Hongkong

Nach mehr als zwei Monaten Protest

Hunderte Polizisten räumen auf nach den Protesten in Hongkong. Bild: TYRONE SIU/REUTERS

Am Ende des Regenschirms: Polizisten beginnen mit Räumung in Hongkong

11.12.14, 00:49 11.12.14, 05:25

In Hongkong hat die Polizei mit der Räumung des Protestcamps im Finanzdistrikt der Stadt begonnen. Nach wochenlangen Demonstrationen hatte das Oberste Gericht am Dienstag die Beschwerde eines Busunternehmens gegen die Strassenblockaden gutgeheissen. Hunderte Polizisten schwärmten am Donnerstagmorgen in den Distrikt, um die Strassen wieder frei zu machen.

Seit Ende September hatten die Demonstranten Hauptverkehrsstrassen blockiert. Sie verlangen den Rücktritt von Verwaltungschef Leung Chun Ying. Ausserdem protestieren sie dagegen, dass die Regierung in Peking bei der Wahl seines Nachfolgers 2017 nur vorab bestimmte Kandidaten zulassen will.

Die Strassensperren müssen weg: Aufräumarbeiten in Hongkong. Bild: ATHIT PERAWONGMETHA/REUTERS

Vor der Räumung der Blockaden hatten am Mittwochabend in Hongkong noch einmal Tausende für mehr Demokratie demonstriert. Die Regierung appellierte an die Aktivisten, bis 9.00 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MEZ) friedlich abzuziehen. Die Ankündigung der Räumungsaktion mobilisierte die Anhänger der Demokratiebewegung noch einmal. Viele wollten «bis zum Ende» gemeinsam ausharren. Auch hiess es auf Schildern bei der Kundgebung am Abend: «Wir kommen zurück.» 

Was die Proteste gebracht haben: nachgefragt bei Demonstranten in Hongkong.

«Wir wollen der internationalen Gemeinschaft zeigen, dass die meisten Hongkonger hinter dem friedlichen und gewaltlosen Kampf für Demokratie stehen.»

Emily Lau, Demokratische Partei 

Die Unterstützung unter den sieben Millionen Hongkongern für die Demonstranten hatte in den vergangenen Wochen wegen der anhaltenden Behinderungen des Verkehrs und Geschäftslebens deutlich nachgelassen.

In ihrem Widerstand können die Studenten auf Rückendeckung von Parlamentariern setzen. Emily Lau von der Demokratischen Partei erklärte: «Wir wollen der internationalen Gemeinschaft zeigen, dass die meisten Hongkonger hinter dem friedlichen und gewaltlosen Kampf für Demokratie stehen.» (kad/sda/dpa/afp)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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