Gesellschaft & Politik
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Demonstranten der ''Reclaim the Streets'' Bewegung sind in der Innenstadt von Zuerich mit Spruchbaendern und Leuchtfackeln unterwegs in der Nacht auf Samstag, 13. Dezember 2014. Mehrere hundert Personen haben am Freitagabend und Samstagmorgen in der Zuercher Innenstadt randaliert. Sie griffen Polizisten an, schlugen Schaufenster ein und zuendeten Autos an. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen sie vor. (KEYSTONE/Jan Mueller)

Mehrere hunderttausend Franken Sachschaden, ausgeraubte Kleinunternehmer, schockierte Restaurantgäste, desillusionierte Ladenbesitzer: Polizeichef Richard Wolff kommentiert die traurige Bilanz der Krawalle vom Freitag.  Bild: KEYSTONE

Polizeivorsteher Richard Wolff nimmt Stellung

«Was am Freitag abgegangen ist, hat nichts mehr mit ‹rechts› oder ‹links› zu tun. Das war pure Gewalt»

Nach den Ausschreitungen vom Freitag in Zürich wird Kritik an Polizeivorsteher Richard Wolff laut: Wieso wurden nur vier Chaoten verhaftet? Wurden die Gewerbler genug geschützt? Der Stadtrat nimmt gegenüber watson Stellung. Er zeigt sich bestürzt über die Gewalt, aber zufrieden mit den Leistungen seiner Polizisten. 

Mehrere hunderttausend Franken Sachschaden, ausgeraubte Kleinunternehmer, schockierte Restaurantgäste, desillusionierte Ladenbesitzer – dies sind nur einige der Dinge, die die Ausschreitungen von Freitagnacht in den Zürcher Kreisen 3 und 4 hinterlassen haben. In den Kommentarspalten der Onlinemedien dominiert derweil eine Frage: Wieso kam es bei den gewaltsamen Ausschreitungen nur gerade zu vier Verhaftungen? 

Stadtrat Richard Wolff spricht an der Medienkonferenz anlaesslich seiner 100 Tagen im Polizeivorstand der Stadt Zuerich am Dienstag, 17. September 2013, im Stadthaus in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

«Erst als zweite Priorität gilt es, Verhaftungen vorzunehmen», sagt Polizeivorsteher Richard Wolff.  Bild: KEYSTONE

Polizeivorsteher Richard Wolff gibt Antworten: «Bei einem solchen Einsatz ist das erste Ziel, die Ausschreitungen zu stoppen und dabei Menschen und Sachgüter zu schützen, und erst als zweite Priorität gilt es, Verhaftungen vorzunehmen», erklärt er gegenüber watson. Zudem müssten Polizisten in solchen Situationen die Gefahr für andere und sich selbst auf einem Minimum halten.

Gewalt gegen Menschen ist eine gefährliche Entwicklung

Der linke Stadtrat zeigte sich am Sonntag sehr betroffen über das Ausmass der Gewalt: «Was am Freitag passiert ist, ging mir sehr nah», sagt er. Vor allem die Gewalt gegen Menschen sei eine gefährliche Entwicklung, meint er. 

RTS: Krawall in Zürich

Eine politische Motivation hinter der Aktion sei gemäss dem Polizeivorsteher kaum zu erkennen: «Was am Freitag abgegangen ist, hat nichts mehr mit ‹rechts› oder ‹links› zu tun. Das war pure Gewalt gegen Sachen und Menschen. Diese ist, egal von wem sie ausgeht, auf schärfste zu verurteilen, zu verfolgen und zu ahnden», betont er.  

«Wir waren schnell vor Ort, wir haben die Gewalt schnell gestoppt und verhindert, dass noch mehr passiert. Das ist unsere Aufgabe und die haben wir erfüllt»

Den Einsatz der Polizei wertet er als Erfolg: «Wir waren schnell vor Ort, wir haben die Gewalt schnell gestoppt und verhindert, dass noch mehr passiert. Das ist unsere Aufgabe und die haben wir erfüllt», sagt Wolff. 

Unter anderem dank dem neuen Alarmierungssystem, bei dem Polizisten auf Abruf direkt aufgeboten werden, war die Polizei schon rund 15 Minuten nach der Besammlung der Demonstranten mit einem Grossaufgebot vor Ort. 

Reisten professionelle Gewalttouristen nach Zürich? 

