Homosexualität
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Geister der Vergangenheit

Er ist gegen gleichgeschlechtliche Ehe. Und jetzt raten Sie mal, wie er früher aufgetreten ist

06.05.14, 22:12

Treuer Blick: Steve Wiles. Bild: Facebook

Die Stadt Winston-Salem in North Carolina kennt Steve Wiles als aufrechten Republikaner mit Prinzipien, der für den Senat kandidiert. Der 34-Jährige unterstützt eine Verfassungsbeschwerde gegen die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen. Der Politiker liegt damit voll auf der konservativen Linie. 

Doch nun hat eine Enthüllung das Image des Familienmannes angekratzt: Steve Wiles hat früher in einem Club für Homosexuelle gearbeitet, war damals angeblich schwul und trat sogar als Drag Queen auf. «Er ist Mona Sinclair», outete ihn Randy Duggins, der früher Mitbesitzer des Clubs Odyssey gewesen ist. Von 1996 bis 2010 konnten sich dort Schwule und Lesben, aber auch «Heteros» vergnügen.

«Das bin ich nicht»

Jetzt sagt Wiles, dass er gegen die gleichgeschlechtliche Ehe sei, hiesse nicht, dass er auch gegen Homosexualität sei. Bild: Facebook

Als Wiles Vergangenheit erstmalig ans Licht kam, dementierte der Republikaner noch. «Das bin ich nicht», verkündete er mit Blick auf Mona Sinclair via Facebook und Twitter. Inzwischen sind diese Zeilen gelöscht, denn nicht nur Randy Duggins hat ihn wiedererkannt, auch der frühere Angestellte Gray Tomlinson bestätigte das Alter Ego.

Laut Duggins war Wiles 2001 und 2002 für die Club-Shows verantwortlich, habe Künstler gebucht und sei selbst als Dragqueen aufgetreten. «Er ist ein wenig gealtert, aber er ist es», bekräftigte Duggins dem Winston-Salem Journal. «Ich habe keine offene Rechnung mit ihm. Ich denke einfach nur, dass er ein Lügner ist.» Und ein Heuchler dazu, fügte er an.

Wiles als Dragqueen Mona Sinclair. Bild via Daily Mail



In der Zeit danach habe Wiles als Immobilienmakler gearbeitet, war aber nach Recherchen des «Winston-Salem Journal» auch für die Promotion des «Miss Gay America»-Wettbewerbs verantwortlich. Noch bis 2008 unterstützte er die Demokraten, bevor er ins republikanische Lager wechselte.

Trotz der eindeutigen Beweise konnte sich der Kritisierte bis dato nur zu einem halbherzigen Statement hinreissen lassen. «Ich habe mich bei den Leuten, an denen mir am meisten liegt, schon für das entschuldigt, was ich in meiner Jugend getan haben», sagte er erst, ohne sein(e) «Vergehen» weiter auszuführen.

Tierlieb ist er auch: Steve Wiles. Bild: Facebook

Inzwischen ist der Druck jedoch zu gross geworden. «Ich glaube, jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen und das ist okay. Aber für mich, von einem religiösen Standpunkt aus, für mich war es nichts, von dem ich wollte, dass es weitergeht», windete er sich im Business Insider aus der «Affäre», nachdem er seine Auftritte als Dragqueen nicht mehr leugnen konnte. Auch auf Facebook änderte er seine Taktik.

Die Frage, ob er selber schwul gewesen sei, mochte er aber nicht beantworten. Was ja auch eine Antwort sein kann.

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Die dänische Ministerpräsidentin aus «Borgen» ist jetzt eine lesbische Lepidopterologin (ja, jetzt lernen wir mal ein neues Fremdwort)

Sidse Babett Knudsen spielt in «The Duke of Burgundy» von Peter Strickland. Ein üppiges, perverses Meisterwerk.

Wir sind irgendwo in Europa, irgendwann, alte Gemäuer verwittern, seltsam magische Wälder rauschen, Gewässer rieseln dahin. Die Romantik weint schwarze Tränen auf eine Welt voll samtflügliger Insekten und Verfall. Eine klar als Hausmädchen erkennbare Frau radelt über Kopfsteinpflaster zu einem Schloss. «Du bist spät», sagt eine tiefe, erotische Stimme. Wir kennen sie, sie hat schon dreissig Folgen lang den Hamlet-Staat Dänemark regiert, im raffinierten Politikerdrama «Borgen», der …

Artikel lesen