Gesellschaft & Politik

«Lend Me Your Ears»

IS verbreitet neues Geiselvideo des britischen Journalisten Cantlie

23.09.14, 10:12 23.09.14, 11:54

John Cantlie war als Foto-Journalist in Syrien. Bild: Getty Images Europe

Am Dienstag Morgen wurde ein weiteres Video veröffentlicht, das den britischen Journalisten John Cantlie in den Händen der islamistischen Terrororganisation IS zeigt. Dies berichten verschiedene Medien übereinstimmend.

In dem Video, das mit «Lend Me Your Ears» und «Messages From The British Detainee John Cantlie» betitelt ist, kritisiert Cantlie unter anderem die Entscheidung des US-Präsidenten Barack Obama gegen den IS in den Krieg zu ziehen und warnt vor der Widerstandskraft der Dschihadisten. Eine Todesdrohung erwähnt der Foto-Journalist nicht. 

IS-Geiseln

Im August verbreitete sich im Internet ein Video, das die Enthauptung Foleys zeigte, wenig später tauchte ein Video der Enthauptung von Steven Sotloff, eines Journalisten und amerikanisch-israelischen Doppelbürgers auf. Der britische NGO-Mitarbeiter David Haines war der letzte einer Reihe von enthaupteten Gefangenen des IS. Über den Verbleib weiterer IS-Geiseln ist nach wie vor nichts bekannt. Es wird vermutet, dass die Dschihadisten mehr als 12 Personen in ihrer Gewalt haben, so der Guardian. (wst)

Das Video erschien wenige Stunden nachdem die USA und arabische Staaten Luftangriffe auf IS-Ziele in Syrien geflogen haben.

Die am Dienstag veröffentlichte Videobotschaft ist die zweite innerhalb einer Woche. Bereits am 18. September veröffentlichte der IS ein Video, das John Cantlie zeigt. Damals kündigte Cantlie an, er würde bald wieder zu sehen sein.

Zweimal entführt

Der britische Journalist Cantlie wurde im November 2012 gemeinsam mit dem amerikanischen Medienschaffenden James Foley in Syrien verschleppt.

Wie Cantlie in die Hände des IS geriet, ist bislang unklar. Als sicher gilt, dass der Brite bereits im Juli 2012 von einer islamistischen Organisation in Syrien entführt, kurz darauf aber von einer rivalisierenden Rebellengruppe befreit wurde. (wst)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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