Gender

Charlotte Roche: «Mit den Rollenbildern von Frauen passiert gerade was»

02.10.15, 11:37 02.10.15, 11:48

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Als Mutter hat man in Deutschland glücklich zu sein – oder? Charlotte Roche wendet sich mit ihrem neuen Roman «Mädchen für alles» gegen Konformitätsdruck. Im neuen «Spiegel» sagt sie: «Mit den Rollenbildern von Frauen passiert gerade was.» Und über ihren neuen Roman «Mädchen für alles». «Es hat unfassbar Spass gemacht, das Böse abzufeiern und richtig gewalttätige Szenen zu schreiben.»

Charlotte Roche gilt als Vertreterin des Post-Feminismus oder auch des Sex-positiven Feminismus.
Bild: AP dapd

In dem Buch geht es um eine Frau, die scheinbar alles hat und dabei doch langsam durchdreht. Der Gedanke an Gewalt sei einfach entlastend, weil man sich als Frau und Mutter sonst immer so vorbildlich verhalten müsse, sagt die frühere Moderatorin. Roche wendet sich gegen das Klischee von der glücklichen Mutter. Diskussionen über dieses Thema seien in Deutschland einfach erdrückend: Niemand sage einem, wie «unfassbar anstrengend es ist, Mutter zu sein».

Roche spricht über Serienfiguren wie Carrie Mathison aus «Homeland» oder Saga Norén aus «Die Brücke» als Vorbilder für neue Frauenrollen. «Carrie Mathison ist zehnmal verrückter als alle Frauen, die ich kenne, und alle mögen die. Es entstehen neue Standards von Verrücktsein und Attraktivität.» Sie schaue viele Fernsehserien. «Ich gucke ohne Probleme vier, fünf Stunden am Tag. Im Grunde habe ich alles, was sehenswert ist, schon zu Ende geguckt.»

Und zu der Frage, warum sie diesmal über eine lesbische Beziehung schreibe, sagt die Autorin: «Es gibt auch heutzutage noch einen ganz schönen Druck, den Normen zu entsprechen. Wenn jemand zu mir sagen würde: ‹Sag mal, was du bist›, würde ich nicht sagen, dass ich total hetero bin.»

Charlotte Roche spricht in «Kulturzeit» über die Verfilmung ihres Erfolgsromans «Feuchtgebiete».
YouTube/Eno Netrem

Auch der Nachfolger «Schossgebete» kam in die Kinos. Hier der Trailer.
YouTube/NEWS-on-Tour

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