FDP
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Nationalrats-Vizepraesidentin Christa Markwalder waehrend der Debatte ueber die Revision des

Christa Markwalder im Nationalratssaal am 6. Mai 2015, dem Tag der NZZ-Enthüllungen über ihre umstrittene Interpellation bezüglich Kasachstan.  Bild: KEYSTONE

Die Rufmord-Kampagne gegen Christa Markwalder – eine Tragödie in 5 Akten

Die «Kasachstan-Affäre» um die designierte Nationalratspräsidentin ist zur «Markwalder-Affäre» geworden. Es geht längst nicht mehr um die Sache. Sondern um Auflage, Wählerstimmen und Frauen-Bashing.  



FDP-Nationalrätin Christa Markwalder hätte nächstes Jahr Nationalratspräsidentin und damit höchste Schweizerin werden sollen. Das wird nicht klappen. Die Geschichte einer Rufmord-Kampagne:

Prolog 

Februar 2012: Beim Bundesamt für Justiz, wenige 100 Meter hinter dem Bundeshaus an der Marzillistrasse, geht ein Rechtshilfegesuch ein. Der Absender ist Kasachstan, ein autokratisch geführtes Land in Zentralasien

Das Begehren: Untersuchung gegen und Auslieferung eines gewissen Viktor Chrapunov. Dieser, ein ehemaliger Vertrauter des kasachischen Staatschefs, habe mit krummen Immobiliengeschäften in Kasachstan 250 Millionen beiseite geschafft, die er nun in der Genfersee-Region mit weiteren Immobiliengeschäften wasche. 

Die Genfer Staatsanwaltschaft leitet ein Verfahren wegen Geldwäscherei gegen Chrapunov ein. 

1. Akt: Die Interpellation

Es ist der 21. Juni 2013. Eine Hitzewelle geht zu Ende, es gewittert heftig über Bern.

Christa Markwalder reicht am letzten Tag der Sommersession eine Interpellation, also eine einfache Frage an den Bundesrat, ein. Die Fragen sind im Kern: Wie sind die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Kasachstan? Inwiefern setzt sich die Schweiz im Demokratisierungsprozess des autoritär geführten Landes ein? Wie bekämpft die Schweiz Korruption in Kasachstan? 

Die entscheidende Frage ist die sechste und letzte: «Wie ist der Stand im Verfahren gegen Viktor und Leila Chrapunov, und inwiefern belastet dieser Fall die Beziehungen der Schweiz zu Kasachstan?» 

Wie verhängnisvoll diese letzte Frage für ihre politische Karriere zwei Jahre später sein würde, weiss Markwalder an diesem Freitag im Sommer 2013 noch nicht.  

Unter wolkenverhangenem Himmel verlässt sie das Bundeshaus. Die Hitze-Sommersession 2013 ist Geschichte. 

2. Akt: Der Gegenschlag

Im Sommer 2014 füllen sich irgendwo in Neuseeland die Server einer Filesharing-Seite mit Unmengen von Daten aus gehackten E-Mail-Konten. Empfänger und Absender der Mails sind der kasachische Generalstaatsanwalt und der angebliche kasachische Oppositionspolitiker Asat Peruaschew. 

Hacker, Anwälte, Detekteien von Ex-Geheimdienstlern, PR-Leute stehen in ihren Diensten. Und: Die Lobbyistin Marie-Louise Baumann, eine Freundin von Nationalrätin Christa Markwalder.

Auf dem russischen Blog kaza.wordpress.com kündigen Unbekannte schrittweise die Publikation der rund 48'000 E-Mails aus der kasachischen Führungsriege an. Die Urheber des Hacks sind Unbekannte aus dem Umfeld des Dissidenten Chrapunov, der in Genf festsitzt und das kasachische Lobbying in der Schweiz gegen ihn beenden will. 

Die veröffentlichten E-Mails von Peruaschev und dem Generalstaatsanwalt zeigen, mit welch unbeschränkten Mitteln die kasachische Führung gegen ihre Dissidenten im Ausland vorgeht. Hacker, Anwälte, Detekteien von Ex-Geheimdienstlern, PR-Leute stehen in ihren Diensten. Und: Die Lobbyistin Marie-Louise Baumann, eine Freundin von Nationalrätin Christa Markwalder. 

3. Akt: Die Bubenspielchen

Am 21. Januar 2015 publiziert die NZZ erstmals aufgrund der gehackten E-Mails aus der kasachischen Führungsriege. Gegenstand der Berichterstattung: Thomas Borer. Der Ex-Botschafter hat ein Mandat der Kasachen, um in Sachen Chrapunov Druck zu machen auf die Bundesanwaltschaft, auf die Verwaltung und auf den Bundesrat. Und zwar via Parlamentarier. Es ist auch gelistet, was Borer für seine Dienste kassiert: 30'000 Dollar pro Monat. 

