SC Bern zu spät entlassen: Antti Törmänen. Bild: KEYSTONE

Der HC Lausanne trennte sich 2013 von Aufstiegstrainer Gerd Zenhäusern. Mit dessen Nachfolger Heinz Ehlers sind seither zweimal hintereinander die Playoffs erreicht worden.

Noch ein Beispiel, das zeigt, dass es Sinn macht, sich von einem Erfolgstrainer zu trennen: Simon Schenk verlängerte 2000 den Vertrag mit Meistertrainer Kent Ruhnke nicht. Gross war damals das Geschrei in den Zürcher Medien und das Jammern des Kanadiers. Sein Nachfolger Larry Huras hat dann als bisher letzter Trainer 2001 einen Titel in der NLA verteidigt.

Aufbruch in die sturmumtoste, karge NLA-Weide

Es ist keineswegs sicher, dass die SCL Tigers ihre Ziele nächste Saison mit Bengt-Ake Gustafsson erreicht hätten. Denn die neue Saison wird ganz anders sein. Bengt-Ake Gustafsson war der perfekte Trainer für ein Spitzenteam in der NLB. Aber nächste Saison sind die SCL Tigers ein Lotterteam in der NLA. Ein Unterschied so gross wie von Bayern München zum HSV, wie vom FC Basel zum FC Aarau.

In der höchsten Liga wird weniger Zeit für Ausbildung bleiben. Der Stress wird sich für Spieler, Trainer, Sportchef und Präsident im Quadrat vergrössern. Die Mannschaft wird viel mehr Spiele verlieren als gewinnen.

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Mit der beschaulichen Ruhe, mit dem freundlichen skandinavischen Selbstverantwortungs-Voodoo ist es in der höchsten Spielklasse vorbei. Alles wird schneller, intensiver, rauer, unfreundlicher. Es braucht einen fordernden Chef, der die Spieler immer wieder ans Limit und manchmal darüber hinaus treibt. Die SCL Tigers haben die Pony Ranch der NLB verlassen und müssen sich künftig auf einer sturmumtosten, kargen NLA-Weide behaupten.

Ja, es stimmt: Beng-Ake Gustafsson war vor 15 Jahren in der NLA auch mit den nominell unterlegenen SCL Tigers erfolgreich. Aber seither ist er nacheinander bei den ZSC Lions, in der KHL und in der DEL im rauen Klima von höchsten Spielklassen gefeuert worden. Die Frage ist durchaus berechtigt, ob er wirklich noch für eine höchste Liga taugt.

Respekt für die Langnauer Führungsetage

Sportchef Jörg Reber und der Verwaltungsrat sind zum Schluss gekommen, dass Bengt-Ake Gustafsson nicht der richtige Trainer ist, um die riesige Herausforderung NLA zu meistern. Jörg Reber kennt seine Spieler, ihre Stärken und Schwächen. Er kennt auch das Wesen und Wirken von Bengt-Ake Gustafsson, und er weiss aus eigener Erfahrung um die Schwierigkeiten eines «kleinen» Teams in der NLA. Also ist sein Entscheid zu respektieren. Weil dieser Entscheid nicht auf «Hörensagen», nicht auf guten Ratschlägen und nicht auf politischen Rücksichten basiert. Sondern ganz allein auf seinem eigenen, profunden Insiderwissen. Ein Entscheid, gefällt nach bestem Wissen und Gewissen. Für den Mut zum unpopulären Entscheid verdient er Respekt.

Joerg Reber Sportchef SCL Tigers, vor dem vierten Spiel im Playoff Final der NLB, zwischen dem EHC Olten und den SCL Tigers, am Dienstag, 24. Maerz 2015, im Stadion Kleinholz in Olten. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Tigers-Sportchef Jörg Reber steht zu seinem unpopulären Entscheid. Bild: KEYSTONE

Jörg Reber hat diese Saison Ruhe bewahrt und dem Drängen vieler Kreise nach Verstärkungen während der laufenden Meisterschaft nicht nachgegeben. Weil er aus Erfahrung weiss, dass der Zusammenhalt der Mannschaft im Aufstiegskampf entscheiden wird und jeder Transfer die Chemie in der Kabine verändern kann. Langnaus Sportchef hat bisher alles richtig gemacht. Präsident Peter Jakob vertraut seinem Sportchef und trägt den mutigen Entscheid mit. Dafür verdient auch er nicht Schelte. Sondern grössten Respekt.

