Gesellschaft & Politik

Französische Polizisten sichern das Gebiet um das Postbüro in Colombes, wo ein bewaffneter Mann mehrere Geiseln festhielt.  Bild: PHILIPPE WOJAZER/REUTERS

Täter festgenommen, niemand verletzt

Geiselnahme in Postgebäude bei Paris unblutig zu Ende gegangen

16.01.15, 13:27 16.01.15, 16:13

Der Geiselnehmer in einem Postamt bei Paris hat sich gemäss Polizeiangaben ergeben. Bild: PHILIPPE WOJAZER/REUTERS

Eine Geiselnahme in einem Postamt bei Paris ist am Freitag unblutig zu Ende gegangen: Der bewaffnete Täter gab am Nachmittag auf und stellte sich. Die beiden Geiseln blieben unverletzt. Einen Zusammenhang mit der islamistischen Anschlagsserie der vergangenen Woche in Frankreich schloss die Polizei aus.

Der Mann war gegen 12.30 Uhr in das Postamt in Colombes nordwestlich von Paris gestürmt und hatte sich mit zwei Geiseln verschanzt. Danach rief er selbst die Polizei an und gab an, mit einer Kalaschnikow und Granaten bewaffnet zu sein.

Gegenüber dem Fernsehsender TF1 sagte ein Augenzeuge:  «In dem Moment, als wir unsere Pakete zur Post bringen wollten, sahen wir schreiende Menschen aus dem Gebäude rennen und jemand mit einer Waffe stand im Inneren des Büros.» 

Aktuelles Video aus Colombes zeigt wie Verstärkung eintrifft.  video: youtube/dario spagnolo

Bei seinem Anruf habe der Täter, der wegen kleinerer Delikte und nicht im Zusammenhang mit Islamismus bei der Polizei bekannt ist, «zusammenhangslos» geredet, hiess es. Er habe auch einen Krankenwagen verlangt. Was der Mann beabsichtigte, war zunächst völlig unklar. Der Mann handelte allein, wie Überprüfungen ergaben. 

Aus Polizeikreisen wurde mitgeteilt, es habe keinen Sturmangriff gegeben, der Mann habe sich selbst gestellt. Die Geiseln stünden unter Schock, seien aber unverletzt geblieben. Während des Überfalls auf das Postamt konnten sich mehrere Kunden in Sicherheit bringen. «Fünf Personen konnten hinten aus dem Gebäude flüchten», hiess es bei der Polizei.

Die Gegend um das Postamt wurde von der Polizei abgeriegelt, die Eliteeinheit RAID war vor Ort, ein Helikopter überflog das Gebiet. Im Grossraum Paris gilt nach dem islamistischen Terror der vergangenen Woche höchste Alarmstufe. (rar/whr/sda/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 16.01.2015 14:19
    Highlight Das ist leider die Folge des letztwöchigen Attentats, dass es hirnwütige Nachahmer gibt, die sich wichtig machen wollen und Andere durch ihre Schandtaten gefährden.
    8 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 16.01.2015 14:12
    Highlight Soso, Liebeskummer ist der Grund für die Tat... und schon ist das ganze nicht mehr so schlimm. Namen werden natürlich auch keine genannt, obwohl man die Person ja identifiziert hat.. komisch.

    Wo ist denn da der Unterschied zu letzter Woche? Weshalb stürmt man die Post nicht und erschiesst den Mann? So wie man den Geiselnehmer im jüdischen Laden letzte Woche eliminiert hat?

    Seh ich nicht ein - dieser Mann könnte genau so gefährlich sein.
    5 18 Melden
    • so en shit 16.01.2015 15:05
      Highlight Bei den Attentaten von letzter Woche stürmte die Polizei aucg erst nach langer Zeit die Gebäuden und beim einen Fall sogar erst, nachdem die Attentäter einen Angriff starteten. Zudem gab es damals schon Tote und bei diesem Fall noch nicht. Dies sind 2 ganz unterschiedliche Geiselnahmen.
      11 2 Melden
    • Mafi 16.01.2015 17:38
      Highlight Ausserdem waren die Eingriffe in der Druckerei und dem Jüdischen Supermarkt abgestimmt - Die Täter waren nachweislich miteinander abgesprochen. Die Polizei hat niemanden direkt erschossen, sondern erst in einem Feuergefecht. Ausserdem waren Sprengstoffladungen in dem Supermarkt.
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