Die Geschichte von Thomas Borer und Christian Miesch, die für 30'000 Franken pro Monat unter anderem Interpellationen schrieben und einreichten – versandet.

Markwalder Affäre Akteure

Bild: watson

Für diese Pauschale hat Borer dem SVP-Nationalrat Christian Miesch unter anderem* beim Formulieren einer Interpellation in Sachen Kasachstan «geholfen», wie er unumwunden zugibt. Das sei ganz normal. Die Interpellation, die Miesch in der Herbstsession 2014 eingereicht hat, ist um einiges deutlicher als diejenige Markwalders aus der Sommersession 2013. Dass Chrapunov unrechtmässig erworbenes Vermögen in Genf wasche, stellen Miesch/Borer als Fakt dar und fragen den Bundesrat, wann die Schweiz gedenke, Chrapunov seiner «gerechten Strafe» zuzuführen. 

Image

NZZ vom 21. Januar 2015. 

Auch Markwalder hat die Interpellation Miesch unterschrieben. Doch es passiert nichts weiter. Borer seift Journalisten ein, Miesch macht den zerknirschten Sündenbock. Die Medien haben derweil SVP-Agenda und Katastrophen zu berichten. Anfang Februar stellt der Bundesrat seinen Umsetzungsvorschlag für die Masseneinwanderungs-Initiative vor. Ende Februar gibt Roger Köppel seine Nationalratskandidatur bekannt, Anfang März sind Abstimmungen und Ende März stürzt eine German-Wings-Maschine ab.  

Zwar werden die Behörden wegen Borer* aktiv, aber das macht nichts. Die Geschichte von Thomas Borer und Christian Miesch, die für 30'000 Franken pro Monat unter anderem Interpellationen schrieben und einreichten, versandet

4. Akt: «7188.– für Vorstoss»

Marc Comina, welscher PR-Berater von Viktor Chrapunov und Ex-FDPler, hat sein Ziel verfehlt. Mit der Borer-Enthüllung ist es nicht gelungen, das Lobbying des kasachischen Regimes gegen seinen Klienten in Verruf zu bringen und damit abzustellen. Die Borer-Geschichte hat schlicht zu wenig Schaden angerichtet. 

Im zweiten Anlauf gelingt es. Comina hilft der NZZ eine weitere Serie von E-Mails auszuwerten und zur Geschichte zu machen. Diesmal ist die Ausgangslage für ein spannendes Drama vielversprechender. Involviert sind eine renommierte PR-Firma, die Grand Old Lady des Lobbyismus im Bundeshaus und die hübsche junge designierte Nationalratspräsidentin der FDP

Im Gegensatz zu Miesch und Borer haben alle drei noch einen Ruf zu verlieren.

Falls nicht irgendeine Flugzeug-, Natur- oder sonstige Katastrophe dazwischenkommt, sind jetzt alle Zutaten für eine grosse Rufmord-Kampagne beisammen. Denn mit dem E-Mail-Verkehr zwischen Lobbyistin Marie-Louise Baumann und den Kasachen (siehe Infografik) kann Comina den Journalisten bis auf den Rappen genau sagen, was Baumann für Formulierung und Einreichung der Interpellation Markwalder verrechnet hat: 7188 Franken und 48 Rappen. 

Nun steht Markwalder schon mit dem Rücken zur Wand. Innerhalb zweier Tage ist sie als bestechlich, lügnerisch und ignorant gebrandmarkt worden.

Am 6. Mai 2015 publiziert die NZZ den Artikel, der Markwalder das Amt als Nationalratspräsidentin kosten dürfte. Aus dem NZZ-Titel «Der lange Arm der Lobbyisten ins Bundeshaus» wird bei den Onlinemedien rasch «Kasachen zahlten 7000 Fr. für Markwalder-Vorstoss»

Markwalder, offenbar nicht darüber im Bild, was Burson-Marsteller-Lobbyistin Marie-Louise Baumann mit den Kasachen alles besprochen hat, reagiert verständnislos und fragt: «Wo ist die Geschichte?» Marie-Louise Baumann behauptet, Markwalder habe alles gewusst. Der «Blick» titelt: «Wer lügt in der Kasachen-Affäre?» 

Nun steht Markwalder schon mit dem Rücken zur Wand. Innerhalb zweier Tage ist sie als bestechlich, lügnerisch und ignorant gebrandmarkt worden. Ihr Fall ist – anders als der von Borer und Miesch – zur «Affäre» geworden. «Affäre» ist ein mediales Perpetuum mobile und wer in dessen Zentrum steht, kommt nie sauber raus. Die Wahrheit interessiert im Nachhinein niemanden mehr. 

