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Autobomben fordern Dutzende Tote in Kabul

10.01.17, 14:09 10.01.17, 17:07


Bei einem Doppelanschlag der afghanischen Taliban in der Hauptstadt Kabul sind am Dienstag mehr als 20 Menschen getötet worden. Dutzende weitere wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten.

Ein Augenzeuge erzählte von einer «riesigen Explosion» am Tor des Parlaments. «Wir wollten gerade nach Hause gehen, da passierte es. Wir haben allein am Tor mindestens sieben Verwundete gesehen», sagte der Mann, der im Parlament arbeitet und ungenannt bleiben will. Zwei Parlamentarier seien mit ihren Leibwächtern ins Freie gelaufen. «Da kam, nach etwa fünf Minuten, eine zweite Explosion.»

Zur Zeit des Anschlags am späten Nachmittag standen an der Strasse wie immer viele Sammeltaxis und Minibusse, die auf Passagiere warteten. Weil Kabul kein funktionierendes Nahverkehrssystem hat, bringen private und staatliche Arbeitgeber ihre Angestellten in Bussen nach Hause.

Geheimdienst als Ziel

Die Taliban erklärten, Ziel des Anschlags sei ein mit Mitarbeitern des Geheimdienstes NDS besetzter Minibus gewesen. Die Tat ereignete sich in der Nähe des afghanischen Parlaments während des nachmittäglichen Berufsverkehrs.

Unklar blieb zunächst die genaue Zahl der Opfer. Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Seddiki, sprach von 28 Toten, darunter 22 Zivilisten und Polizisten. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sprach von 30 Toten und 63 bis 78 Verletzten. Andere Behörden sprachen zunächst von 21 Toten.

Koordinierte Aktion

Offiziellen Angaben zufolge sprengte sich zunächst ein Selbstmordattentäter nahe des Parlamentsgebäudes in die Luft. Er sei zu Fuss gewesen. Als Sicherheitskräfte gekommen seien, sei eine Autobombe gezündet worden. Offensichtlich habe es sich um eine koordinierte Aktion gehandelt.

Innenministeriumssprecher Sedikki sagte, die erste Explosion sei vor einem Kleinbus, der vor dem Gebäude auf Mitarbeiter wartete, ausgelöst worden. Die meisten Opfer habe es an Bord des Busses gegeben. Die Opfer sollten nun identifiziert werden. Ob sich unter ihnen auch Abgeordnete befanden, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur AFP handelte es sich bei dem nachher explodierten Fahrzeug um einen Geländewagen. Der Parlamentsanbau liegt gegenüber der Amerikanischen Universität von Kabul, die im September Ziel eines schweren Attentats mit 16 Toten war. (whr/sda/afp/reu/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Thomas Rohrer 10.01.2017 15:05
    Highlight Afganistan ist so sicher seit die USA einmarschiert sind. Danke Bush.
    2 9 Melden
    • Lowend 10.01.2017 16:04
      Highlight Und bevor die UdSSR dort einmarschierte, war Afghanistan sogar ein sehr kultiviertes Land!
      14 1 Melden
    • Thomas Rohrer 10.01.2017 17:27
      Highlight Befürwortet jemand den Krieg in Afganistan der von dem USA Imperium angeführt wurde?
      2 4 Melden
    • Lowend 10.01.2017 17:46
      Highlight Befürworten Sie, Herr Rohrer, etwa den sowjetischen Einmarsch und die Besetzung von Afghanistan zwischen 1979 bis 1989, die von den Russen extrem brutal und ohne UN-Mandat geführt wurde?
      Die NATO besitzt wenigstens ein solches Mandat!
      8 1 Melden
    • Echo der Zeit 10.01.2017 18:31
      Highlight Die Taliban mussten weg (sind sie nicht, weil die Amis versagten und auch nicht nach Afganistan gehören) - hätten eigentlich die Chinesen oder Russen machen sollen.
      2 3 Melden
    • Thomas Rohrer 10.01.2017 20:31
      Highlight Die Nato hat noch in keinem Krieg ein UN Mandat gehabt.
      1 3 Melden
    • Thomas Rohrer 10.01.2017 20:49
      Highlight Die Mainstream-Medien haben euch voll im Griff.
      1 2 Melden
    • Thomas Rohrer 10.01.2017 21:08
      Highlight Der Angriff auf Afghanistan durch die USA war ein illegaler Angriffskrieg ohne UNO-Mandat, wie auch schon der Angriff auf Afghanistan 1979 durch die Sowjetunion.
      2 2 Melden
    • Enzasa 10.01.2017 21:09
      Highlight Thomas Rohrer egal ob sie die Amerikaner mögen oder nicht, einmarschiert in Afghanistan sind die Russen.
      Aber ihre Aussage ist ein gutes Beispiel für das was in Afghanistan vorgeht: Auseinandersetzen der Großmächte auf den Rücken der einfachen Menschen.
      3 0 Melden
    • Thomas Rohrer 10.01.2017 22:39
      Highlight Ja, 1979 die Sowjetunion und 2001 durch die USA.
      2 1 Melden
    • Thomas Rohrer 10.01.2017 22:41
      Highlight Ich find Amerika als Land mit der Musik usw. cool, aber die Aussenpolitik ist tödlich.
      2 1 Melden
    • Echo der Zeit 11.01.2017 10:01
      Highlight Ich find Afghanistan als Land mit der Musik usw. cool, aber die Aussenpolitik ist tödlich - Ahmad Schah Massoud https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Schah_Massoud - wurde kurz vor dem 11. September 2001 von den Taliban ermordet. Man kann sich mit ein Bisschen antiamerikanismus halt schon die ganze Welt erklären.
      2 1 Melden

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