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Fast hundert Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul – Paris löscht Lichter des Eiffelturms



Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Samstag mindestens 95 Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter habe zudem 158 weitere Menschen verletzt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Taliban beanspruchten die Gewalttat für sich.

Der Attentäter hatte einen mit Sprengstoff beladenen Rettungswagen in die Luft gesprengt. Er habe den Rettungswagen genutzt, um an Sicherheitskontrollen vorbei zu kommen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

An einem ersten Kontrollpunkt sei er durchgewinkt worden, weil er angegeben habe, einen Patienten zum nahegelegenen Dschamuriate-Krankenhaus zu bringen. An einem zweiten Kontrollpunkt sei er aber «erkannt» wurden. Dort habe er dann seinen Sprengsatz gezündet.

Hakkani-Netzwerk verdächtigt

Das Innenministerium machte das mit den islamisch-fundamentalistischen Taliban verbündete Hakkani-Netzwerk für die Tat verantwortlich. Vier Verdächtige wurden Angaben des Ministeriums festgenommen. Es war das folgenreichste Attentat in Kabul seit dem Anschlag auf das Diplomatenviertel im Mai, bei dem mehr als 150 Menschen getötet worden waren.

Der Anschla erschütterte gegen 13 Uhr Ortszeit eine belebte und gut bewachte Strasse, an der das ehemalige afghanische Innenministerium liegt. In der Nähe befinden sich auch die Vertretung der Europäischen Union, das Kabuler Polizeipräsidium und der Sitz des Hohen Friedensrates zur Aussöhnung mit den Taliban.

Fotos auf Internetplattformen zeigten eine riesige Rauchwolke. Die Detonation war noch in zwei Kilometern Entfernung zu spüren, in einem Umkreis von mehreren hundert Metern gingen Fensterscheiben zu Bruch. Das Büro von Präsident Aschraf Ghani verurteilte den Anschlag als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit».

Entsetzen in aller Welt

Auch international sorgte die Attacke für Entsetzen. Die Nato, die US-Botschaft in Kabul, die britische Regierung und das Auswärtige Amt in Berlin zeigten sich ebenfalls bestürzt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) nannte den Einsatz eines Rettungswagens als Tatfahrzeug «grauenvoll». Krankenwagen werden in Kabul nur selten kontrolliert.

Zum Gedenken an die beinahe hundert Umgekommenen wird in Paris am Samstag um Mitternacht die Beleuchtung des Eiffelturms abgeschaltet. Dies teilte Bürgermeisterin Anne Hidalgo via Twitter mit.

Im Dschamuriate-Krankenhaus spielten sich nach dem Anschlag chaotische Szenen ab. Ärzte und Pfleger behandelten Männer, Frauen und Kinder, die blutend auf den Klinikfluren lagen. Auf den Strassen trugen freiwillige Helfer Verletzte über Trümmer, Rettungskräfte luden teils mehrere Leichen in einen einzigen Krankenwagen.

Der Anschlag habe einen Kontrollpunkt des Hohen Friedensrates getroffen, sagte der Friedensrats-Vertreter Hassina Safi. Bisher sei unklar, ob auch Mitglieder des Gremiums unter den Toten und Verletzten seien. Die Mitarbeiter der EU-Vertretung, die in einen Schutzraum flohen, blieben unverletzt.

Blutlachen überall

Ein Augenzeuge, der in der Nähe des Anschlagsortes ein Schreibwarengeschäft betreibt, berichtete, sein ganzer Laden habe gewackelt. «Alle unsere Fenster sind zu Bruch gegangen. Die Leute in unserem Laden stehen unter Schock.» Ein Passant berichtete im Fernsehsender Tolo, er habe einen «grossen Knall» gehört und habe dann sein Bewusstsein verloren. Er habe dutzende Tote und Verletzte gesehen. Überall seien Blutlachen gewesen.

Die italienische Hilfsorganisation Emergency teilte mit, in ihr Krankenhaus in Kabul seien 131 Menschen eingeliefert worden. Emergency-Koordinator Dejan Panic sprach von einem «Massaker».

In Kabul hat die Zahl der Anschläge zuletzt stark zugenommen. Die Hauptstadt gilt inzwischen als einer der gefährlichsten Orte für Zivilisten in Afghanistan. Vor einer Woche hatten Kämpfer der Taliban das Hotel Inter-Continental angegriffen und mindestens 22 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Ausländer.

Am Samstagmorgen hatten die afghanischen Behörden in einer Sicherheitswarnung speziell an Ausländer vor möglichen neuen Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewarnt. Die IS-Kämpfer planen demnach Anschläge auf Supermärkte, Geschäfte und Hotels, die von Ausländern besucht werden. (sda/afp/reu)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Simonetta 28.01.2018 15:02
    Highlight Highlight Den USA und ihren Alliierten gelang es nicht Afghanistan zu erobern und die Taiban restlos zu entwaffnen und hinzurichten, was aber Voraussetzung ist für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan unter der Schirmherrschaft der USA.
    Die USA und ihre Alliierten sollten ihre Niederlage einsehen und Afghanistan den Taliban überlassen ohne jedes Mitleid.
    Wenn dann in 10, 20 oder 30 Jahren Afghanistan gefährlich wird, dann kann man es immer noch kaputt bomben.
    Wenn ein böser, kranker Geist in einem Schädel wohnt, dann kommt man manchmal nicht umhin, diesen Schädel einzuschlagen.
  • borael 28.01.2018 07:30
    Highlight Highlight In den Augen von Bundesbern ist Kabul immer noch sicher. Was muss noch passieren, damit die Politik einsieht?
    Dabei hört und liest man in unseren Medien nur die Anschläge, die Regierungsviertel, Hilfswerke oder besonders virle Menschen treffen, aber dass es in Afghanistan ständig Anschläge gibt, interessiert hier nicht. Augen verschliessen ist einfacher.



  • Mulder 27.01.2018 14:29
    Highlight Highlight warum dieser Artikel erst nach unzähligen Sport- und Nonsensbeiträgen erscheint ist mir ein Rätsel... Liveticker wurde auch vergessen!
    • Mulder 27.01.2018 14:42
      Highlight Highlight na, niemand „je suis Kabul“?
    • Enzasa 27.01.2018 23:22
      Highlight Highlight Ist doch irgendwo in Afghanistan am Ende Welt betrifft Europa nicht.
      (Sarkasmus)
    • Snake Plissken 28.01.2018 06:31
      Highlight Highlight Auf jeden Fall sollte den besonnenen Kräften dort unsere Solidarität gelten. Zum Austreten der terroristischen Glut gehört halt der altbekannte Mix aus Militär/Polizei/Kultur/Ausbildung. Langweilig wie das Leben halt, das die meisten Menschen führen (wollen).
  • Valon Gut-Behrami 27.01.2018 11:24
    Highlight Highlight Aber wenn es um Flüchtlinge geht, ist Afghanistan "ein sicheres Herkunftsland" laut manchen Schreibern.😶
    • reich&schön 27.01.2018 15:34
      Highlight Highlight Jedenfalls sicher genug um nicht Asylberechtigte nach Hause zu schicken.
    • Valon Gut-Behrami 27.01.2018 16:02
      Highlight Highlight Schreiber wie du sind gemeint. So ignorant, dass es eigentlich weh tun müsste.
    • wiisi 27.01.2018 21:15
      Highlight Highlight Wegen Terroranschlägen in einer Stadt gilt ein Land nicht als "unsicheres" Herkunftsland!
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