Derweil portraitiert der «Blick» die «Kasachen-Markwalder» als trinkende, rauchende und verruchte Pool-Partys schmeissende Festnudel. 

Mangels alternativer News-Grossereignisse und wegen guter Reichweiten im Onlinebereich müssen «Tages-Anzeiger», NZZ, «Blick» und «20 Minuten» als Print- und Online-Leitmedien die «Affäre Markwalder» weiterziehen. Nachdem die Geschichte am Mittwoch, 6. Mai, losgeht, stampfen die Tageszeitungen Doppelseiten aus dem Boden, sämtliche Newsportale, TV- und Radiosender walzen die «Affäre Markwalder» mangels Zeit für Recherche mit Allgemeinplätzen zu Lobbying und Kommentaren über den Schaden für die Schweiz aus. 

Derweil portraitiert der «Blick» die «Kasachen-Markwalder» als trinkende, rauchende und verruchte Pool-Partys schmeissende Festnudel.  

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Die Meldung der NZZ zwei Tage später, dass sich Borer-Freund und SVP-Nationalrat Miesch sowie FDP-Nationalrat Walter Müller für über 60'000 Franken haben Reislein nach Kasachstan bezahlen lassen, knirschen die beiden routiniert weg. «Tut mir leid», «Im Nachhinein ungeschickt», «Transparenz sicher ungenügend», heisst es. 

Die beiden entgehen übermässigem Bashing: Am Donnerstag sind für die EU wegweisende Wahlen in England, was die Kommentatoren in den Medien am Freitag und Samstag etwas absorbiert.

5. Akt: Rette sich, wer kann!

Dann lassen die «SonntagsZeitung» und der «Sonntagsblick» die nächste vermeintliche Bombe platzen. Markwalder habe «Geheimnisse» aus der Aussenpolitischen Kommission «an Kasachstan verraten», so die Headline der «SonntagsZeitung» am 10. Mai.

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«SonntagsZeitung» vom 10. Mai 2015: gut zugespitzt.

Markwalder hatte die Antworten des Bundesrates auf eine Kommissions-Interpellation an Marie-Louise Baumann weitergereicht. Diese schickte sie nach Kasachstan. Die Antworten des Bundesrates auf die zwei Fragen, die Kasachstan und wiederum das Verfahren Chrapunov betreffen, könnten nichtssagender nicht sein. Auch wenn Markwalder damit das Kommissionsgeheimnis vermutlich verletzt hat, handelt es sich um einen Dutzendvorgang, der es unter normalen Umständen nie auf die Titelseite irgendeiner Zeitung schaffen würde.   

Doch nun bricht Panik aus. Zumindest bei FDP-Parteipräsident Philipp Müller. Die «Affäre Markwalder» droht den schönen Aufwärtstrend der Partei kaputt zu machen, deren Image er seit den letzten Parlamentswahlen vor vier Jahren in mühsamer Medienkleinarbeit vom suspekten Filz-Freisinn zum properen Werkplatz-Freisinn geredet hatte. Nach einer ausserordentlichen Sitzung der Parteileitung am 11. Mai zahlt Walter Müller – vom Parteipräsidium «gerügt» – sein Kasachstan-Reislein selbst, Markwalder kriecht noch am selben Tag in einem Exklusiv-Interview mit dem «Blick» zu Kreuze und Marie-Louise Baumann, über 20 Jahre lang selbst im FDP-Sekretariat tätig, entschuldigt sich öffentlich. Die FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger verlangt von Baumann mit sofortiger Wirkung das Besucherbadge für die Wandelhalle im Bundeshaus zurück. 

Die Sonntagszeitungen bemühen das letzte Aufgebot in einer Geschichte, aus der nichts mehr herauszuholen ist: Kläger, Anzeige, Verfahren.

Doch der Befreiungsschlag gelingt nicht. Es folgt eine kurze, newsarme Auffahrtswoche. Die Leitmedien treiben die Lobbying-Debatte auf der Metaebene weiter und die Sonntagszeitungen bemühen das letzte Aufgebot in einer Geschichte, aus der nichts mehr herauszuholen ist: Kläger, Anzeige, Verfahren. 

SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, der sich laut eigenen Angaben rund drei Millionen Franken für seine wissenschaftlichen Unternehmungen von Krankenversicherern und Pharmaindustrie hat bezahlen lassen, kündigt in der «SonntagsZeitung» an, dass er Markwalder bei der Bundesanwaltschaft wegen Verletzung des Kommissionsgeheimnisses anzeigen werde, sollte das niemand anderes tun. 

