Indien

Als Heldinnen gefeiert

Schwestern verprügeln drei Inder, die sie im Bus sexuell belästigten

Mit ihren Fäusten und Gürteln setzten sie sich gegen drei Männer zur Wehr, die sie in einem Bus sexuell belästigten: Nach der Veröffentlichung eines Videos von ihrem mutigen Gegenangriff sind zwei indische Schwestern als Heldinnen gefeiert worden.

01.12.14, 15:29 01.12.14, 21:08

quelle: youtube

Die 22-jährige Arti Kumar und ihre drei Jahre jüngere Schwester Pooja waren am Freitag auf dem Heimweg in einem vollbesetzten Bus im Bezirk Rohtak (Bundesstaat Haryana) auf aggressive Weise belästigt worden. Während die anderen Buspassagiere untätig zuschauten, setzten sich die beiden jungen Frauen zur Wehr.

Handyaufnahmen einer schwangeren Passagierin von dem Vorfall wurden im Internet zum Renner und von den indischen Nachrichtensendern in Endlosschleife wiederholt, am Sonntagabend nahm die Polizei dann die mutmasslichen Peiniger fest.

«Da zog meine Schwester den Gürtel aus»

«Sie machten obszöne Gesten, begrapschten und beleidigten uns», berichtete Pooja Kumar am Montag dem Sender NDTV. «Schliesslich hielten wir es nicht mehr aus und begannen sie zu schlagen. Einer der Männer packte die Hand meiner Schwester, der andere hielt mich am Nacken fest. Erst da zog meine Schwester ihren Gürtel aus und fing an auf sie einzuschlagen.»

Der Polizeisprecher des Bezirks Rohtak, Ved Singh Nain, lobte die rasche Reaktion der Ermittler. Der Regierungschef von Haryana lobte den Mut der jungen Frauen und versprach ihnen 31'000 Rupien (480 Franken) als Belohnung für ihr beherztes Verhalten.

Kritik an Passagieren

Im Internet wurden die beiden Schwestern gefeiert, die anderen Passagiere aber für ihre Passivität scharf kritisiert. Viele Kommentatoren hofften, der jüngste Vorfall könne endlich zu Protesten gegen die weitverbreitete sexuelle Belästigung von Frauen in der Öffentlichkeit führen. 

«Mutige Mädchen voran! ... Zuschauer wacht auf!», schrieb die aus dem Kinofilm «Slumdog Millionär» bekannte Schauspielerin Freida Pinto auf Twitter. Es sei «eine Schande, dass die einzige, die nicht untätig blieb, eine schwangere Frau war». (whr/sda/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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