Gesellschaft & Politik

Ostukraine

Ukrainische Truppen greifen Flughafen Donezk an

26.05.14, 10:04 26.05.14, 14:48
Pro-Russian militants take position in the international airport of the eastern Ukrainian city of Donetsk on May 26, 2014. The main airport in Ukraine's eastern city of Donetsk was rocked by an explosion and heavy shooting after armed rebels seized the facility, an AFP correspondent at the scene said. Thick black smoke was seen rising from the airport complex and the sound of fighter jets could be heard overhead. All flights have been cancelled in and out of the regional transport hub. AFP PHOTO/ ALEXANDER KHUDOTEPLY

Bild: AFP

Ukrainische Truppen haben am Montag einen grossangelegten Angriff begonnen, um den internationalen Flughafen im ostukrainischen Donezk von prorussischen Separatisten zurückzuerobern. Es laufe ein «Anti-Terror-Einsatz» an dem Airport, seitdem um 13.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MESZ) ein Ultimatum an die Besetzer abgelaufen sei, teilte ein Militärsprecher mit.

Nach Angaben der Streitkräfte flogen zunächst Kampfflugzeuge und ein Helikopter Angriffe auf Separatistenstellungen. Danach seien Fallschirmjäger auf dem Flughafen gelandet. Schon vorher hatten Zeugen von anhaltendem Gewehrfeuer berichtet. Von dem Gelände sei Rauch aufgestiegen, hiess es weiter.

Bild: AFP

Der Hauptflughafen von Donezk ist geschlossen.  Bild: AFP

Prorussische Separatisten hatten die Schliessung der Flughafens der Industriemetropole erzwungen. Dutzende Vertreter der sogenannten Volksrepublik Donezk seien auf dem Flughafengelände erschienen und hätten den Abzug ukrainischer Soldaten verlangt, sagte ein Flughafensprecher. Aus Sicherheitsgründen sei der Betrieb eingestellt worden.

Der am Sonntag gewählte neue ukrainische Präsident, Petro Poroschenko, hatte den prorussischen Separatisten im Osten des Landes zuvor den Kampf angesagt. Er unterstütze den laufenden Einsatz gegen die Separatisten im Osten, sagte der designierte Präsident am Vormittag in Kiew. Dieser müsse aber «kürzer» und «effizienter» werden.

«Es gibt keine Gespräche mit Terroristen»

Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko

Verhandlungen mit den prorussischen Kämpfern schloss er erneut aus. «Es gibt keine Gespräche mit Terroristen», sagte Poroschenko. Er werde nicht zulassen, dass die Ostukraine «zu einem Somalia wird». Nach Ansicht der Separatisten gehören die Regionen Donezk und Lugansk nicht mehr zur Ukraine. Am Sonntag verhinderten sie in weiten Teilen des Ostens die Präsidentenwahl.

Lawrow: Zum Dialog bereit

Russland erklärte sich zum Dialog mit dem künftigen ukrainischen Präsidenten Poroschenko bereit. Aussenminister Sergej Lawrow bekräftigte am Montag, dass seine Regierung den Ausgang der Wahl im Nachbarland respektieren werde. Dies hatte im Vorfeld der Abstimmung bereits Präsident Wladimir Putin erklärt. Offen liess Putin dabei aber, ob er den neuen Präsidenten als legitim betrachten werde. Poroschenko war am Sonntag bereits im ersten Wahlgang gewählt worden. Der Unternehmer kündigte an, ein erstes Treffen mit der russischen Führung solle bereits in der ersten Juni-Hälfte stattfinden.

Jazenjuk bleibt im Amt

Poroschenko teilte zudem mit, er wolle weiterhin mit Regierungschef Arseni Jazenjuk zusammenarbeiten. «Es gibt meinerseits keine Pläne, den Ministerpräsidenten auszutauschen», sagte er in Kiew Medien zufolge. Der Regierungschef gehört der Partei der unterlegenen Präsidentenkandidatin Julia Timoschenko an. Nach der Verfassung kann der Präsident zudem den Regierungschef nicht ohne die Unterstützung des Parlaments absetzen. (sda/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 26.05.2014 18:25
    Highlight Russland wird über China und Indien all das bekommenen, was die EU nun mit Sanktionen abklemmt. Russland baut zwischen sich und dem NATO-Gebiet Pufferzonen auf, um sein eigenes Territorium zu schützen. Russland braucht auch die russischstämmige Bevölkerung in diesen Gebieten, um seine Interessen zu wahren und auch um die Interessen dieser Menschen zu wahren. Hier spielt eine direkte Wechselwirkung.
    Wenn der runde Tisch alle Beteiligten zum Verhandeln bringt, dadurch ein Versöhnungsprozess in Gang gebracht wird, und das Ergebnis Wahlen sind, die de Souveränität der Ostgebiete in einer Ukrainischen Union bringt, wäre dies ein Weg zu einer friedlichen Lösung.
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    • Horny 26.05.2014 19:55
      Highlight Ob dass noch Möglich ist, ist fraglich, da der Neue Präsident mit den selben Fehler weitermacht, wie es die Übergangsregierung Tat, nämlich Gewalt. Dies ergibt höchstens Gegengewalt. Besser wäre gewesen, wenn dieser in die Region gegangen wäre und den Dialog gesucht hätte. Jetzt bleibt alles beim Alten.
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