Die «Schweiz am Sonntag» schreibt die bisherige Bilanz aus der «Affäre Markwalder» gleich auf den Titel: «Es wird eng».

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«Schweiz am Sonntag» vom 17. Mai 2015: Haarscharf analysiert.

Und Philipp Müller? In Erwartung weiterer Sonntagszeitungs-Aktivitäten lässt FDP-Präsident Philipp Müller Markwalder fallen. «Das entscheide nicht ich, das wird das Parlament entscheiden», sagt er am Samstag auf die Frage, ob Markwalder noch Nationalratspräsidentin werden könne. Und: «Mein Job ist es, die Interessen der Partei zu vertreten – und Schaden von ihr abzuwenden. Ich werde, um dieses Ziel zu erreichen, keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten von einzelnen Personen nehmen.»

Epilog

Am 1. Juni hört das Nationalratsbüro Christa Markwalder in der Sache der herausgegebenen Kommissions-Antwort an. Bis dahin sind Markwalder die Hände gebunden. In diesen zwei Wochen und auch darüber hinaus wird mit ihrer «Affäre» Wahlkampf betrieben.  

Die FDP droht als Aufsteigerin der letzten kantonalen Wahlen auf Kosten anderer bürgerlicher Parteien zu gewinnen. Und solange die Lobbying-Debatte in den Medien weitergeführt wird, zeigen sämtliche bürgerlichen Politiker und deren Lobbyisten mit dem Finger und jedem noch so kleinen Beitrag an die journalistische «Recherche» in Richtung Markwalder. 

Die politischen Gegner der FDP schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie schaden der politischen Konkurrenz und deren Aushängeschild. Und niemand spricht von ihren eigenen Lobbying-Verfehlungen.

* Korrekturen: In der ursprünglichen Fassung dieses Artikels fehlte das «unter anderem». Falls dadurch der Eindruck entstanden sein sollte, Borer habe für die Interpellation Miesch eine Pauschale von 30'000 Dollar verrechnet, wäre dies falsch. Die 30'000 Dollar pro Monat verrechnete Borer für alle seine Dienstleistungen für das kasachische Justizministerium.

Ebenso hiess es in der ursprünglichen Fassung, statt «wegen» seien die Behörden «gegen» Borer aktiv geworden. Das ist falsch, Bundesanwalt Lauber hat wegen Borers Mails abklären lassen, ob eine Untersuchung eingeleitet werden müsse. Wir bitten um Entschuldigung für diese Ungenauigkeiten. 

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50Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • reputationsprofi 24.08.2015 11:18
    Highlight Highlight Danke watson. Ein sehr guter objektiv recherchierter Chronologiebericht des Causa Markwalder. Die Strategie der FDP sehe ich gleich.

    Markwalder ist nicht unschuldig, aber sie wurde mit der Zeit zum Sündenbock konstruiert. Unbedingt brauchte die Korruptions - Lobby... pardon, ich meine natürlich den Lobbyistenverband, eine starke Ablenkung, damit das Thema Lobbyismus und Korruption in den Medien gar nicht erst aufgenommen wurde... Frau Nationalrätin Markwalder kam da sehr gelegen und ist eine dankbare Ablenkung vom eigentlichen Übel. Dieses Geschäft verstehen Burson Marsteller und Co.
  • whatthepuck 25.05.2015 09:32
    Highlight Highlight Spannend! Liest sich wie ein Krimi.

    Als "Feinde", die sich auf Markwalder stürzen, kann man, so wie es oben geschrieben steht, aber hauptsächlich die Medien ausmachen. Ohne Beweise für das Gegenteil muss man davon ausgehen, dass dies zufällig so geschah - obwohl man sich denken könnte, dass die Medien ihre Prioritäten nicht ohne weiteres Zutun von aussen so gegen Markwalder gesetzt haben.

