Gesellschaft & Politik
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Am Flughafen

Zum Tod verurteilte Christin im Sudan erneut festgenommen

25.06.14, 04:08 25.06.14, 09:43
FILE - In this file image made from an undated video provided Thursday, June 5, 2014, by Al Fajer, a Sudanese nongovernmental organization, Meriam Ibrahim, sitting next to Martin, her 18-month-old son, holds her newborn baby girl that she gave birth to in jail last week, as the NGO visits her in a room at a prison in Khartoum, Sudan. Sudan's official news agency, SUNA, said the Court of Cassation in Khartoum on Monday, June 23, canceled the death sentence against 27-year-old Meriam Ibrahim after defense lawyers presented their case. The court ordered her release. (AP Photo/Al Fajer, File)

Bild: AP/Al Fajer

Die im Sudan zum Tod verurteilte und erst am Montag freigelassene Christin ist offenbar erneut festgenommen worden. Die 27-Jährige wurde laut mehreren Quellen am Dienstag mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern am Flughafen von Khartum von Beamten festgehalten. 

Ihr Anwalt hatte offenbar zunächst keinen Zugang zu Mariam Jahia Ibrahim Ischag. Wohin die Familie ausreisen wollte, war unklar. Unbestätigte Berichte sprachen vom Nachbarland Südsudan. Nach Informationen des britischen Senders BBC wollten Ischag und ihr Mann Daniel Wani hingegen in die USA. Wani ist US-Staatsbürger. Die Quellen der Nachrichtenagentur DPA wollten anonym bleiben. 

Ischag war Mitte Mai wegen Gotteslästerung und Glaubensabtrünnigkeit (Apostasie) zum Tode verurteilt worden. Die christlich erzogene Tochter eines Muslims und einer Christin hatte sich geweigert, sich dem Islam zuzuwenden. Ihr Ehemann ist ebenfalls ein Christ. 

Der Fall hatte international für grosses Aufsehen gesorgt. Am Montag hatte ein Berufungsgericht das Urteil aufgehoben und die Freilassung der Frau angeordnet. Nach der im Sudan geltenden Scharia – der islamischen Rechtsprechung – wird jeder als Muslim betrachtet, der mindestens einen muslimischen Elternteil hat. Zudem müssen muslimische Frauen nach dem Gesetz einen Muslim heiraten. (sda/dpa) 



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 25.06.2014 15:24
    Highlight Viele sozialen Verwerfungen in Afrika haben zu tun mit dem kolonialen Erbe und mit einem globalisierten Wirtschaftssystem. Was immer Europa in Afrika macht, kommt als Bumerang auf Europa zurück. Wer meint, man könne Flüchtlinge mit Einwanderungsgesetzen draussen halten, hat nichts begriffen. Wenn die Prognosen stimmen, wird es zukünftig weltweite Kämpfe um Trinkwasser geben. Verdurstende wird man nicht stoppen können!
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