Gesundheit
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schlafen schlafstörung

Rund jeder vierte Erwachsene leidet unter Schlafstörungen.
Bild: shutterstock

Wach in der Nacht: Woher Schlafstörungen kommen und was du dagegen tun kannst

Ohne erholsamen Schlaf geht die Lebensenergie schnell verloren. Fast jeder Zehnte hat aber Probleme in der Nacht. Wann der Weg ins Schlaflabor führen sollte, und was jeder selbst ändern kann.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Abends wälzt man sich ewig herum, nachts liegt man stundenlang wach, morgens ist schon weit vor dem Klingeln des Weckers nicht mehr an Schlaf zu denken. Das ist alles andere als erholsam. Immerhin ist man mit solchen Problemen in guter Gesellschaft: Laut dem Robert Koch-Institut hat etwa ein Viertel der Erwachsenen Schlafstörungen und mehr als zehn Prozent empfinden ihren Schlaf häufig oder dauerhaft als nicht erholsam.

Hier die wichtigen Fragen und Antworten:

Wie äussern sich Schlafstörungen?

Es gibt mehrere Formen von Schlafstörungen, und es können ihnen vielfältige Ursachen zugrunde liegen, sagt Hans-Günter Weess, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. «Was man landläufig darunter versteht, ist aber die Insomnie, also eine Ein- und Durchschlafstörung.» Betroffene schlafen schwer ein und durch oder sind morgens früh wach.

Bei manchen treten diese Symptome alle gemeinsam auf, andere haben nur mit einem davon zu kämpfen. Gerade das Durchschlafen empfinden viele Menschen als unbefriedigend oder unzureichend, sagt Jens Wagenknecht, Vorstandsmitglied im Deutschen Hausärzteverband.

Was steckt dahinter?

Die Ursachen von Schlafstörungen sind komplex. Dahinter können organische, psychische oder verhaltensbedingte Faktoren, aber auch Medikamente stecken. Nicht selten ist die Schlafstörung Ausdruck einer anderen Erkrankung. «Sehr frühes Aufwachen ist vor allem bei einer Depression häufig», sagt Weess. Und es kann sein, dass verschiedene Faktoren einander bedingen. Wer zum Beispiel einen Bandscheibenvorfall hat, kann schlecht liegen, wacht alle zwei bis drei Stunden auf und fängt womöglich an, über Alltagsprobleme und -sorgen zu grübeln, so Weess.

«Das führt zu Anspannung, und Schlaf ist nicht mehr möglich.» In der Folge ist man am nächsten Morgen nicht ausgeschlafen und will somit am Abend unbedingt schlafen. Bemüht einzuschlafen führt aber seinerseits zu Anspannung, und das Schlafen fällt wieder schwer. «Anspannung ist der Feind des Schlafes», sagt Weess. «Irgendwann sind die Schmerzen weg, aber das Grübeln in der Nacht bleibt und die Schlafstörung wird chronisch.»

Ab wann sollte man zum Arzt?

Wer über einen Zeitraum von einem Monat in mindestens drei Nächten pro Woche nicht gut schläft und am Tag beeinträchtigt ist, sollte zum Arzt gehen, rät Weess. Die Beeinträchtigung kann ganz unterschiedlich aussehen: Man ist abgeschlagen, müde, unausgeschlafen, hat Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit und der Konzentration, ist leicht reizbar, hat Stimmungsschwankungen oder körperliche Beschwerden wie Magen- oder Kopfschmerzen.

Für Wagenknecht ist die Frage nach der Behandlungsbedürftigkeit einfach: «Wenn wir darunter leiden, dann ist Handlungsbedarf, auch wenn es aus medizinischer Sicht nicht so zwingend erscheint.» Um die Schlafstörung zu lindern, ist es wichtig, deren Ursachen herauszufinden. Als Behandlungsoptionen kommen unter anderem Verhaltensänderungen, eine kognitive Verhaltenstherapie oder auch Medikamente infrage – klassische Schlaftabletten allerdings nur im Ausnahmefall und höchstens für zwei Wochen.

Welcher Arzt kann helfen?

Niedergelassene Schlafmediziner gibt es nicht so viele. Deshalb sollte man sich bei Schlafproblemen zunächst an den Hausarzt wenden. Der kann mit Untersuchungen abklären, ob die Probleme eine körperliche Ursache haben. Ausserdem lässt sich in Gesprächen klären, ob aktuelle Lebensumstände oder psychische Probleme den Schlaf beeinträchtigen. Weiss der Hausarzt nicht weiter, überweist er den Patienten – je nach möglicher Ursache etwa an einen Lungenfacharzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Neurologen, Psychotherapeuten oder einen Psychiater. Mitunter wird auch eine Untersuchung im Schlaflabor empfohlen.

Wer sollte ins Schlaflabor?

Zur Untersuchung im Schlaflabor raten Mediziner zum Beispiel bei Schnarchen mit Atemaussetzern, bei krankhafter Tagesmüdigkeit, bei Schlafwandlern oder wenn man die Ursache einer Durchschlafstörung nicht findet, erklärt Fietze. Auf die Untersuchung vorbereiten muss man sich eigentlich nicht. «Man sollte den Tag normal verbringen. Nur bitte keinen Mittagsschlaf machen», sagt Fietze.