    Aber letztlich bleibt Lobbyismus halt korrupt, insofern selbst Schuld!
  • manhattanportage 23.05.2015 21:15
    Highlight Highlight grossartiger bericht, weitsichtige perspektive. danke
  • krisenmanager 20.05.2015 01:14
    Highlight Highlight Trotz der guten Recherche bleibt Lobbyismus korrupt. Dort muss man ansetzen, alles andere ist Ablenkung.
  • papparazzi 20.05.2015 01:01
    Highlight Highlight Lobbyismus ist trotzdem getarnte Korruption. Ob jetzt eine Medienkampagne sachlich oder persönlich geführt wird. Frank Underwood hätte seine helle Freude an diesen Ablenkungsmanövern! So muss man es machen, wenn man vom eigentlichen Problem des korrupten Lobbyismus in der Schweiz ablenken möchte. n-tu (csc)
  • Armando 19.05.2015 18:07
    Highlight Highlight Ich habe kein Verständnis dafür, dass hier in diesem Artikel Frau Markwalder die Rolle des armen Opfers zugewiesen wird. Wenn Frau Markwalder tatsächlich so naiv ist, ihrer Parteifreundin Baumann und kasachischen Diktatoren auf den Lobbyismus-Leim zu kriechen, dann ist sie selber schuld und beweist damit, dass sie als NR-Präsidentin unbrauchbar ist. Sie spielt die Rolle des unschuldigen Opfers, das sie nicht ist, ziemlich perfekt. Doch sagt sie wohl nur die halbe Wahrheit.
  • nimmersatt 19.05.2015 15:54
    Highlight Highlight Es scheint mir doch sehr interessant, dass ihr für derartigen Journalismus - den ich nur gutheissen kann - immer sehr viel Lob einheimst, die generelle Berichterstattung als Gesamtbild meist aber journalistisch mager ausfällt.

    Ich kann mir das bloss dadurch erklären, dass ihr die Leserbedürfnisse eher quantitativ (Klicks etc.) bewertet als qualitativ (konkrete Rückmeldungen als Kommentare oder direkt) ODER dass ihr schlichtweg nich über die notwendigen Mittel verfügt.

    Ich fände es im Anschluss an einen solch wertvollen Beitrag, der den Schuss auf die Person enttarnt, sehr angebracht nun die wichtige (meta-) Frage nach den strukturellen Bedingungen des Lobbismus in der Politik zu stellen. Gerade da der Schuss auf die person politisch oft dazu verwendet wird, die systemfragen zu verhindern.

    Follow the money!
  • urano 19.05.2015 14:53
    Highlight Highlight am schlechtesten im ganzen theater sieht der präsident aus
  • goschi 19.05.2015 14:33
    Highlight Highlight Danke Watson, für diese saubere, sachliche und angenehm unaufgeregte Aufarbeitung der Geschichte.

    Genau solche Artikel machen den Unterschied und euch sehr sympathisch, danke dafür und mehr davon.
  • der nörgler 19.05.2015 14:24
    Highlight Highlight Rufmord, laut wikipedia so definiert:

    Rufmord bezeichnet: das Aufstellen ehrverletzender Behauptungen über eine Person, obwohl bekannt ist, dass sie unwahr sind, siehe Verleumdung

    ich kann bei allem wohlwollen keinen Rufmord entdecken. Denn, was sich abgespielt hat scheint wahr zu sein.
    • dickmo 19.05.2015 15:16
      Highlight Highlight Christa Markwalder hat keinen Vorstoss eingereicht für 7000ungrad Franken. Christa Markwalder hat keine Kommissionsgeheimnisse an Kasachstan verraten. Christa Markwalder hat nicht gelogen. Jedenfalls nicht nach jetzigem Kenntnisstand. Trotzdem wurde ihr das verschiedentlich implizit oder explizit sogar auf Titelseiten unterstellt. Das ist Rufmord.
    • der nörgler 19.05.2015 15:20
      Highlight Highlight Christa Markwalder hat keinen Vorstoss eingereicht für 7000ungrad Franken: hat niemand behauptet.
      Christa Markwalder hat keine Kommissionsgeheimnisse an Kasachstan verraten.: nein aber an jemanden, der es an kasachstan verraten hat. also unerheblich.
      Christa Markwalder hat nicht gelogen: kann man so sehen, ich seh's anders.
    • dickmo 19.05.2015 15:58
      Highlight Highlight Wenn man Dinge auf Titelseiten schreibt, sind Details nicht unerheblich. Sie müssen stimmen. Und Markwalder hat keine Geheimnisse nach Kasachstan verraten. Das war Marie-Louise Baumann. Die Headline "Kasachen zahlten 7000 Fr für Markwalder-Vorstoss" impliziert klar, sie sei käuflich. Und wo sie gelogen haben soll, erschliesst sich mir nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 19.05.2015 13:27
    Highlight Highlight Hier noch ein kleiner Link, wie andere Nationalräte, inklusive Mörgeli mit dem Kommisionsgeheimnis umgehen und sich und ihren Familien dabei sogar finanzielle Vorteile verschaffen, aber offensichtlich ist auch diese Geschichte im Sand verlaufen, denn man hat seither nichts mehr darüber gehört. Rime ist vermutlich einfach in der richtigen Partei und hat die richtige antieuropäische Gesinnung, um nicht belangt zu werden.

