Gesellschaft & Politik

Blutiger Sonntag in Afghanistan

Um die 50 Tote bei Anschlag auf Volleyballturnier

23.11.14, 17:06 23.11.14, 17:32

Bei einem Selbstmordanschlag an einem Volleyballturnier im Osten Afghanistans sind am Sonntag etwa 50 Menschen getötet worden. Der Attentäter habe sich inmitten der Zuschauer in die Luft gesprengt, teilte der Vize-Gouverneur der Provinz Paktika, Attaullah Fasli, mit.

Etwa 60 Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben des Vize-Gouverneurs waren mehrere Beamte der Provinzverwaltung und der Polizeichef unter den Besuchern. 

Bei den Opfern handelte es sich nach Angaben der lokalen Behörden vor allem um Zivilisten. Der Anschlag ereignete sich im Distrikt Yahya Khail in der an Pakistan grenzenden Unruheprovinz.

Wiederholt Anschläge auf Sportveranstaltungen

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani verurteilte die Tat, zu der sich zunächst niemand bekannte. Die radikalislamischen Taliban hatten in der Vergangenheit wiederholt Anschläge auf Sportveranstaltungen verübt.

So hatte sich am Neujahrstag 2010 ein Attentäter mit einem Kleintransporter voller Sprengstoff auf einem Sportplatz im Nordwesten Pakistans in die Luft gesprengt, während dort ein Volleyballspiel zwischen zwei Dorfmannschaften stattfand. Damals waren hundert Menschen getötet worden, zahlreiche Häuser in dem Dorf Shah Hasan Khan stürzten ein und begruben ihre Bewohner unter sich.

In Paktika waren Mitte Juli mindestens 89 Menschen bei einem Sprengstoffanschlag auf einem belebten Markt ums Leben gekommen. Damals war ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Menge gerast und zwischen den Ständen explodiert.

Abkommen gebilligt

Das Unterhaus des afghanischen Parlaments hatte am Sonntag zwei Abkommen gebilligt, die die Stationierung von Soldaten der NATO und der USA über den Jahreswechsel hinaus ermöglichen sollen.

Zum Jahresende läuft in Afghanistan der Kampfeinsatz der internationalen Truppen aus. Ab 2015 sollen ausländische Soldaten die afghanischen Sicherheitskräfte nur noch beraten und ausbilden. Die NATO-Nachfolgemission «Resolute Support» sieht die Stationierung von rund 12'500 Soldaten im kommenden Jahr vor.

Im Vorfeld des Abzugs haben die Anschläge in Afghanistan wieder zugenommen. Die radikal-islamischen Taliban waren 2011 von den US-geführten Truppen gestürzt worden. (sda/reu/dpa)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Kritik an Obama nach Bergdahl-Befreiung

«Die Freude ist plötzlich gar nicht mehr so gross»

Die Befreiung der Taliban-Geisel Bergdahl wird für US-Präsidenten Obama zum Problem. Ex-Soldaten schmähen Bergdahl als Deserteur, Senatoren und die Familien anderer Entführter kritisieren den Gefangenenaustausch. Was lief schief?

Eigentlich sollte es ein frohes Begrüssungsfest werden. Im Park wollten sie sich treffen, geplant waren Snacks, Spiele, eine Tombola und ein Auftritt der Pop-Legende Carole King. Auch ein paar Biker-Clubs sagten sich an.

Dann kam alles ganz anders. Ja, US-Sergeant Bowe Bergdahl ist frei, nach fast fünfjähriger Geiselhaft durch die Taliban in Afghanistan. Doch der Jubel darüber ist längst verhallt – selbst in Bergdahls Heimat Hailey in Idaho.

Deshalb hat der 8000-Einwohner-Skiort die …

Artikel lesen