Hongkong
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Festnahmen und Verletzte

Krawalle in Hongkong – Polizei verpügelt gefesselten Demonstranten

15.10.14, 02:08 15.10.14, 08:27

Wegen der mutmasslichen Misshandlung eines wehrlosen Demonstranten wird gegen mehrere Polizisten in Hongkong ermittelt. Die Beamten seien von ihren derzeitigen Aufgaben entbunden worden, sagte der Sicherheitschef der chinesischen Sonderverwaltungszone, Lai Tung Kwok, am Mittwoch. 

Er versprach eine «genaue und faire Untersuchung» des Vorfalls. Gegen wie viele Polizisten sich der Verdacht richtet, wurde zunächst nicht bekannt. 

Auf einem vom TV-Sender TVB veröffentlichten Video ist zu sehen, wie ein Polizist einen gefesselten Demonstranten schlägt, der in einer dunklen Ecke eines Parks am Boden liegt. Drei weitere Beamte treten den Mann mehrfach. 

Dem Sender zufolge dauert der Angriff vier Minuten. Der Demonstrant gehört offenbar der Demokratiegruppe Civic Party an. Die Organisation schaltete einen Anwalt ein. Studentenführer Joshua Wong sagte, die Polizei habe nun jegliches Vertrauen verspielt. 

Erneut gewaltsame Räumungen

Die Polizei in Hongkong hatte am Mittwochmorgen erneut gewaltsam einen Protestort der Demokratiebewegung geräumt und dutzende Demonstranten festgenommen. Mit Schlagstöcken bewaffnet rückten die Beamten auf eine von den Protestierenden besetzte Hauptstrasse nahe der Stadtverwaltung vor und räumten neu errichtete Barrikaden ab. Es gab Verletzte auf beiden Seiten, wie ein AFP-Reporter berichtete. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 45 Menschen festgenommen. 

epa04447020 Hong Kong police disperse pro-democracy protesters from the Occupy Central movement who had previously occupied a tunnel road in Admiralty District of Hong Kong, China, 15 October 2014. The demonstrators are calling for open elections for the city's next chief executive in 2017, rejecting a ruling from Beijing that candidates must be approved by a government-backed election committee. They have also demanded the resignation of Hong Kong's Chief Executive, Leung Chun-ying.  EPA/ROLEX DELA PENA

Bei der Räumung des Tunnels wurden mehrere Personen verletzt. Bild: ROLEX DELA PENA/EPA/KEYSTONE

Es soll sich beim Opfer um Ken Tsang handeln, Mitglied der demokratischen Partei in Hong Kong. Dieses Bild zeigt Tsahng kurz nach seiner Verhaftung und vor den Szenen im Video.

ADDITION 
Civic Party member Ken Tsang, one of Hong Kong's pro-democracy political groups, is taken away by policemen, before being allegedly beaten up by police forces as seen on local TV footage shot outside the central government offices in Hong Kong on early October 15, 2014.  Hong Kong police vowed on October 14 to tear down more street barricades manned by pro-democracy protesters, hours after hundreds of officers armed with chainsaws and boltcutters partially cleared two major roads occupied for a fortnight. AFP PHOTO / Philippe Lopez

Bild: AFP

Bilder, aufgenommen am Morgen, zeigen Verletzungen im Gesicht und am Körper:

Die betroffenen Polizisten im Video sind vorübergehend suspendiert worden, teilt die Polizei mit.

Zusammenstösse bei Tunnel-Räumung

Die Polizisten räumten den wenige Stunden zuvor von Aktivisten besetzten Tunnel der Lung Wo Strasse nahe des Regierungssitzes und öffneten die Hauptverkehrsader wieder für den Verkehr. Es gab chaotische Szenen, als Polizisten Demonstranten zu Boden rangen. Unter den Festgenommenen sind 37 Männer und acht Frauen. 

Protestierende sagten der Nachrichtenagentur AFP, die Blockade sei als Vergeltung für die Räumung eines anderen Protestortes durch die Polizei geplant gewesen.

Verletzter Journalist

Die Polizei ging am Mittwochmorgen offenbar auch gewaltsam gegen Journalisten vor. Der Online-Reporter Daniel Cheng sagte AFP, er sei von mehreren Polizisten festgehalten und geschlagen worden. «Ich habe versucht, ihnen zu sagen, dass ich ein Reporter bin, aber sie haben mir nicht zugehört», sagte er. Demnach erlitt er Schnittwunden und Verletzungen an Nacken und Rücken. Erst als es ihm später gelang, seinen Presseausweis zu zeigen, sei er freigelassen worden.

Die Demokratiebewegung fordert die Änderung einer von Peking beschlossenen Wahlreform für Hongkong. Diese sieht vor, dass die Bürger Hongkongs im Jahr 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen, die chinesische Staatsführung jedoch die Kandidaten vorab auswählt. Rund zwei Wochen nach Beginn der Proteste haben die Demonstranten weder aus Peking noch von der Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone Zugeständnisse erreicht. (sda/afp)



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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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