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Ein Waffenladen in den USA. archivbild: Getty Images North America

Waffen in den USA – ein Land im Krieg mit sich selbst

Zehntausende US-Bürger sterben jedes Jahr durch Schüsse - und nach jedem Massenmord steigen die Aktien der Waffenhersteller. Woher kommt diese Irrationalität? Die Forschung hat - düstere - Antworten parat.

08.10.17, 18:47 09.10.17, 07:51

Christian Stöcker / spiegel online

Ein Artikel von

In meinem Elternhaus kam einmal im Halbjahr ein Katalog mit Jagdbedarf an. Keine Ahnung, warum, niemand in der Familie war Jäger und grosse Fans von Lodenmänteln waren wir auch nicht. Mich hat der Katalog trotzdem immer interessiert. Er enthielt Bilder von Klappspaten, wasserdichten Taschenlampen - und Waffen.

Ich habe nie etwas Gefährlicheres als ein Luftgewehr in der Hand gehalten, war aber wie viele Jungs fasziniert von den Gewehren, Schrotflinten und Pistolen. Ich lernte Begriffe wie «brüniert» und unterhielt mich mit Freunden darüber, welche Pumpgun wir gerne besitzen würden. Die begleitenden Emotionen ähnelten denen, die ich mit Pick-up-Trucks wie bei «Ein Colt für alle Fälle» verband, oder mit Supersportwagen. Ferne, fremde Objekte waren das, unerreichbar, für den eigenen Alltag völlig unbrauchbar, aber total sexy. Das hat zweifellos etwas mit der medialen Umgebung zu tun, in der wir alle aufwachsen: Waffen- und Autofetischismus sind nun einmal zentrale Säulen der westlichen Unterhaltungsindustrie.

Wer viele Krimis sieht, glaubt an das Gute in der Knarre

Interessanterweise zeigt eine US-Studie, die auf heute 22 Jahre alten Daten basiert, dass regelmässiger Konsum von Kriminalfilmen und -serien im Fernsehen in den USA sich auf die Haltung zu Waffen auswirkt: Amerikaner, die mehr Krimis sehen, sind tendenziell gegen Waffenkontrollgesetze. Sie glauben sogar, dass Schusswaffen Verbrechen verhindern helfen. Was natürlich Unsinn ist.

Trotzdem habe ich bis heute ein gewisses Verständnis dafür, dass Menschen gerne Waffen besitzen möchten, genau wie ich ein gewisses Verständnis für Menschen mit einer Vorliebe für Pick-ups habe. Aber was sich in den USA jedes Mal abspielt, wenn wieder irgendjemand mit legal erworbenen Waffen viele Menschen umbringt, macht mich trotzdem fassungslos.

Nach dem Massenmord von Las Vegas war es wieder das gleiche. Es ist immer gerade zu früh, um über irgendeine wirksame Kontrolle zu reden, man ist immer lieber mit «Gedanken und Gebeten» bei den aktuellen Opfern und ihren Familien. Nicht den künftigen.

Jede Woche schiesst ein Kleinkind

2016 starben in den Vereinigten Staaten 37'000 Menschen durch Schusswaffen, wenn man die Suizide mitzählt. Und das muss man, denn eine Waffe im Haus erhöht das Risiko, dass sich jemand selbst tötet, um das bis zu fünffache. 30 Prozent der erwachsenen US-Bürger besitzen persönlich eine Waffe, 42 Prozent leben in einem Haushalt, in dem es eine gibt.

Im Schnitt einmal pro Woche wird ein US-Amerikaner von einem Kleinkind angeschossen oder erschossen.

Und fast jedes Mal, wenn wieder jemand besonders viele auf einmal umbringt, steigen die Aktien der Waffenhersteller.

Waffenladen in Colorado. archivbild: AP/AP

Pochen auf das Recht aufs Sturmgewehr

Ähnlich paradox wie die Reaktionen sind auch die Einstellungen von US-Bürgern gegenüber Waffen. Wenn man die richtigen Fragen stellt, sind auch Waffenbesitzer oft dafür, Regelungen einzuführen, die Schusswaffengewalt reduzieren sollen. Sieht man aber genau hin, dann werden Einstellungen formuliert, die Europäer einfach nicht verstehen können.

Zum Beispiel ist auch ein Drittel der US-Bürger, die selbst gar keine Waffe besitzen, dagegen, den Verkauf jener halbautomatischen Sturmgewehre zu verbieten, die bei den Massenmördern der jüngeren Zeit so populär sind. Unter den Waffenbesitzern pochen 54 Prozent auf ihr Recht aufs Sturmgewehr.

Es sind ja, wie die berühmte Phrase sagt, nicht die Waffen, die Menschen töten, sondern andere Menschen. Wo aber liegen die Wurzeln dieses irrwitzigen, irrationalen Glaubens, dass all die Schusswaffen nichts mit all den Schusswaffenopfern zu tun haben?

