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Rauch über dem Sardar Daud Chan-Spital. Bild: HEDAYATULLAH AMID/EPA/KEYSTONE

Attacke auf Militärspital in Kabul: «Angreifer sind im Spital. Betet für uns»

08.03.17, 07:04 08.03.17, 14:08


Beim Angriff von vier Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf ein grosses Militärspital in Kabul sind sehr viel mehr Menschen getötet worden als ursprünglich angenommen. Mindestens 30 Menschen seien ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministerium.

Rund 60 Menschen seien verletzt worden, sagte Sprecher Daulat Wasiri am frühen Mittwochabend. Fast alle Opfer seien Patienten, Besucher und Personal. Zuvor hatten Behörden von bloss mindestens vier Toten sowie mehreren getöteten Angreifern gesprochen.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hatten vier bewaffnete Männer das Spital kurz nach 9.00 Uhr (Ortszeit) angegriffen. Zu Beginn des Angriffs auf die 400-Betten-Klinik Sardar Mohammad Daud Chan sprengte sich laut Sicherheitskräften ein Selbstmordattentäter in die Luft.

«Angreifer sind im Hospital. Betet für uns.»

Danach hätten drei Angreifer mit Schnellfeuerwaffen und Handgranaten den Gebäudekomplex gestürmt. Die Täter seien als medizinisches Personal verkleidet gewesen und hätten sich über mehrere Stunden einen Schusswechsel mit den Sicherheitskräften geliefert.

Ein Mitarbeiter des Spitals schrieb beim Sozialnetzwerk Facebook: «Die Angreifer sind im Spital. Betet für uns.» Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

Unterschiedliche Angaben über die Zahl der Opfer

Zur Zahl der Getöteten und Verletzten gab es unterschiedliche Angaben. Laut Behördensprechern waren bis zum Nachmittag neben den Angreifern vier Menschen getötet und mehr als 66 verletzt worden.

Zwölf der Verletzten seien in einem kritischen Zustand, unter ihnen neun Frauen und ein Kind. Der IS liess hingegen über sein Sprachrohr Amak verlauten, seine Kämpfer hätten mindestens 100 Menschen getötet.

Zahlen von Regierungssprechern sind in der Regel niedrig, und es gab Anlässe, zu denen Zahlen über Getötete verschwiegen wurden. Die Angaben von Extremisten sind dagegen oft übertrieben. Opferzahlen lassen sich unabhängig oft nur schwer überprüfen. (whr/sda/dpa)

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