    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/ExBundesratskandidat-Rime-unter-Verdacht/story/17193359
  • Thomas_v_Meier 19.05.2015 13:12
    Highlight Highlight Schön das Ihr Mörgeli erwähnt, da war doch was vor einiger Zeit als er Kommissons Geheimnisse an die Presse weitergab.
    Damals als Couchpain ein Mörgeli - Mengele Versprecher hatte....
    Ausser einer Rüge gab es nichts oder?
  • Angelo C. 19.05.2015 13:11
    Highlight Highlight Ich glaube schon auch, dass dieser spezifischen Sache eine etwas zu grosse Bedeutung (Mörgeli) beigemessen wird und Sprüche von "Nachrichtendienst oder gar Spionage und Verrat" massiv übertrieben sind. Dessen ungeachtet wird die Angelegenheit Christa Markwalder politisch beschädigen, das scheint gewiss. Ihr Haltung war unseriös und unstatthaft, dies im Zusammenspiel mit ihrer Freundin Brunner - das schleckt keine Geiss weg. Was aber viel mehr zu denken und Anlass zum reagieren gibt, ist diesen Lobbyisten-Stall des Augias endlich mal gehört auszumisten und absolute Transparenz darüber zu schaffen "wer mit wem", vor Allem aber auch, wer die pro Parlamentarier zwei zu vergebenden Lobbyisten-Karten für das Bundeshaus, für die darauf folgenden Machenschaften in der Wandelhallen, desselben erhält....
  • Thomas Binder 19.05.2015 13:09
    Highlight Highlight Wegen derartiger Glanzstücke inmitten des üblichen Medienmülls mag ich Watson.
  • länzu 19.05.2015 12:56
    Highlight Highlight Wenn man eine Windfahne wie Philipp Müller als Präsident hat, braucht man keine politischen Gegner mehr. Unglaublich, wie der sich benimmt. Sogar die politichen Gegner sind zurückhaltender im ton, weil sie genau wissen, dass in ihren Reiehn solche Sachen auch bereits vorgekommen sind oder vorkommen könnten.
    • herschweizer 19.05.2015 13:07
      Highlight Highlight gut recherchiert... so funktioniert Politik
    • cassio77 19.05.2015 15:54
      Highlight Highlight ach länzu. philipp müller konnte in Deinen augen nur falsch handeln. hätte er sie nicht gerügt,hättest Du ihm dies vorgeworfen, unterstellt, dass dies bei der fdp gang und gäbe is, womit er sie gar nicht rügen könne. jetzt hat er klartext gesprochen, aber auch das ist nicht recht. diese politischen spielchen kenne ich allzu gut, denn ich spiele sie auch!
  • superzonk 19.05.2015 12:35
    Highlight Highlight Toll geschrieben. Ohne jegliche Anfeindungen, mit klarer Botschaft und Darstellung der effektiven Verhältnisse. Solche Artikel unterscheiden watson vom Rest.
    Dieser Artikel bestätigt mein grundsätzliches Empfinden in dieser Sache. Was mich an dieser "Affäre" etwas überrascht ist, wie viele offenbar davon überrascht sind, dass es Lobbying gibt oder so betrieben wird...
    Ich glaube ich nicht, dass dies der FDP schaden wird. Aufgeschlossene Bürger und Wähler wissen wie Politik funktioniert. Und können sehr wohl einschätzen und differenzieren, welche Parteien sich für was einspannen lassen.
  • 's all good, man! 19.05.2015 12:32
    Highlight Highlight Super Artikel, vielen Dank dafür.

