Gesundheit
Medizinische Fachpersonen erteilen am 23. August 2010 im Zentrum fuer Telemedizin Medgate in Basel Patientinnen und Patienten per Telefon oder Internet medizinischen Rat. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Medgate stellt um die 50 Zeugnisse pro Woche aus. Bild: KEYSTONE

Telemedizin

Medgate führt Arztzeugnisse per Telefon definitiv ein

Medgate stellt ihren Patienten weiterhin telefonisch Arztzeugnisse aus, wenn sie krankheitshalber nicht arbeiten können. Das neue Angebot wird nach einer Versuchsphase von sechs Monaten definitiv eingeführt.

27.06.14, 12:00 27.06.14, 15:50

Mit dem Ausstellen der Arbeitsunfähigkeitszeugnisse will Medgate auf Bedürfnisse der Patienten reagieren und auch einen Beitrag zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen leisten. In der Versuchsphase von Januar bis Juni 2014 stellten Medgate-Ärzte rund 50 Zeugnisse pro Woche nach telefonischen Konsultationen aus. Die Dokumente wurden per Mail an die Patienten geschickt sowie – auf deren Wunsch – auch gleich an den Arbeitgeber.

Stichprobenbefragungen bei Patienten und Arbeitgebern und Rückmeldungen zeigten, dass die Zeugnisse in über 95 Prozent der Fälle von den Arbeitgebern akzeptiert wurden. Insbesondere Versicherte, für die Medgate bei medizinischen Problemen erster Ansprechpartner ist, schätzen es, in gewissen Fällen per Telefon auch ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis zu erhalten. 

Strenge Richtlinien

Die Zeugnisse werden nach strengen Richtlinien ausgestellt. Medgate bescheinigt keine Teilarbeitsunfähigkeit und stellt pro Patient maximal zwei Arbeitsunfähigkeitszeugnisse pro Kalenderjahr aus. Medgate bescheinigt zudem nur eine Arbeitsunfähigkeit von drei Tagen, die bei Bedarf um maximal zwei Tage verlängert werden darf. Rückwirkende Arbeitsunfähigkeitszeugnisse gibt es nicht. Ferner erhalten nur Patienten Zeugnisse, die in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen. 

Ein grosser Teil der Medgate-Patienten könne am Telefon abschliessend behandelt werden – aus medizinischer Sicht sei der Gang zum Arzt nicht nötig, schrieb Medgate am Freitag. Nicht zuletzt werde die Ansteckungsgefahr vermindert, wenn Kranke sich zu Hause im Bett auskurieren könnten, statt sich zum Arzt begeben zu müssen. (whr/sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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