Gesellschaft & Politik

Bewohntes Hochhaus eingestürzt

Nordkorea meldet «unvorstellbares» Unglück mit vielen Toten

18.05.14, 05:35 18.05.14, 10:17

In Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang ist nach Angaben der Staatsmedien ein Hochhaus im Bau eingestürzt. In das 23-stöckige Gebäude sollen bereits fast hundert Familien eingezogen sein. Vermutlich gebe es Hunderte Tote, verlautete aus dem Vereinigungsministerium. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA spricht von einem «unvorstellbaren» Unglück.

Laut KCNA ereignete sich das Unglück am vergangenen Dienstag. Für das abgeschottete Nordkorea ist es äusserst ungewöhnlich, dass über offizielle Kanäle schlechte Nachrichten verbreitet werden. Verantwortliche auf der Baustelle hätten «unverantwortlich» gehandelt, schrieb KCNA.

Hier entschuldigt sich gemäss Medienberichten ein Minister bei den Familien.

Für das Unglück verantwortlich sei der für die Sicherheit zuständige Minister Choe Pu Il, der das Bauprojekt nicht angemessen überwacht habe, schrieb KCNA. «Der Bau eines Wohnhauses war nicht ordnungsgemäß, und die Beamten übten Aufsicht und Kontrolle in unverantwortlicher Weise aus.» Den Angaben zufolge wurden die Bergungsarbeiten am Samstag eingestellt. Toten- und Verletztenzahlen wurden nicht genannt. Es war lediglich davon die Rede, dass das Unglück «Opfer gefordert» habe.  Auch über die Unglücksursache wurde nichts berichtet.

In Nordkorea ist es nicht ungewöhnlich, dass Menschen in Gebäude einziehen, die sich noch im Bau befinden. Die Einwohnerzahl Pjöngjangs wird auf etwa zweieinhalb Millionen Menschen geschätzt. 

Ein Grossteil von ihnen wird der politischen Klasse des Landes zugerechnet und gilt als privilegiert. In der Hauptstadt ist die Versorgung mit Strom, Lebensmitteln und anderen Waren sowie mit Dienstleistungen besser als im Rest des verarmten Landes. (meg/kad/sda)

Blick auf Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang. Bild: AP/AP

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 18.05.2014 10:40
    Highlight Tragisch. Ich nehme an dass die für das Unglück verantwortlichen Leute schon den Hunden zum Frass vorgeworfen oder von Flammenwerfern verbrutzelt wurden wie das dort anscheinend üblich ist.
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