    Wirklich unglaublich, was aus dieser Nicht-Story gemacht wurde. Dass gerade eben wieder ein Dokument aus einer NR-Kommission den Medien zugespielt wurde (»Wunschliste« von Maurer Uelis VBS), scheint irgendwie auch niemanden so wirklich zu interessieren (ausser dem Inhalt)...
    User Image
  • D. Wright 19.05.2015 12:15
    Highlight Highlight Soll der Artikel zeigen, wie sehr Worte beinflussen können? An den Fakten hat sich doch nichts geändert. Plözlich haben aber alle Mitleid mit ihr im Sinne von "es war doch nur ein bisschen Lobbyismus", "jeder macht Fehler", "das machen doch eh alle"
    und sonst gehts noch gut?
    • Sapere Aude 19.05.2015 12:54
      Highlight Highlight In diesem Artikel geht es ja gerade nicht darum Mitleid zu heischen, Markwalders Verhalten wird ja nicht entschuldigt, es wird die Frage aufgeworfen, warum ein vergleichsweise kleiner Fall so aufgebläht wird. Das unterscheidet Watson von anderen Plattformen, weil hier auch nicht Mainstreammeinungen dargestellt werden. So stelle ich mir guten Journalismus vor, einer der kritisch ist und versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Eben im Sinne der vierten Gewalt im Staat. Lobyismus ist eine Realität und es ist nicht der erste Fall. Der im Artikel genannte Fall Borrer ein anderer oder dasjenige bei der Grippenabstimmung sind nur weitere Beispiele. Ich finde Markwalders Verhalten auch nicht richtig, trotzdem stosse ich mich an der Heuchlerei mancher Medien und Politiker, die jetzt eine grosse Sache machen. Da würde ich es mit eher wünschen, dass Politiker von sich aus ihre Interessensverbindungen offenlegen, so wie es manche linke Politiker machen. Es ist ja auch spannend, dass die grösste Kritik aus dem eigenen Lager kommen und die SP verhältnismässig ruhig ist. Gerade sie könnte ein bischen Schub gebrauchen, wenn man die Kantonalen Wahlen anschaut.
    • D. Wright 19.05.2015 13:47
      Highlight Highlight Viele Kommentare hier sagen mir was anderes.
      Auch wenn der Artikel als Medienkritik aufgesetzt wurde, macht er in den Köpfen der Leute die Medien zu den Tätern und Markwald zum Opfer. Und in diese Rolle gehört sie definitiv nicht.
      Das Watson das zurzeit qualitativste und investigativste/ehrlichste Online Medium der Schweiz ist steht ausser Frage. Nur ist das leider keine grosse Errungenschaft, bei der Medienlandschaft die wir in der Schweiz haben.
      Trotzdem interessanter Artikel, aber eben wohl mit der falschen Wirkung.

      Peace.
  • Raro Wetzel 19.05.2015 12:10
    Highlight Highlight "für über 60'000 Franken haben Reislein nach Kasachstan bezahlen lassen" Hä? "... haben Reislein [...] bezahlen lassen" Da ist wohl vor lauter Verniedlichung die Grammatik vergessen gegangen. Ein Reislein für 60'000 Fränkli. Nicht schlecht!
  • Nummer 83 19.05.2015 12:00
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel, danke!
  • retosch 19.05.2015 11:55
    Highlight Highlight Erhellend und ernüchternd wie die Medien einander nachlaufen. Wenigstens ein Medium schert aus der Herde aus. Danke Watson.
  • Sapere Aude 19.05.2015 11:43
    Highlight Highlight Ein Lehrstück des sogenannten turkeyshooting. Danke für diese Analyse, die Linken lachen sich gerade ins Fäustchen, wie sich die Bürgerlichen selbst zerfleischen. CM ist bei weitem nicht de einzige Fall und sicher nicht der schlimmste, dass sie jetzt so viel mag unfair erscheinen, weil es den meisten um Eigeninteressen geht und nicht um die Sache an sich. Trotzdem erachte ich es als wichtig, dass das Thema Lobbying in der Öffentlichkeit diskutiert wird und mehr Transparenz geschaffen wird. Interessanterweise kommen Vorstösse gerade aus rechtsbürgerlichen Kreisen, wo ich mich schon frage wie ernst die gemeint sind bzw. ich glaube dass es nur darum geht die momentane Diskussion auszunutzen um sich selbst zu profilieren.
  • sauronswiss 19.05.2015 11:27
    Highlight Highlight Danke. Qualitätsjournalismus und Leitmedien sind nicht das selbe.
    Ich hoffe Watson kann das in Zukunft kombinieren. Ein Leitmedium seit ihr ja (noch) nicht.

    Ich sehe das wie Markwader : "Wo ist die Story?"
    - Die Interpellation ist öffentlich einsehbar.
    - Sie hat kein Geld erhalten.
    - Die Interpellation ist harmlos.

    Und diese Sache mit dem Kommissionsgeheimnis... Wenn Markwalder dafür bestraft werden sollte, müsste ja man das ganze Parlament und eine Horde Beamte einbuchten.

    Die Story an sich hat keine Relevanz.
    Sie sagt aber viel aus über die Verbindung von Medien, Politiker und Lobbyisten (bzw. PR-Leute).

    Lobbyismus ist sehr wichtig für eine Demokratie. Man muss sich nicht verunsichen lassen von Menschen die unser politisches System nicht im Ansatz begriffen haben.
    Das grösste Problem ist die Medienberichterstattung.
    Journalismus findet man selten und wenn, meist aus Lokalredaktionen oder youtube
    ( Bspw.: Tilo Jung) .

