Gesellschaft & Politik
Die "Zurich Pride Festival"- Demonstrations-Parade zieht entlang dem Seebecken am Samstag, 5. Juni 2010 in Zuerich. Festival sowie die Parade stehen unter dem Motto "Do Ask - Do Tell" als Einladung und Aufforderung zur Kommunikation zwischen den Geschlechtern, saemtlichen sexuellen Orientierungen, ethnischen Gruppierungen, Religionen oder Kulturen um ein besseres Verstaendnis fuer die menschliche Vielfaeltigkeit zu erlangen. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

 A view of revellers during Zurich's lesbian and gay pride parade on the occasion of the "Zurich Pride Festival", in Zurich, Switzerland, Saturday, June 5, 2010. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Zürcher Gay Pride 2013. Rechts oben im Bild: Die Flagge. Bild: KEYSTONE

Gay Pride

Eigentlich dürften heute in Zürich keine Regenbogenflaggen wehen – doch der Zürcher Fahnenmeister ist der beste der Welt

14.06.14, 12:30 14.06.14, 16:15

Es ist Donnerstag, als bei Urs Apitzsch, der für die offizielle Beflaggung Zürichs zuständig ist, das Telefon klingelt und ein Organisator der Gay Pride dran ist. Ob die regenbogenfarbige Flagge auch dieses Jahr wieder gehisst würde, wie immer? Doch Apitzsch muss abwinken. Die Zürcher Festspiele werden eröffnet, am selben Wochenende. Auch dieser Anlass soll beflaggt werden. Apitzsch seufzt, der Antrag dafür kam einfach früher.

Dabei hatte Apitzsch noch extra nachgefragt, als er nichts von den Organisatoren hörte, schliesslich ist die Gay Pride ja jedes Jahr. Und bisher wehten immer Flaggen. Doch er hatte niemanden erreicht. Jetzt, an diesem Donnerstag, war es einfach zu spät. Eigentlich.

Zürcher Flaggenregime ist gnadenlos

Denn das Flaggenregime der Stadt ist gnadenlos: «De Schnäller isch de Gschwinder», lautet die Devise. «Nur Zürcher Traditionsanlässe wie das Sechseläuten oder Knabenschiessen haben einen festen Anspruch auf gehisste Flaggen», sagt Marc Huber, Mediensprecher der Immobilien-Bewirtschaftung der Stadt Zürich. Deshalb kommt es immer häufiger zu Mehrfachanfragen. Und der Zuschlag geht an den Schnelleren.

Ja, in den anderen Städten weht tatsächlich die Flagge auch an den Gebäuden. In Zürich werden Amtshäuser in solchen Fällen nicht mehr beflaggt.

Das waren dieses Mal die Zürcher Festspiele. Zur Freude der Verantwortlichen – auch wenn sie gar nichts vom Flaggenkonkurrenten wussten. Doch sie wissen, was es heisst, den Kürzeren zu ziehen. Und wie. «Wir haben einmal gegen das Tattoo verloren. Eine bittere Niederlage», sagt Mediensprecherin Nicole Schwyzer. Doch ein herzloser Sieger wollen die Zürcher Festspiele nicht sein. «Auf unserer Flagge prangt ein pinker Punkt!», so Schwyzer. 

Ein schwacher Trost für den Verlierer Gay Pride. «Schade, hat es nicht geklappt», sagt Präsident David Reichlin. «Es wäre schon schön, wenn unsere Flaggen wehen würden. Das nächste Mal schauen wir, dass wir die Ersten sind.»

Fahnen hängen doch

Eigentlich wäre die Sache damit vom Tisch. Keine Flaggen für die Gay Pride, Flaggen für die Zürcher Festspiele. Eigentlich. Wenn da nicht Apitzsch wäre. Persönlich will er für endgültige Harmonie zwischen den Konkurrenten sorgen. Am Samstag nämlich wird er die Flaggen der Gay Pride auf der Bahnhofbrücke, der Quaibrücke und dem Bürkliplatz aufhängen. Leider nur für einen Tag. Und leider führt dort der Umzug nicht durch. Aber immerhin, sagt Apitzsch – und er klingt erleichtert – ein Kompromiss.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nic9000 14.06.2014 15:19
    Highlight Der "beste der Welt" weil er gegen das Regelwerk verstösst?
    Bin alles andere als ein Regel-Fetischist, dennoch ist die Aussage m.M.n. ziemlich überrissen.
    2 8 Melden

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