Gesellschaft & Politik
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Nahost-Reise

UNO-Generalsekretär fordert Israel und Palästina zum Dialog auf

United Nations Secretary General Ban Ki Moon speaks during a press conference at the Gaza Donor Conference in Cairo on October 12, 2014, aimed at helping the Gaza Strip pummelled by the 50-day war between Israel and Hamas militants earlier this year. Qatar promised $1 billion in reconstruction aid for Gaza at a donor conference in Cairo on Sunday, topping US and European pledges for the devastated Palestinian enclave. AFP PHOTO / KHALED DESOUKI

Ban Ki Moon an der Geberkonferenz für Palästina in Kairo am Sonntag. Den Palästinensern wurden 5,4 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern zugesagt. Bild: AFP

Im Rahmen einer Nahostreise hat der UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon Israel und Palästina dazu aufgerufen, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Am Montag ist es auf dem Tempelberg in Jerusalem zu Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen.

13.10.14, 14:25 13.10.14, 15:38

«Wir drängen die Palästinenser dazu, Mut zu beweisen und den Friedensprozess fortzusetzen», sagte Ban nach einem Treffen mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah im Westjordanland. «Wir drängen Israel dazu, dasselbe zu tun», sagte Ban.

Ban und Hamdallah sagten, man habe sich auf einen Mechanismus zum Wiederaufbau des stark zerstörten Gazastreifens geeinigt. Die Aufbauarbeiten sollten von den Vereinten Nationen überwacht und von der Palästinenserbehörde geleitet werden. Auch die im Gazastreifen herrschende Hamas habe ihre Zustimmung gegeben.

Auf einer Geberkonferenz in der ägyptischen Hauptstadt Kairo waren am Sonntag Hilfsgelder in der Höhe von 5,4 Milliarden Dollar zugesagt worden. 

Tiefe Krise seit Gaza-Krieg

Die Beziehungen zwischen Israel und der Palästinenserbehörde von Präsident Mahmud Abbas stecken seit dem Gaza-Krieg im Sommer in einer Krise. Israel hatte im vergangenen Monat mit scharfer Kritik auf die Ankündigung von Abbas reagiert, mit einer UNO-Resolution die Umsetzung einer Zwei-Staaten-Lösung voranzutreiben.

epa04443772 A photograph supplied by the Palestinian Authority shows Palestinian President Mahmoud Abbas (R) in a meeting with  United Nations Secretary General Ban Ki Moon (L), on the sidelines of the Gaza Donor Conference in Cairo, Egypt, 12 October 2014. The conference is aimed at raising billions of dollars to fund the reconstruction of damaged homes and infrastructure in the Gaza Strip following Israel's 50-day war against the Hamas militants.  EPA/THAER GHANAIM/ PALESTINIAN AUTHORITY / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas in Kairo. Bild: EPA/PALESTINIAN AUTHORITY

Die USA waren im April mit monatelangen Vermittlungsversuchen gescheitert. Als besonders strittig zwischen Israel und den Palästinensern gelten der Status von Jerusalem, die Grenzen sowie die Forderung nach einem Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge.

Zusammenstösse in Jerusalem

Auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt kam es am Montag zu Konfrontationen zwischen jungen Palästinensern und israelischen Polizisten. Die israelische Polizei teilte mit, mehrere Vermummte seien in die Al-Aksa-Moschee gedrängt worden. Sie hätten Steine und Brandflaschen vorbereitet, um den Besuch von Juden auf dem Tempelberg zu verhindern.

Israeli border policeman push Palestinian women during clashes in the Old City of Jerusalem, Monday Oct. 13, 2014. Israeli police clashed with young Palestinian protesters on Monday demonstrating against Jews visiting the Al-Aqsa Mosque compound, Islam’s third holiest site, a spokeswoman said. (AP Photo/Mahmoud Illean)

Zusammenstösse zwischen israelischen Polizisten und muslimischen Demonstranten in der Altstadt von Jerusalem. Bild: Mahmoud Illean/AP/KEYSTONE

Die Polizei hatte dem rechtsnationalistisch orientierten Likud-Abgeordneten Mosche Feiglin und einer Gruppe seiner Anhänger zuvor den Besuch der Stätte erlaubt.

Der UNO-Generalsekretär verurteilte die «Provokationen» in Jerusalem. Diese wiederholten Provokationen machten ihm «grösste Sorgen», sagte Ban in Ramallah. Sie könnten nur Spannungen erzeugen und müssten aufhören.

Palestinians blocked from entering the Al-Aqsa Mosque compound, Islam's third most holy site, clash with Israeli security forces during a protest against Jews entering the compound for the week-long Jewish holiday of Sukkot, or Feast of Tabernacles in Jerusalem on October 13, 2014. The Al-Aqsa Mosque compound is the scene of frequent clashes between Israeli security forces and Palestinian youths, who object to what they see as an attempted Jewish and Israeli takeover of the site that is administered by Jordanian and Palestinian Muslim authorities. AFP PHOTO/ AHMAD GHARABLI

Israelische Sicherheitskräfte blockieren den Zugang zum Tempelberg (Montag, 13. Oktober 2014). Bild: AFP

Für Juden und Muslime heilig

Der Tempelberg in Jerusalem ist Juden und Muslimen gleichermassen heilig. Auf ihm stehen heute mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom zwei zentrale islamische Kultstätten. Bis zum Jahr 70 christlicher Zeitrechnung stand dort der Zweite Jüdische Tempel, und an seiner Westseite befindet sich die Klagemauer.

Touristen und jüdische Israelis dürfen das Felsplateau ausser an Freitagen besuchen. Die Polizei verbietet aber aus Sicherheitsgründen jüdische Gebete und Rituale, woran sich Nationalreligiöse nicht halten.

UNO-Generalsekretär Ban verurteilte in Ramallah ausserdem den fortgesetzten Ausbau der israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland und im annektierten Ost-Jerusalem. (wst/sda/dpa/afp)



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • CG aus G :-) 13.10.2014 15:15
    Highlight Es gibt kein Palästina. Das heisst Palästinensergebiete.

    Es lebe Israel!
    2 1 Melden

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