Griechenland
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Pro Quadratmeter Swimmingpool entrichtet man in Griechenland dem Fiskus 160 Euro  Bild: KEYSTONE

Tricks gegen Steuerfahnder

Reiche Griechen tarnen Swimmingpools mit Militärplanen

Griechische Finanzbeamte suchen per Satellitenfotos nach nicht gemeldeten Swimmingpools - und erheben Sondersteuern von den Besitzern. Viele Reiche greifen nun zu einem Trick: Sie tarnen ihre Schwimmbecken im Armee-Stil. 

18.09.14, 16:17

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Als griechische Steuerbeamte kürzlich in den besseren Wohngegenden ihres Landes zu Kontrollen anrückten, machten sie eine unerwartete Entdeckung: Reiche Griechen überdeckten mit Militär-Tarnplanen und -netzen ihre Schwimmbäder, berichten griechische Zeitungen unter Berufung auf Steuerfahnder.

Die Anlagen werden damit für Satelliten unsichtbar, deren Aufnahmen die Steuerfahnder nutzen, um nicht gemeldete Schwimmbäder aufzuspüren. Die Regierung in Athen geht angesichts der horrenden Staatsverschuldung verstärkt gegen Steuersünder vor.

«Wir haben Tarnplanen gesehen, wie die vom Militär, wenn es Panzer verstecken will», bestätigte ein Beamter des Finanzministeriums. Die Beobachtungen seien etwa in den reichen Vororten Athens und auf Jetset-Inseln wie Mykonos gemacht worden.

180 Schwimmbäder nicht gemeldet

Hintergrund der Schwimmbad-Verschleierung ist eine Besonderheit des griechischen Steuerrechts. Dort gilt der Besitz eines Swimmingpools als ein «unanfechtbarer Beweis des Einkommens». Je Quadratmeter Schwimmbad berechnet der Fiskus ein Zusatzeinkommen von 160 Euro. Für ein 50-Quadratmeter-Schwimmbad setzen die Behörden demnach ein Zusatzeinkommen von 8000 Euro an. Dies wird mit zehn Prozent besteuert, also 800 Euro jährlich.

Satellitenaufnahmen hatten dem Wirtschaftsportal «Capital.gr» zufolge in den vergangenen Jahren zur Entdeckung von rund 180 nicht gemeldeten privaten Schwimmbädern geführt. Die Steuerfahndung geht von weiteren Hunderten getarnten Schwimmbädern aus und will intensiver vor Ort kontrollieren.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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