Gender

Thema zu heikel

Katholische Schule entzieht Ellen Page und Julianne Moore die Dreherlaubnis – weil sie ein lesbisches Paar spielen

Dreharbeiten an der Salesian High School? Kein Problem! Es sei denn, im Film geht es um den Kampf eines gleichgeschlechtlichen Paares für seine Rechte. Dann verzichtet die katholische Jungenschule lieber auf Starbesuch. 

23.10.14, 13:48

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Julianne Moore und Ellen Page müssen sich für einige Szenen ihres neuen Films einen anderen Drehort suchen. Die Salesian High School, eine katholische Jungenschule in New Rochelle im US-Bundestaat New York, hat die Zusage zurückgezogen, als Kulisse für den Film «Freeheld» zur Verfügung zu stehen. Offenbar war der Schulleitung das Thema zu heikel.

In dem Film spielt Moore eine Polizistin, die im Sterben liegt. Sie und ihre Partnerin (Page), eine Automechanikerin, wollen eine eheähnliche Lebensgemeinschaft eintragen lassen, damit die Mechanikerin nach dem Tod der Polizistin Anspruch auf deren Pension hat. Die Schule sollte in dem Film das Rathaus einer Stadt in New Jersey sein.

«Sie haben uns wegen des Themas abgewiesen», sagte Produzent Michael Shamberg dem «Hollywood Reporter». Mit anderen Video- und Werbedrehs habe die Schule keine Probleme gehabt. Shamberg wandte sich in einer E-Mail an Schulleiter John Flaherty. In dem Film gehe es «nicht um die Homo-Ehe, noch versuchen die Frauen, zu heiraten. Es geht darum, die Würde einer Frau anzuerkennen, die eine tapfere Staatsdienerin war».

«Dass unserem Film wegen des Themas – der Kampf eines gleichgeschlechtlichen Paares um seine Rechte – der Zugang zu dem Drehort untersagt wurde, zeigt, wie wichtig es ist, dass diese Geschichte erzählt wird», sagte Kelly Bush, eine andere Produzentin. Bislang gab es von der Schule keine Reaktion.

Page hatte erst im Februar ihre Homosexualität öffentlich gemacht. Als Reaktion auf die Entscheidung der Schule twitterte sie, es mache sie traurig, wenn Religion benutzt werde, um Bigotterie zu rechtfertigen.

«Freeheld» basiert auf dem Leben von Laurel Hester. 23 Jahre arbeitete sie als Ermittlerin in New Jersey. Mit ihrem Wunsch, ihre Pensionsansprüche auf ihre Partnerin zu übertragen, machte sie 2006 in den USA landesweit Schlagzeilen. Hester war unheilbar an Krebs erkrankt. Zunächst wurde ihr Wunsch von den Behörden nicht erfüllt – später revidierten sie ihre Entscheidung.

(ulz)

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