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epa05065794 A private security member stands guard at the scene of an attack that targeted the Spanish embassy in Kabul, Afghanistan, 12 December 2015. A nine-hour terrorist siege at a foreign guesthouse of the Spanish embassy in Kabul ended on 12 December morning with the four attackers and several other people dead, the Interior Ministry said. Two Spanish nationals and four Afghan policemen were killed, and nine civilians were wounded, the ministry confirmed.  EPA/JAWAD JALALI

Nach dem Angriff steht ein Wachmann vor dem Gästehaus in Kabul.
Bild: JAWAD JALALI/EPA/KEYSTONE

Polizei beendet Taliban-Angriff auf Gästehaus in Kabul – sechs Tote



Bei einer Attacke der radikalislamischen Taliban im Botschaftsviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul sind zwei spanische und vier afghanische Polizisten getötet worden. Nach stundenlangen Gefechten hätten Sicherheitskräfte zudem sämtliche Angreifer getötet, teilte die afghanische Regierung am frühen Samstag mit.

Sie bestätigte zudem den Tod der vier afghanischen Polizisten. Die Regierung in Madrid sprach zunächst von einem getöteten Spanier, später von zweien. Zudem wurden nach Angaben eines Kabuler Polizeisprechers neun Zivilisten und ein Polizist verletzt.

Afghan security personnel stand guard at a guest house after an attack near the Spanish embassy in Kabul, Afghanistan December 12, 2015. Afghan security forces suppressed a suicide attack on a guest house attached to the Spanish embassy in Kabul, killing three Taliban fighters after hours of intermittent gunfire and explosions that lasted into the early hours of Saturday. REUTERS/Mohammad Ismail

Bild: MOHAMMAD ISMAIL/REUTERS

Der Angriff hatte am Freitagabend mit einer heftigen Explosion im Zentrum Kabuls begonnen. Später waren immer wieder Schüsse zu hören.

Einem Augenzeugenbericht zufolge zündete ein Taliban-Kommando gegen 18.00 Uhr (Ortszeit) zunächst eine Autobombe vor dem Tor des Gästehauses im zentralen Stadtteil Scherpur. Dabei sei ein Wachmann ums Leben gekommen, sagte ein Sicherheitsmann des benachbarten Hauses. Ob er in der Opferliste des Kabuler Polizeisprechers aufgeführt war, blieb zunächst unklar.

Angriffsziel unklar

Die Taliban bekannten sich zu der Attacke, die nach ihren Angaben einer Unterkunft für ausländische Gäste galt. Verwirrung herrscht jedoch weiterhin um das Ziel der Attacke.

Zunächst hatte das Aussenministerium in Madrid bestätigt, dass der Angriff der Botschaft des Landes gegolten habe. Später dementierte Ministerpräsident Rajoy. Die spanische Botschaft arbeitet in Scherpur in mehreren Gebäuden, von denen einige auch als Gästehäuser dienen.

Angespannte Sicherheitslage

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist äusserst angespannt. Erst am Dienstag stürmten Kämpfer der Taliban den Flughafen der Provinzhauptstadt Kandahar im Süden, lieferten sich Gefechte mit Sicherheitskräften und sprengten sich inmitten von Zivilisten in die Luft. Bei dem 27 Stunden dauernden Angriff wurden nach offiziellen Angaben 38 Zivilisten und zwölf Sicherheitskräfte getötet.

Afghan security forces stand guard at the entrance gate of Kandahar Airport where Taliban stormed on late Tuesday, in Kandahar, Afghanistan December 9, 2015. Afghan security forces in the southern city of Kandahar on Wednesday were fighting Taliban insurgents who raided the city's sprawling airport late on Tuesday, officials said.  REUTERS/Stringer          EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE      TPX IMAGES OF THE DAY

Am Dienstag erfolgte ein Angriff auf den Flughafen von Kandahar.
Bild: STRINGER/REUTERS

Am Mittwoch brachten sie zudem einen Distrikt in der Provinz Helmand unter ihre Kontrolle. Der Vormarsch und die Anschläge ereigneten sich inmitten neuer Friedensbemühungen des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani.

Im September hatten die Taliban das nordafghanische Kundus in einer Blitzoffensive erobert. Sie wurden nach zwei Wochen von der afghanischen Armee zurückgedrängt.

Ghani will Friedensgespräche

epa05064891 Afghan President, Ashraf Ghani, speaks during a press conference at the Presidential Palace in Kabul, Afghanistan, 11 December 2015. More than 60 were killed following a Kandahar 24 hours airport siege starting late 08 December according to a local aoffical 10 December. Afghan President Ashraf Ghani said in Islamabad 09 December that he was ready to seek peace with elements of the insurgents prepared to lay down their arms and participate in a democratic process, saying 'Violence is not the way in a democratic society' during the opening of the Heart of Asia conference with Pakistan Prime Minister Nawaz Sharif.  EPA/HEDAYATULLAH AMID

Ashraf Ghani.
Bild: HEDAYATULLAH AMID/EPA/KEYSTONE

Wenige Stunden vor der Attacke hatte sich Ghani bei einer Pressekonferenz dafür ausgesprochen, dass Friedensgespräche mit den Taliban innerhalb weniger Wochen beginnen sollten. Er hatte sich zuletzt mit Vertretern der USA, Chinas und Pakistans darüber beraten, wie man die Islamisten an den Verhandlungstisch zurückbringen könne.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid liess in der Nacht per Twitter verlauten: «Unsere Kämpfer zerstören den Feind und erobern Territorium im ganzen Land. Sie zum Aufgeben aufzufordern, ist Dummheit.» (sda/dpa/afp)

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