Gesundheit

Personalisierte Medizin

Der gläserne Patient: Grosse Erwartungen und grosse Risiken

Bild: AP

Je mehr Daten wie etwa genetische oder biochemische Messgrössen über einen Patienten bekannt sind, desto gezielter die Therapie. Beim Datenschutz stellen sich aber heikle Fragen.

28.03.14, 14:25 28.03.14, 15:16

Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung, TA-Swiss, hat Chancen und Risiken der sogenannten Personalisierten Medizin analysiert und daraus eine Reihe von Empfehlungen an die politischen Entscheidungsträger abgeleitet. Das Zentrum hat am Freitag in Bern eine Studie dazu vorgestellt. 

Personalisierte Medizin bedeute nicht etwa, dass die Ärzte sich wieder vermehrt Zeit für persönliche Gespräche mit ihren Patienten nehmen könnten, hiess es an einer Medienkonferenz von TA-Swiss. Vielmehr werde darunter eine Medizin verstanden, der es dank einer immer grösseren Vielfalt von Messwerten gelinge, viel gezielter auf die genauen Krankheitsursachen ausgerichtete Therapien zu entwickeln.

Therapie optimieren

Indem sie genetische und biochemische Messgrössen sowie weitere Körperdaten von Patientinnen und Patienten erfasse und informationstechnisch auswerte, könne die personalisierte Medizin die untersuchten Menschen bestimmten Gruppen zuordnen. Dann kann ihnen, je nach Typ, eine Therapie mit möglichst guten Erfolgsaussichten und möglichst geringen Nebenwirkungen angeboten werden.

Ein wesentlicher Treiber dafür sind die immer schnelleren und billigeren genetischen Analysen. Bereits werden genetische oder biochemische Analysen bei der Therapie von Krebs verwendet. Denn einige Krebsmedikamente wirken nur dann, wenn das Gewebe des Tumors über bestimmte biochemische Eigenschaften verfügt. Sehr teure Medikamente und solche mit starken Nebenwirkungen könnten auf diese Weise nur verschrieben werden, wenn überhaupt eine Erfolgsaussicht bestehe.

Gefahr der Diskriminierung

Gleichzeitig beinhalten diese neuen Möglichkeiten auch Risiken. Ungünstige, mit Erkrankungsrisiken verknüpfte, sogenannte Biomarker könnten zur Diskriminierung von Menschen führen, so etwa durch Versicherungen oder Arbeitgeber. Essenziell sei deshalb die Regelung des Zugangs zu diesen persönlichen Daten, damit Unberechtigte keine Rückschlüsse auf konkrete Personen ziehen könnten, bemerkt die TA-Swiss-Studie. (whr/sda)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Mit 99 Jahren, da fängt das Leben an: Zu Besuch bei der ältesten Yoga-Lehrerin der Welt

Die 99-jährige Yoga-Ikone Täo Porchon-Lynch verrät ihr Geheimnis für ein langes, glückliches Leben.

Ihr bewegtes Leben hat ihr den Spitznamen «der wahre Forrest Gump» eingebracht. Nur wenige haben so viele historische Momente erlebt – und können noch davon erzählen. Schon der Auftakt war abenteuerlich: Auf einem Schiff im Ärmelkanal kam Täo Porchon-Lynch zwei Monate zu früh zur Welt. Es war der 13. August 1918. Ihre Mutter, eine gebürtige Inderin, starb bei der Geburt. Ihr Vater, ein Franzose, lebte ausser Landes. So wuchs Täo bei ihrem Onkel und ihrer Tante in Pondicherry, einer …

Artikel lesen