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Gräuel-Tat in Afghanistan: Taliban steinigen junge Frau

Ein neuer Vorfall unterstreicht die prekäre Menschenrechtslage in Afghanistan. Erneut wurde eine junge Frau öffentlich getötet.

03.11.15, 13:00 03.11.15, 14:04

Bild: RADIO FREE EUROPE/RADIO LIBERTY

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In Afghanistan ist eine junge Frau wegen Ehebruchs gesteinigt worden. Ein Video, das im Internet kursiert, zeigt die Tötung. Die Frau sitzt in einem Erdloch, Männer bewerfen sie mit Steinen, sie wimmert vor Schmerzen.

Bei dem Opfer soll es sich um die 19-jährige Rochsahana handeln. Über die Motive für ihre Ermordung gibt es widersprüchliche Angaben. Ein Behördenvertreter sagte, sie sei bestraft worden, weil sie vorehelichen Sex mit ihrem Verlobten hatte. Die Gouverneurin der Provinz Ghor, Seema Dschojenda, sagte hingegen, Rochsahana sei von ihrer Familie gegen ihren Willen mit einem Mann verheiratet worden, dann aber mit einem anderen Mann «durchgebrannt». Er soll ausgepeitscht worden sein.

Die Gouverneurin machte die Taliban für die Tat verantwortlich. Sie forderte die Regierung in Kabul zum Einschreiten auf. «Das ist der erste Vorfall in dieser Gegend, aber es wird nicht der letzte sein», sagte die Politikerin. Frauen hätten «Probleme im ganzen Land, vor allem in Ghor».

In den ländlichen Gebieten Afghanistans werden die Taliban häufig gebeten, Recht zu sprechen, weil die Bürger staatliche Gerichte als korrupt und nicht verlässlich betrachten. In den Gebieten, die von den Islamisten beherrscht werden, kommen öffentliche Auspeitschungen und Steinigungen regelmässig vor.

Doch auch staatliche Gerichte sprechen drakonische Urteile. In Ghor wurden Ende August ein Mann und eine Frau ausgepeitscht, weil sie ausserehelichen Sex gehabt haben sollen. Damals rechtfertigte Gouverneurin Dschojenda die Bestrafung. «Afghanistan ist ein islamisches Land, und Ghor ist eine afghanische Provinz. Und wir können nicht ignorieren, was die Gesetze des Islams und unsere Verfassung vorschreiben», sagte die Politikerin.

2013 hatte sogar die afghanische Regierung die Wiedereinführung der Steinigung ins Spiel gebracht, nahm den Vorschlag aber nach internationalen Protesten zurück. Frauenrechtlerinnen äusserten sich äusserst besorgt.

syd/AFP

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