  • TheRabbit 19.05.2015 11:08
    Highlight Highlight Diese Geschichte fühlt sich wie ein Plan von Frank Underwood (House of Cards) an.
    Vielen Dank Watson, dass ihr uns zum Nachdenken anregt!
    • _stefanzweifel 19.05.2015 13:35
      Highlight Highlight Jemand sollte mal das Intro von HoC in Bern aufzeichnen. Dann kann das schneiden losgehen :)
  • azim 19.05.2015 11:07
    Highlight Highlight Danke Watson, super Bericht!
  • IMaki 19.05.2015 11:06
    Highlight Highlight Hervorragende journalistische Leistung. Watson sei Dank!
    Qui bono? Es ist noch nicht zu spät, die Heuchler und Scheinheiligen ans Licht zu zerren, die sich mit einer widerlichen Rufmord-Kampagne ihren eigenen Sessel sichern möchten. Aber wahrscheinlich erwartet uns bei der nächsten gebührenfinanzierten Giaccobo-Müller-Weichspühle ein Gipser aus Reinach als Stargast, dem mit der üblichen servilen Kumpanei über den Berg geholfen werden soll. Und von den Bauern-, Krankenkassen- und Chemie-Lobbyisten spricht natürlich keine Sau.
  • alex DL 19.05.2015 10:56
    Highlight Highlight Danke Watson. Danke. Einmal mehr.
    • dickmo 19.05.2015 11:53
      Highlight Highlight Pleasure.
  • teha drey 19.05.2015 10:52
    Highlight Highlight Wow! Every story has its two sides! - Wenn das jetzt die zweite Seite der Geschichte ist, dann ist das eine wirklich gut gemachte Abhandlung der Geschichte und wirft - absurderweise - ein fahles Licht auf die Online- (und Print-) Medien. Wie auch immer: spannend zum Lesen.
  • Lowend 19.05.2015 10:52
    Highlight Highlight Und das Sahnehäubchen für die verlogenen Politiker von FDP und SVP ist es, dass sie so eine pro-europäisch denkende Nationalratspräsidentin verhindern konnten. Ich möchte gar nicht wissen, wer da im Hintergrund an den Fäden ziehen liess, denn diese ganze "Affäre" wirft auch ein sehr schlechtes Licht auf unsere Leihmäähdien... aäh Entschuldigung Leitmedien und es fällt langsam auf, warum gewisse Oligarchen alle Zeitungen aufkaufen, denn die Zahl der medialen Hinrichtungen von Politikern, Nationalbankern und sonstigen, missliebigen Menschen wächst langsam bedrohlich an, so dass alle Angst haben.
  • Joshzi 19.05.2015 10:48
    Highlight Highlight Ich glaube, so einfach ist es nun auch wieder nicht ganz. Zum Rufmord würde gehören, dass die Behauptungen nicht wahr sind. Bloss, weil das scheinbar jeder so macht, das scheint mir nicht ausreichend Grund dafür zu sein, Frau Markwalder als reines Opfer darzustellen. Dass nur sie im Fokus steht und dass man nicht endlich diesem unsäglichen Lobbyismus einen Transparenzriegel vorschieben will, das sollte die Empörung sein, meine ich.
  • pipapo_ 19.05.2015 10:46
    Highlight Highlight Das ist eine journalistische Glanzleistung. Ich bin echt beeindruckt: Kurz, knackig, verständlich, ein bisschen Sarkasmus und gut recherchiert. Der Autor hat den Blick hinter die Schlagzeilen dem Leser hervorragend näher gebracht...
    Bravo und weiter so...
    • dickmo 19.05.2015 11:52
      Highlight Highlight Vielen Dank. Wir bleiben dran.
  • Ni De 19.05.2015 10:43
    Highlight Highlight Das Problem ist doch klar: Markwalder hat sich mit ihrem EU-Turbo viele Feinde auf der Bürgerlichen Seite geschaffen. In einer solchen Lage darf man sich keine PR Fehler leisten, da diese sofort ausgeschlachtet werden. Persönlich muss ich sagen, dass ich auch froh wäre um einen EU-Turbo weniger. Schade um die sonst kompetente Politikerin.
  • Ni De 19.05.2015 10:35
    Highlight Highlight Und weshalb ist die Kritik an Markwalder nicht berechtigt? Die Frage, welche eigentlich gestellt werden müsste: Warum passiert mit Miesch nicht?
    • dickmo 19.05.2015 11:22
      Highlight Highlight Weil Miesch Ende Legislatur ohnehin zurücktritt, vermut ich mal.
  • Sveitsi 19.05.2015 10:34
    Highlight Highlight Danke für eine andere Sichtweise!
  • Thomas F. 19.05.2015 10:29
    Highlight Highlight Sehr gute Analyse und Artikel. Ein Lehrstück, wie Medien funktionieren und ohne Rücksicht eine Moral transportieren, wo es nicht mehr um die Sache sondern um Personen geht. Dies ist auch ein Grund, weshalb immer weniger Leute Zeitung lesen.

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