Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
British Ambassador to the Philippines Asif Ahmad administers a vaccine to a child during his visit to local health centers around the financial district of Makati, east of Manila, Philippines, Friday, Sept. 12, 2014. The World Health Organization and the British government are working with the Philippine Department of Health, UNICEF and a host of other partners to help deliver a month-long campaign to immunize children against Measles, Rubella, commonly known as German measles, and Polio which aims to immunize 13 million children nationwide. (AP Photo/Bullit Marquez)

6,3 Millionen Kinder sterben laut UNICEF-Untersuchung vor dem fünften Lebensjahr – Impfung in einem Kinderheim auf den Philippinen. Bild: Bullit Marquez/AP/KEYSTONE

UNICEF-Bericht zur Kindersterblichkeit

Die stille Tragödie

Jedes Jahr sterben Millionen Neugeborene und Kleinkinder. Obwohl es grosse Fortschritte gibt, erreicht die Welt bis 2015 nicht das gesetzte Millenniumsziel zur Senkung der Kindersterblichkeit. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Eine Million Kinder sterben jedes Jahr noch am Tag ihrer Geburt. 2,8 Millionen überleben die ersten vier Wochen nach der Geburt nicht. Zwar haben sich die Überlebenschancen für Mädchen und Jungen weltweit deutlich verbessert, berichtet das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF. Dennoch kommen pro Jahr etwa 6,3 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag ums Leben. Vor zwei Jahrzehnten waren es noch 12,6 Millionen. 

Babys, die von Minderjährigen oder Frauen über 40 zur Welt gebracht werden, haben laut UNICEF das grösste Risiko, kurz nach der Geburt zu sterben. Insgesamt sinkt laut dem UNICEF-Bericht die Kindersterblichkeit – auch bei den ärmsten Familien sind Erfolge zu sehen. Lediglich im südlichen Afrika gebe es noch eine grosse Kluft, schreiben die Autoren: In wohlhabenderen Familien sei die Überlebenschance weit höher als in armen. 

Dennoch reichten die Fortschritte noch nicht aus, um das von den Vereinten Nationen vor 14 Jahren für 2015 selbstgesteckte Millenniumsziel zu erreichen: die Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel im Vergleich zu 1990. 

An Iraqi woman, who fled violence in the northern city of Tal Afar due to attacks by Islamic State (IS) jihadists, holds a baby outside a  United Nations Children's Fund (UNICEF) tent at the Bahrka camp, 10 km west of Arbil in the autonomous Kurdistan region, on September 1, 2014. About 700,000 Iraqis have gathered in the Kurdish north after being driven from their homes by jihadist fighters, the United Nations said as it stepped up a massive aid operation to the region. AFP PHOTO / SAFIN HAMED

Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren vielerorts mangelhaft – im Bild irakische Flüchtlinge. Bild: AFP

Oft fehlt medizinische Betreuung

Dabei könnten viele Todesfälle durch einfache Massnahmen verhindert werden. Etwa die Hälfte aller Schwangeren weltweit erhalte nicht die vier Vorsorgeuntersuchungen, die das Minimum seien. Äthiopien, Bangladesch, Nigeria und Kenia sind laut Bericht die Länder mit der höchsten Sterblichkeit von Neugeborenen – und der schlechtesten medizinischen Versorgung Schwangerer. 

epa04139398 A handout photograph provided by the United Nations Children's Fund (UNICEF) shows children who were displaced by fighting in Bor in December 2013 but who have only just arrived in Mingkaman where humanitarian assitance is being given, wait to be registered in Mingkaman, South Sudan, 24 March 2014. With more than 375,000 South Sudanese children displaced, UNICEF is continuing to focus on the delivery of life-saving interventions - in nutrition, water, sanitation, and vaccination – and is investing in providing support for separated chidlren, access to education and a protective environment for all children.  EPA/KATE HOLT/ UNICEF HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

In Subsahara-Afrika stirbt jedes elfte Kind vor seinem fünften Geburtstag – Vertriebene in einem Lager in Südsudan. Bild: EPA/UNICEF

Im Jahr 2012 kam jedes dritte Kind ganz ohne medizinische Betreuung zur Welt. Frühgeburten oder Komplikationen bei der Geburt gehörten zu den Hauptursachen, warum Kinder nicht überlebten. «Die Überlebenschancen für Neugeborene steigen drastisch, wenn ihre Mütter nachhaltigen Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung während der Schwangerschaft und bei der Geburt haben», sagt Geeta Rao Gupta von UNICEF. 

In Afrika südlich der Sahara stirbt laut UNICEF jedes elfte Kind vor seinem fünften Geburtstag; in westlichen Ländern ist es jedes 159. (wbr/dpa)



Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wenn die Hebamme einen Bart trägt  

Ein Mann als Hebamme? Kein Problem! Vitor Andrade da Rocha begleitet Schwangere bei der Geburt und gibt Tipps gegen wunde Brustwarzen. In seinem Job stösst er auch auf Ablehnung. 

Sein bärtiges Gesicht ist oft das Erste, was die Babys sehen: Der Romand Vitor Andrade da Rocha, 43, betreut seit über zehn Jahren Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und auch noch später. Der gebürtige Portugiese mit gräulichem Haar und Schirmmütze versucht, ihnen die Angst vor dem Gebären zu nehmen, beantwortet Fragen zu wunden Brustwarzen, Hormonstörungen und dem Baby Blues.

Er führt Hebammenbesuche durch wie Tausende andere. Mit dem Unterschied, dass die Hebamme hier ein Mann …

Artikel lesen
Link to Article