Nach dem Verkabeln geht man zu seiner normalen Zeit ins Bett. «Viele fürchten, dass sie nicht schlafen können, aber das ist wirklich sehr selten.» Neben den Elektroden am Körper trägt man eine Nasenbrille, einen Brustgurt und einen Fühler am Finger. Zudem zeichnet eine Kamera an der Decke den Schlafenden auf.

Was kann ich tun?

Es gibt ziemlich viele Stellschrauben, an denen man ansetzen kann. Weess zählt auf: regelmässige Schlafens- und Aufstehzeiten, nicht zu lange im Bett liegen, am Tag nicht schlafen, nicht fernsehen zum Einschlafen. Es sei wichtig, möglichst abzuschalten und zu entspannen.

Wagenknecht rät von üppigem Essen und emotionalen Aufregern vor dem Schlafengehen ab – dazu zählen zum Beispiel auch Krimis. Pflanzliche Tees aus Hopfen oder Baldrian seien einen Versuch wert. Und, ganz wichtig: «Ist der Mensch körperlich erschöpft, schläft er gut.» Gartenarbeit, Spaziergänge, Radtouren – das seien die besten Schlaftabletten.

Weitere wichtige Schlafregeln, zusammengetragen von der Universität Freiburg:

(Elena Zelle, dpa/hei)

Passend dazu: The big sleep – von Nickerchen und anderen Schlafgelegenheiten

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    Alle Leser-Kommentare
  • Buebi 31.07.2016 11:56
    Highlight Highlight Wer ist diese oder dieser Wagenknecht? Vorgestellt habt ihr nur den Weess. Oder bin ich so doof?
  • Sandromedar 30.07.2016 15:42
    Highlight Highlight Take a pause make a point smoke a joint
    Ne ohne scheiß jetzt es gibt kein besseres Schlafmittel und es ist das genaue Gegenteil von appetitzüglern!
    Wenn man nicht rauchen will kein Problem macht euch brownies (aber nicht zu starke;)
    Und noch was: ich habe ca 5mal "die 4 jahreszeiten" von Vivaldi high vor dem einschlafen gehört; mittlerweile schlafe ich (egal zu welcher Tageszeit und auch stocknüchtern) spätestens beim Sommer ein :)
  • _sunnyloove 30.07.2016 09:20
    Highlight Highlight Ich hatte vor einem knappen Jahr auch Schlafstörungen, vor allem aufgrund Stress. Meine Hausärtzin hat mir dann ein pflanzliches Schlafmittel verschrieben, was super geholfen hat, obwohl ich nicht an Alternativmedizin glaube.
  • Zeit_Genosse 29.07.2016 15:58
    Highlight Highlight Die wenigsten Schlafprobleme sind auf eindeutige körperliche Probleme zurückzuführen. Für die gibt es keine eindeutige Diagnose und somit keinen eindeutigen Therapieansatz. Medikamente überbrücken kurzweilig, lassen jedoch im Hintergrund die Schlafschwäche chronisch werden (einfach medikamentös überdeckt). Ein hoher Cortisolspiegel kann den Schlaf und die Erholungsfähigkeit herabsetzen. Cortisol wird beim Aufwachen als Hormon, das uns wach und leistungsfähig macht, ausgeschüttet und bis am Abend in der Regel abgebaut. Beim unbemerkt chronischen Stress bleibt der Pegel selbst in der Nacht oben.
  • Yelina 29.07.2016 12:52
    Highlight Highlight Als Alternative zu "klassischen" Schlafmedikamenten gibt es verschiedene Antidepressiva, die in kleinen Dosen schlafanstossend wirken. Diese kann man über einen längeren Zeitraum einnehmen, sollte das sogar, um eine merkliche Besserung zu erzielen. Vor der Einnahme ist natürlich eine gründliche körperliche Untersuchung nötig und einige Gespräche mit einem Psychotherapeuten.
  • Yolo 29.07.2016 11:30
    Highlight Highlight Ich leide seit letzten Oktober unter Durchschlafstörungen, organisch ist alles i.O und nach dem Psycho soll ich nun vermehrt Entspannungstechniken anwenden. Dies auch nur mit mässigem Erfolg. Mal geht es besser mal schlechter, aber zu kämpfen habe ich quasi durchgehend damit. Jetzt steht nur noch die Abklärung wegen Nahrungsmittelunverträglichkeit noch aus (Gluten steht hier im Verdacht). Spannenderweise merke ich dies, wenn ich am Abend Bier trinke oder weizenhaltige Lebensmittel esse. Zum Glück gibt's vom Arzt gute Schlaftropfen die nicht abhängig machen oder eine Toleranz aufbauen...
  • Toerpe Zwerg 29.07.2016 09:36
    Highlight Highlight Nachts nicht auf die Uhr schauen ...
  • legends_and_heroes 29.07.2016 09:21
    Highlight Highlight ich habe auch eine schlafstörung ☺️ sie ist 3 monate alt ❤️

Über die Hälfte aller Menschen stirbt an einem dieser vier Faktoren (sie wären vermeidbar)

Er ist das Resultat der Arbeit von 3500 Wissenschaftlern aus mehr als 140 Ländern: Der Report mit dem Namen «Global Burden of Disease» ist eine der weltweit grössten Gesundheitsstudien und erscheint all zwei Jahre. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der neusten Ausgabe, die in der britischen Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht wurde:

Die Forscher sind alarmiert: Mehr als die Hälfte der weltweit 56 Millionen Todesfälle im Jahr 2017 gingen auf nur vier Faktoren zurück:

Alle vier Faktoren …

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