Die Empörung über die Verabschiedung von Bengt-Ake Gustafsson ist ein Sturm im Wasserglas. Jene, die jetzt vehement fordern, man müsse den Schweden behalten, werden im Dezember ebenso leidenschaftlich monieren, man wisse ja, dass es selten gut komme, wenn der Aufstiegstrainer bleibe.

Der einzige Vorwurf, den man dem Präsidenten und seinem Sportchef machen kann: Sie hätten nach dem Trennungsentscheid Bengt-Ake Gustafsson sofort informieren sollen. Sie haben diesen Grundsatzentscheid noch drei Tage lang geküchelt und unterschätzt, dass eine Meute Chronisten seit langem gerade auf diesen Entscheid wartete und alles daran setzen würde, die News vor der Zeit zu publizieren. Einer plaudert halt immer. Eishockey ist ein Teil der Unterhaltungsindustrie und lebt vom Interesse und der Neugier des werten Publikums. Wirklich schlimm wäre gewesen, wenn sich niemand dafür interessiert hätte, ob der Trainer in Langnau bleibt.

Gustafsson hätte das Ruder selber in die Hand nehmen können

Ist diese sogenannte Kommunikations-Panne so schlimm? Ach was. Bengt-Ake Gustafsson musste so halt schon am Mittwochabend watson entnehmen, dass er am Donnerstag den Marschbefehl bekommen wird. Na und? Der arme Erfolgstrainer hätte sich ja vorher selber bei Jörg Reber erkundigen können, ob er bleiben könne, statt das Geschäft seinem Agenten zu überlassen. Der weitgereiste Schwede spricht perfekt Deutsch, kennt Langnau so gut wie Stockholm. Man spricht mit Katzen, Hunden und Pferden – dann hätte Langnaus Trainer ja auch mit dem Präsidenten und dem Sportchef reden können. Von Mann zu Mann.

31.03.2015; Langnau: Eishockey NLB Playoff Final - SCL Tigers - EHC Olten: Trainer Bengt-Ake Gustafsson (Tigers) freut sich ueber den Sieg. Die SCL Tigers feiern den NLB Schweizermeistertitel 2015.(Christian Pfander/freshfocus)

Gustafsson gratuliert seinen siegreichen Mannen. Ein Ehrenplatz in der Langnauer Klubgeschichte ist ihm sicher. Bild: Christian Pfander/freshfocus

Bengt-Ake Gustafsson verdient Respekt und Anerkennung und einen Ehrenplatz in der Klubgeschichte. Auf Augenhöhe mit Jean Cusson (Meistertrainer von 1976). Nicht weniger. Aber auch nicht mehr.

Wer den Mut hat, eigene Wege zu gehen, auf den Applaus des Tages zu verzichten und riskante, unpopuläre Entscheidungen zum Wohle der langfristigen Entwicklung zu fällen, kommt im Sport weiter als die Angepassten, die Populisten und die Braven. Präsident Peter Jakob und sein Sportchef Jörg Reber haben soeben diesen Mut gezeigt. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Beide sind definitiv in der NLA angekommen.