Die Polizei wurde von der «Reclaim the Street»-Demonstration komplett überrascht: «Die Ausschreitungen waren in ihrer Aggressivität auch nicht vergleichbar mit bisherigen Spontanaktionen dieser Art. Uns ging es darum, möglichst schnell die Gewalt zu stoppen. Das ist gelungen. Und zwar sehr gut», sagt Wolff. 

Ob «professionelle» Gewalttouristen für das RTS nach Zürich gereist sind, konnte Richard Wolff nicht bestätigen: «Dafür ist es viel zu früh», sagte er. Auch weitere Angaben zu den Verhafteten und den Resultaten liegen zum Zeitpunkt noch nicht vor. Zu den Vorbereitungen auf ein allfälliges nächstes RTS kann Richard Wolff aus ermittlungstechnischen Gründen nichts sagen. 



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    Alle Leser-Kommentare
  • Wilhelm Dingo 15.12.2014 10:11
    Highlight Highlight Leider sind die Konsequenzen für die Täter zu gering. Der tiefe Griff in das Portemonaie hilft hier. Wer an einer solchen Veranstaltung teilnimmt, muss solidarisch haftbar gemacht werden können für die Taten seiner Kollegen.
  • EssigBanane 15.12.2014 08:52
    Highlight Highlight Ich kenne die Szene, war schon mehrmals bei den unterschiedlichsten Demos dabei, und das was hier passiert ist kam nicht aus der linken Ecke! Unpolitische Hools, teils FCZ Ultras, teils faschistoide Gewalttätige waren das!

