Gesellschaft & Politik
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epa04509984 Pope Francis (C) gestures while speaking to journalists aboard his flight home from Turkey to Italy, 30 November 2014. On right is Vatican spokesperson Federico Lombardi, man on left is not identified. Pope Francis had visited Turkey from 28 to 30 November 2014.  EPA/ALESSANDRO DI MEO

Papst Franziskus spricht auf dem Rückflug seiner Türkeireise zu Journalisten. Bild: EPA/ANSA

Kirchenoberhaupt besuchte Türkei

Alle muslimischen Führer sollten die Gewalt verurteilen, findet der Papst

«Wir bedürfen einer globalen Verurteilung»: Papst Franziskus hat die geistigen und politischen Führer der muslimischen Welt dazu aufgefordert, Position gegen den Terror im Namen des Islams zu beziehen. 

01.12.14, 08:26 01.12.14, 13:42

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Papst Franziskus hat die muslimischen Führer der Welt aufgerufen, Terrorismus im Namen des Islam zu verurteilen. Von einer entsprechenden Unterhaltung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan berichtete Franziskus am Sonntagabend an Bord der Maschine, die ihn nach seinem Türkei-Besuch nach Rom zurückbrachte. Der Papst sagte Erdogan demnach, es wäre «wunderbar, wenn alle muslimischen Führer in der Welt – politische, religiöse und akademische – mit deutlichen Worten» die Gewalt «verurteilen» würden, die dem Ansehen des Islam schade. 

Eine solche Botschaft würde der «Mehrheit der Muslime helfen», sagte der Papst vor Journalisten. «Wir alle bedürfen einer globalen Verurteilung» der missbräuchlich im Namen des Islam verübten Gräueltaten. Aus den gegenwärtigen Krisen erwachse die Gefahr für alle Muslime, Opfer von Vergeltung zu werden. «So viele Muslime sind verletzt und sagen: ‹Wir sind nicht diese Menschen (Extremisten), der Koran ist ein Werk des Friedens.›» 

Franziskus hatte bereits während seines Türkei-Besuchs mehrfach die Gewalt der Terrororganisation Islamischer Staat verurteilt. Auf dem Rückflug warnte er indes davor, Extremisten mit der grossen Mehrheit der Muslime gleichzusetzen. «Ich glaube wirklich, dass man nicht sagen kann, dass alle Muslime Terroristen sind, wie man auch nicht sagen kann, dass alle Christen Fundamentalisten sind. In allen Religionen gibt es solche Gruppen.» 

epa04506949 Pope Francis (R) and Turkey's President Recep Tayyip Erdogan (L) pose for the media during an official welcoming ceremony at the Presidential Palace in Ankara, Turkey, 28 November 2014. Pope Francis is on a three-day trip to Turkey during which he is expected to focus on Catholic-Orthodox reconciliation, as well as reaching out to Muslims and condemning the persecution of Christians in the Middle East.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Papst Franziskus mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan: Gespräche über Religionsfreiheit und die Förderung des interreligiösen Dialogs.  Bild: TOLGA BOZOGLU/EPA/KEYSTONE

«Schreckliche Lage der Christen»

In einer gemeinsamen Erklärung mit dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., hatte der Papst am Sonntag betont, angesichts der «schrecklichen Lage der Christen und allen anderen Opfern im Nahen Osten» seien nicht nur Gebete nötig, sondern auch eine «angemessene Reaktion der internationalen Gemeinschaft». 

Über sein Innehalten in der blauen Moschee in Istanbul sagte der Argentinier: «Ich habe für die Türkei gebetet, für den Frieden, für den Mufti, für alle, für mich. Ich habe vor allem für den Frieden gebetet.» In der Moschee hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag einige Minuten still mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen verharrt. «Es war ein Moment des ehrlichen Gebets», sagte der Papst. Er sei als Pilger in die Türkei gekommen und nicht als Tourist und habe in der Moschee das Bedürfnis verspürt, zu beten. 

Franziskus' dreitägiger Aufenthalt war der erste Türkei-Besuch eines Papstes seit acht Jahren. Zum Auftakt seiner Reise war er am Freitag in Ankara mit Erdogan zusammengetroffen. Dabei hatte er sich auch für Religionsfreiheit sowie für mehr interreligiösen Dialog ausgesprochen. (rls/AFP/dpa) 



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    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 01.12.2014 11:32
    Highlight Papst Franziskus rückt die katholische Kirche wirklich in ein sympathischeres Licht. Macht langsam dem Da Lai Lhama Konkurrenz.
    0 0 Melden
  • Wiederkehr 01.12.2014 08:37
    Highlight Kann der Typ lesen? Der Koran ein Buch des Friedens? Naiver gehts wohl kaum
    3 9 Melden
    • oskar 01.12.2014 10:39
      Highlight ziemlich sicher besser als du. im gegensatz zu dir ist er auch religionswissenschaftler und nicht einfach irgend ein kommentarschreiber, der alles besser weiss
      2 0 Melden
    • blueberry muffin 01.12.2014 11:31
      Highlight Das hat wenig mit Naivität zu tun. Die Bibel ist ja auch nicht gerade Kriegsfreie Lektüre, wenn man also einfach Zeilen rauspickt wird man nie zu was kommen.

      Der Typ ist übrigens Papst.
      1 0 Melden
    • Wiederkehr 01.12.2014 11:44
      Highlight @oskar: offenbar hat er den Koran nicht gelesen.
      0 1 Melden
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