Ein Rückblick: Der Aufstieg der SCL Tigers in Bildern

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Senftube 18.04.2015 07:29
    Highlight Highlight @Aurel und Pimmel: Könnt ihr für eure virtuelle, von platonischer "Hassliebe" geprägten "Konversation" nicht auf irgend ein Chat-Forum ausweichen und uns verschonen? Denn ihr nervt langsam. Danke.
    • MARC AUREL 18.04.2015 08:38
      Highlight Highlight Ach Senftube, ein bisschen Spass darf ja wohl sein oder? Und ein bisschen provozieren gehört auch dazu.. Ist ja nicht böse gemeint.. und meine Aussagen sorry über Langnull
  • MARC AUREL 18.04.2015 05:58
    Highlight Highlight also eines ist klar Pimmel. Langnau wird nicht viel zu melden haben ob es dir past oder nicht. Deine Tigerli übernehmen Rappis Platz als punktelieferant. Da kannst du sagen was du willst. Sonst hast du keine ahnung...
  • hanibal79 17.04.2015 23:36
    Highlight Highlight Sowas macht man nicht. Das man den Vertrag nicht verlängern will, ist das eine. Aber wenn Klaus Zaugg, der Blick und Andere die Entscheidung vor den Trainern erfahren, ist dies keine feine Sache und hat mit Anstand gar nichts zu tun.
  • Cello Pfischterer 17.04.2015 21:37
    Highlight Highlight Auch hier: Der Trainer wurde nicht entlassen, sondern kein neuer Vertrag gegeben.
    Die Argumentation des Clubs ist nachvollziehbar, wenn auch enttäuschend, so doch auch verständlich.
    Absolut nicht verständlich ist für mich, dass die Medien die Entscheidung vor dem Betroffenen wussten. Und ebenso mehr als unverständlich ist, dass man dem Betroffenen vor 1 Monat mündlich einen Vertrag bei Erreichen des B-Meister-Titels zugesichert hat.
    Sollte letzteres ebenfalls stimmen, so sind die Tigers für mich Provinz und unten durch, bevor die neue Saison begonnen hat. Provinz hat in der NLA keinen Platz!
  • MARC AUREL 17.04.2015 20:16
    Highlight Highlight Sport, die schönste nebensache der Welt?? Eher bumsen lieber G. P (Love) Pimmel! Und wie gesagt, egal was Langnull unternimmt und wer dort Trainer ist.. sie werden immer verlierer sein und bleiben mit seeeehrrrr wenige Ausnahmen! hahahahohoho hihihi
  • Senftube 17.04.2015 19:34
    Highlight Highlight Ob Gustafsson tatsächlich der falsche Trainer für die NLA gewesen wäre kann und will ich gar nicht beurteilen. Den Wechsel zu vollziehen ist sicher mutig, vielleicht auch richtig. Aber der Zeitpunkt und das WIE, war nicht gerade die feine englische Art. Jedenfalls hätte man das dem Trainerduo schon viel früher klar und ehrlich mitteilen sollen. Er hätte den SCL gleichwohl zum Meistertitel und in die NLA geführt. Die Hockeywelt ist klein und sowas kommt irgendwann, irgendwie immer wie ein Boomerang zurück und genau dann, wenn man nicht damit rechnet und......."Päng" vou a Gring!
  • MARC AUREL 17.04.2015 14:50
    Highlight Highlight Egal wer Langnull als Headcoach anstellt, sie werden sowieso mehrheitlich verlieren.. der 10 - 11 Platz oder besser gesagt der letzte Platz ist eh für Langnull reserviert.. vielleicht erreichen sie in 10 Jahren einmal die Playoffs.. alles andere sind träumereien liebe Langnuller. eher steigt ihr wieder ab wo es euch eh besser ergehen würde. ;-)
    • Against all odds 17.04.2015 17:03
      Highlight Highlight @Pimmel: ein wahrlich geistreicher Beitrag. Wir nähern uns langsam dem Niveau von slapshot.
  • c_meier 17.04.2015 14:26
    Highlight Highlight vom Lottergoalie zum Lotterteam :)
    sonst treffend geschrieben vom Chronisten
  • John McClane 17.04.2015 12:43
    Highlight Highlight Langnau, Langnau, Langnau....
    Verhältnis Berichterstattung SCL : Berichterstattung Playoff-Final ZSC-HCD (spielerisch immerhin der Beste seit X Jahren) 10:1
    So langsam hoffe ich bereits wieder auf einen Abstieg der Emmentaler, damit sich der Herr Zaugg wieder mal mit dem Rest der NLA/NLB befassen kann (muss).
    Einfach nur langweilig...
    • ü-pu 17.04.2015 14:01
      Highlight Highlight muesch es ja nid läse! es git ja no angeri journalisten!
    • Mia_san_mia 17.04.2015 16:18
      Highlight Highlight @ü-pu: Das ewige Langnau gerede nervt trotzdem, Watson ist nicht nur fürs Emmental gemacht und es gibt noch andere interessante Hockey Themen!
    • goschi 17.04.2015 16:49
      Highlight Highlight @-Thomas-, na Rapi ist ja wohl kaum als interessant zu bezeichnen. ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Qiuu 17.04.2015 11:55
    Highlight Highlight Alles gesagt! Bravo.
  • BilboBeutlin 17.04.2015 10:54
    Highlight Highlight MERCI ZAUGG!!! Der erste sinn- und vor allem respektvolle Kommentar seit dem definitiven Entscheid. Sorry, aber Kommentare wie zB zu den gestrigen BZ-Artikel waren unter aller Sau. Ich habe immer gedacht einen ehemaligen, erfahrenen Spieler (der in den eigenen Reihen spielte) zeigt man mehr Respekt.
    So täuscht man sich!
    • Against all odds 17.04.2015 11:14
      Highlight Highlight Die Mannschaft hat zuviel Macht, auch das kommt auf Dauer nicht gut.

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