    Die Verlierer sind die politische Linke und die Ladenbesitzer!
  • Piti 14.12.2014 23:02
    Highlight Highlight Ich bin sehr schockiert über die Gewalt die von den Leuten ausging. Und Gewalt erzeugt nur noch mehr Gewalt. Die Polizei hat schon richtig gehandelt.
  • manhunt 14.12.2014 17:39
    Highlight Highlight für die polizei sind solche einsätze immer eine gratwanderung. in diesem fall wird ihr zu lasches vorgehen vorgeworfen. hätte sie jedoch den mob gezielt eingekesselt und kollektiv in gewahrsam genommen, würde von übertriebener härte gesprochen. auch ist es nach solchen ausschreitungen äusserst schwierig, den tätern ihre strafbaren handlungen eindeutig nachzuweisen. ergo muss der staat vei freisprüchenfür anwaltskosten und prozessentschädigungen aufkommen. dies wiederum ruft profiteure à la landmann auf den plan, welche sich dann für die "rechte" des gesindels einsetzen. nun ist die politik gefordert, der polizei, insbesondere bei der gefährdung von leben, weitreichende befügnisse zu erteilen, um bei zukünftigen veranstaltungen dieser art, entsprechend handeln zu können.
    • flyingdutch18 14.12.2014 19:19
      Highlight Highlight Was meinst du mit "entsprechend handeln"? Scharfschützen aufstellen?
    • manhunt 14.12.2014 21:11
      Highlight Highlight nein, sicher keine scharfschützen. aber ein offensiveres vorgehen bei gefährdung von leib und leben. deinen kommentaren in den ganzen diskussionen nach zu urteilen, verurteilst du zwar die gewalt der aktivisten, bist aber wehement gegen ein hartes einschreiten der polizei. entweder warst du selbst an den ausschreitungen beteiligt, oder du verkennst ganz einfach den ernst der lage. was sollte die polizei denn deiner meinung nach in so einer situation tun? mit wattebäuschchen werfen? freundlich um ruhe bitten? was da gestern ablief, war höchstwahrscheinlich genau so geplant. und bei teilnehmern solcher krawalle milde walten zu lassen, ist definitiv der falsche ansatz. wer sich an solchen aktionen beteiligt, muss auch bereit sein einzustecken. ich bin in keinster weise freund von repression und polizeigewalt. leider wird genau nach solchen veranstaltungen der ruf danach wieder lauter.
    • manhunt 14.12.2014 22:10
      Highlight Highlight mich interessier in diesem zusammenhang auch nicht die sachbeschädigungen. da hat die polizei mit ihrer zurückhaltung womöglich eine weitere eskalation verhindert. wenn jedoch ein mob mit schlaginstrumenten und wurfgegenständen ein voll besetztes restaurant angreiffen, in dem sich familien aufhalten, wäre gezielter beschuss mit gummischrot sowie stockeinsatz mehr als angemessen gewesen.
  • Bowell 14.12.2014 16:29
    Highlight Highlight Es waren linke Chaoten, punkt. Wie schon oft in den Kommentaren erwähnt, braucht man sich nicht zu wundern warum der Polizeivorsteher beinahe untätig war.
    • janmueller 14.12.2014 18:38
      Highlight Highlight Eben nicht. Solche Personen sind weder Linke noch Autonome, es sind einfach nur Idioten.
    • Bowell 15.12.2014 09:13
      Highlight Highlight Verstehe ich das richtig: du behauptest also, dass das Ganze vielleicht von rechten Kreisen organisiert wurde um Wolff eins auszuwischen? Lächerlich...
  • flyingdutch18 14.12.2014 16:12
    Highlight Highlight Ich finde es richtig, dass die Polizei nicht massiver eingeschritten ist. Wir wollen keine Polizei wie in Ferguson oder anderen Städten der USA. Damit rechtfertige ich noch lange nicht die Gewaltbereitschaft der Randalierer. Schade um die an sich gute RTS-Aktion.
    • Philipp 14.12.2014 16:48
      Highlight Highlight Bezahlst du denn die Schäden? Oder soll es weitergehen unter dem Motto: Ist doch egal, die sollen ruhig drauflos schlagen? Alles demolieren. Den Schaden sollen doch die (wir) Steuerzahler finanzieren …
  • Lowend 14.12.2014 15:50
    Highlight Highlight Denn sie wissen nicht, was sie tun, weil solche Krawall suchende Vollidioten den rechten Vollidioten nur Munition für ihr Linken-Bashing geben. Diese "Autonomen", die übrigens auch autonom, also befreit von jeglicher politischer Intelligenz agieren, haben etwa genau so viel mit der SP oder den Grünen zu tun, wie die Neonazis mit der SVP und unter ihnen sind vermutlich sogar etliche Söhne und Töchter die ihre Füsse noch unter Papi's Tisch an der Goldküste strecken und morgen brav in's staatlich, oder gar privat finanzierte Gymnasium gehen. Widerliches Pack!
  • Angelo C. 14.12.2014 15:23
    Highlight Highlight Kommt hinzu, dass man sich so ziemlich über Wolffs "Entsetzen" wundern darf, zumal jeder Zeitungsleser seit langen Monaten zuverlässig weiß, dass sein Sohn exakt dieser Hausbesetzerszene und in aller Regel deren demonstrierenden Mitläufern angehört. Er sollte also seinen Filius interviewen, wenn er Rat um effiziente Abhilfe sucht :-))! Die Frage bleibt, ob Wolff mit seinen früher immer mal wieder öffentlich gewordenen Sympathien für linke Revoluzzer und Anarchisten der richtige Mann als Polizeivorsteher ist. Eine durchaus erlaubte Frage, die sich nicht erst seit gestern stellt.
  • Angelo C. 14.12.2014 15:12
    Highlight Highlight Wenn man sieht, was diese ultralinken Chaoten und Anarchisten in sinnloser Zerstörungswut für Kollateralschäden und Kosten die unschuldige Kleinunternehmer mit Hunderttausenden von Franken anrichten, dann ist dies der einzige Moment wo mir die Scharia fehlt : 100 Stockhiebe für Jeden als Alternative zu unseren bedingten Bussen und zwei Wochen Sozialarbeit. Sowas würde garantiert mit dem Gesindel nachhaltig aufräumen.....
    • Pieter 14.12.2014 15:47
      Highlight Highlight Bravo dem stimme ich total zu.
    • Lowend 14.12.2014 15:58
      Highlight Highlight Mit deinen Ansichten würdet ihr gut zu den Islamischen Fundamentalisten passen, Angelo und Pieter. Die sagen in etwa das selbe über die Ungläubigen.
    • Cross 14.12.2014 16:42
      Highlight Highlight Genau und jedem Dieb die Hände abhacken. Die reaktionäre Rechte hat mit den islamischen Extremisten wohl mehr gemeinsam als ihnen lieb ist. Paradox?

  • Gibaue 14.12.2014 14:43
    Highlight Highlight Es ist klar, dass der Polizeivorsteher seine Mannen in Schutz nimmt, ist auch in Ordnung. Allerdings muss eine unabhängige Stelle schon noch untersuchen ob die Polizei nicht doch zu zurückhaltend reagiert hat. Bei all der Zerstörung finde ich die Aussage von Wolff, dass man "Schlimmeres" verhindert habe nämlich schon sehr blauäugig.
  • Donaldo Perez 14.12.2014 13:31
    Highlight Highlight Wo kann ich mich für den Job als professioneller Gewalttourist bewerben?

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