Indien
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epa04253558 Protesters from various organisations hold placards during a demonstration against the Uttar Pradesh government in New Delhi, India, 13 June 2014. The protest was organised against the recent cases of gang-rape in the northern Uttar Pradesh state. Protesters condemned the recent incidents of sexual assault and violence against women and demanded government to take quick and strict action. Indian Prime Minister Narendra Modi has urged all the ministers to work together on the issue to prevent such incidents in the country.  EPA/MONEY SHARMA

Indische Demonstranten nach einer Vergewaltigung im Juni. Bild: EPA

Seminare und Aufklärungsprogramme geplant

Politiker in Indien: «Handys sind schuld an Vergewaltigungen»

Mit einem eigenwilligen Vorschlag wollen Politiker eines indischen Bundesstaates Übergriffe auf Frauen verhindern: In Schulen und Universitäten soll es keine Handys mehr geben, um zu verhindern, dass potenzielle Opfer in Hinterhalte gelockt werden. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Neu Delhi – Politiker eines indischen Regionalparlaments haben vorgeschlagen, Mobiltelefone in Schulen und Universitäten zu verbieten – um auf diese Weise Vergewaltigungen zu unterbinden. Über die Idee des Ausschusses für Frauen und Kinder im südindischen Bundesstaat Karnataka berichten indische Medien. Die 23 Mitglieder des Ausschusses hätten den kontroversen Vorstoss in einem Bericht an die beiden Kammern des Parlaments von Karnataka untergebracht.

«Wir haben in unseren Beratungen herausgefunden, dass Mobiltelefone schuld sind an Entführungen und Vergewaltigungen unter Schulmädchen und Studentinnen», sagte die Chefin des Ausschusses, Shakuntala Shetty, laut der Zeitung «Indian Express». Sie habe mit betroffenen jungen Frauen gesprochen. Diese hätten ihr in mehreren Fällen berichtet, dass sie einen unbeantworteten Anruf auf ihrem Handy registriert und anschliessend zurückgerufen hätten. «So ist es dann losgegangen», so Shetty. Die Mädchen seien an abgeschiedene Plätze gelockt und dort vergewaltigt worden.

Überwachungskameras in Polizeistationen 

Mobiltelefone seien nicht zwingend wichtig für Schüler, daher habe man im Komitee dafür gestimmt, sie zu verbannen. Erst mit der Volljährigkeit könnten junge Frauen entscheiden, was richtig und was falsch sei, sagte Shetty der «Times of India». 

Andere Vorschläge der Politiker erscheinen weniger eigenwillig: So fordert das Komitee regelmässige Seminare und Aufklärungsprogramme an Schulen und Universitäten, um Übergriffe gegen Frauen zu verhindern. In Polizeistationen solle eine Videoüberwachung installiert werden, um die Geschehnisse dort transparenter zu machen. Ausserdem müsse zumindest ein Fünftel der Beamten weiblich sein. Zusätzliche solle es auch spezielle Polizeistationen für Frauen geben. Es sei wichtig, dass die Polizei Frauen mit Respekt begegne, wenn diese Übergriffe anzeigen wollten.

Dorf-Oberhaupt ordnete Vergewaltigung an

In Bezug auf den geforderten Handy-Bann sagte der Bildungsminister von Karnataka, Kimmane Ratnakar, er glaube nicht daran, dass so etwas durchsetzbar sei. Man könne aber Bereiche ausweisen, in denen die Mobiltelefone nicht benutzt werden dürften. Er gehe aber ohnehin nicht davon aus, dass Handys etwas mit Vergewaltigungen zu tun hätten. «Es gibt viele andere Gründe dafür.»

Zuletzt hatte am Freitag eine Vergewaltigung im ostindischen Bundesstaat Jharkhand Empörung ausgelöst. Dort hatte das Oberhaupt eines Dorfes die Vergewaltigung einer 14-Jährigen angeordnet. Es ging darum, ihren Bruder zu bestrafen. Der soll eine andere Frau belästigt haben. Mittlerweile sollen der mutmassliche Vergewaltiger, das Kasten-Oberhaupt und der Bruder des Mädchens festgenommen worden sein. (chs)



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