Gesellschaft & Politik

Im Tausch gegen 48 Geiseln

Irakische Terroristen wollen Aargauer Dschihadisten freipressen

15.06.14, 03:56 15.06.14, 11:02

Die Kämpfer der Terrororganisation ISIS im Irak fordern von der türkischen Regierung die Freilassung des in der Schweiz aufgewachsenen Gotteskriegers Çendrim R. Im Gegenzug bieten die Dschihadisten 48 Geiseln an, die sie am vergangenen Donnerstag bei der Erstürmung des türkischen Generalkonsulats in der irakischen Stadt Mosul gekidnappt haben. Dies berichten die «SonntagsZeitung» und der «SonntagsBlick» unter Berufung auf türkische Medien. Unter den Geiseln befindet sich unter anderem der türkische Konsul, mehrere Kinder und Angehörige der Spezialkräfte. 

Der 23-jährige Çendrim R. sitzt seit Ende März in Untersuchungshaft in Ankara. Die Behörden werfen ihm vor, bei einem Anschlag im Südosten der Türkei zwei Polizisten und einen Soldaten erschossen zu haben. Zusammen mit zwei Komplizen eröffnete er bei einer Strassensperre der türkischen Armee das Feuer auf die Sicherheitskräfte.

Türkei in Kontakt mit den Terroristen

Laut einem Vertreter der türkischen Regierung steht Ankara in direktem Kontakt mit den militanten Gruppen in Mosul, schreibt die «SonntagsZeitung». Premierminister Recep Tayyip Erdogan sagte, man werde das Problem «mit Geduld und Diplomatie» lösen.

Çendrim R., der in Brugg im Kanton Aargau aufgewachsen ist, sass unter anderem wegen bewaffneten Raubversuchs und Körperverletzung für zwei Jahre im Gefängnis in Lenzburg AG in Haft. Zu seiner eigentlichen Freiheitsstrafe kamen aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens zehn Monate Sicherungshaft hinzu. Nach dem Knastaufenthalt verlor er die Schweizer Aufenthaltsbewilligung und wurde in seine Heimat Kosovo zurückgeschafft. Von dort zog er in den syrischen Bürgerkrieg, wo er sich mutmasslich den Kämpfern des ISIS angeschlossen hat. (rey)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 15.06.2014 11:01
    Highlight Dieser Herr ist kein Aargauer und kein Schweizer sondern Kosovo-Albaner, der ausgeschafft wurde. Also wen interessiert das wenn dieser Typ irgendwo in der Türkei im Knast sitzt? Sollen sich die Türken oder Kosovaren um diesen Typen kümmern. Diese Meldung ist in der Schweiz, keinen Buchstaben wert und und interessiert niemand.
    0 2 Melden

ISIS-Vormarsch

Islamisten-Milizen im Irak und in Nigeria greifen gezielt Kinder an

Die islamistischen Milizen im Irak und in Nigeria greifen nach Angaben der UNO verstärkt gezielt Kinder an. Die ISIS-Dschihadisten seien schon seit 2011 ständig in ihren Berichten, sagte die UNO-Beauftragte für Kinder in Kriegen, Leila Zerrougui, am Dienstag in New York.

Die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) habe «schon immer Kinder und gezielt auch Schulen und Spitäler angegriffen». Nun sei aber zu beobachten, dass das in den letzten Monaten verstärkt geschehe. Nach …

Artikel lesen