Sicher, die NRA ist eine mächtige, eine reiche Organisation, die mit ihrem Geld Politiker erfolgreich machen oder vernichten kann. Aber die NRA ist nur deshalb so stark, weil sie bis heute einen so grossen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Woher? Den - wenigen - verfügbaren Studien zufolge führt diese Frage bis ins Herz der tiefen Konflikte, an denen die USA so leiden. Wenige sind es auch deshalb, weil eine der reichsten Forschungsförderungseinrichtungen der USA, die CDC, seit über 20 Jahren keine Studien zum Thema finanziert - auf expliziten Druck der Waffenlobbyorganisation NRA.

Je rassistischer der Mensch, desto grösser seine Waffenliebe

Der aus Neuseeland stammende Psychologe Kerry O'Brien und seine Kollegen zeigten 2013, dass es einen Zusammenhang zwischen unbewussten rassistischen Einstellungen und Waffenbesitz gibt. Je höher die Punktzahl weisser Amerikaner auf einer Rassismus-Skala, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Schusswaffe im Haus haben. Menschen, die Schwarze tendenziell für kriminell und gewalttätig halten, sind zudem häufiger gegen Waffenkontrollgesetze.

Mit anderen Worten: Je mehr sich Menschen vor Waffengewalt fürchten, desto mehr wollen sie gerne Waffen besitzen dürfen. Auch, wenn das natürlich heisst, dass auch die anderen, die Bösen, leichter an Waffen herankommen können.

Gerade US-Bürger, die schon einmal zum Opfer eines Überfalls geworden sind, wehren sich gegen Waffenverbote. Die Autoren dieser im «Journal of Criminal Justice» erschienen Studie formulieren es so: «Diejenigen, die daran glauben, dass die Polizei sie vor Verbrechern schützen kann, sind für Waffenkontrolle. Die dagegen, die nicht daran glauben, dass sie sich auf die Polizei verlassen können, vertrauen lieber auf die Waffe.»

Zu welcher Gruppe eine Person gehöre, hänge «teilweise von relativ unflexiblen kulturellen Zügen ab». Man müsse deshalb davon ausgehen, dass sich die Einstellung zu Waffen allenfalls mit «gletscherhafter» Geschwindigkeit ändern werde, was Generationen dauern könne.

Es bleibt also zu befürchten, dass der bewaffnete Krieg, den Amerika gegen sich selbst führt, noch lange andauern wird. Nicht nur wegen der Krimis.

Immer mehr Lehrer in den USA belegen Waffenkurse

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Immer mehr Lehrer in den USA belegen Waffenkurse

Video: srf/SDA SRF

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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pedrinho 09.10.2017 15:57
    Highlight Mich duenkt etwas seltsam, dass sich so viele aufregen was 5-6tausend km westlich los ist.

    Als erstes interessieren mich die "paar meter" um mich herum und dabei habe ich in der CH wenig bedenken.

    Bekommt der CH dienstpflichte seine waffe(n) fragt er zuerst wo diese bei nichtgebrauch (WKfreie zeit) lagern kann. Und die mehrheit aller anderen verschwendet keine gedanken ueber irgendwelche atentate.

    Und selbst die gewaltbereite linke ist kaum bereit schusswaffen zu benutzen

    IMHO der schweizer* kann ruhig schlafen, die gesetze genuegen, sie werden eingehalten, respektiert.

    4 12 Melden
    • phreko 09.10.2017 23:01
      Highlight Weisst du weshalb wir in der Schweiz um die Legalisierung von Cannabis ringen? Weil die USA den War om Drugs in die Welt getragen hat.
      Umser zweikammern Parlamentssystem? Kopie von dem USA.
      Wardcheinlich bald perdonalisierte politidche Kampagnen im den Sozialen Medien, welche bis und mit Deppen wie Trump an die Macht bringen? Durch US-Konzerne, die wir in der kleinen Schweiz kaum kontrollieren können.
      Es gibt noch viel mehr Gründe genau hinzusehen, wenn in dem US and A irgendwas passiert, es kann uns trotzdem irgendwann einholen.
      5 0 Melden
  • Fanta20 09.10.2017 11:53
    Highlight Auf die Frage, weshalb viele Menschen nach wie vor auf das Recht zum Waffenbesitz schwören, gibt es m. M. eine vielleicht etwas lapidare Erklärung: Letztlich ist die rein statistische Wahrscheinlichkeit, einmal selbst Opfer von Schusswaffengebrauch zu werden, halt trotz allem sehr, sehr gering und für viele ein abstraktes Szenario. Es mag vielleicht ein etwas absurder Vergleich sein, aber ähnlich verhält es sich bspw. beim Autofahren: Alle wissen, dass damit ein (wenn auch sehr geringes) Risiko einhergeht, darauf verzichtet wird deshalb aber nicht.
    11 2 Melden
  • DerTaran 09.10.2017 10:06
    Highlight Unreflektierter Artikel. Wenn Waffen wirklich die Ursache und nicht das Symptom wären, dann müssten wir in der Schweiz jeden Tag um unser Leben fürchten, bei all den Sturmgewehren die bei uns rumliegen.
    Die Waffengesetztgegner machen es sich sicher zu einfach mit ihrer Argumentation, die Befürworter aber auch.
    12 38 Melden
    • x4253 09.10.2017 13:30
      Highlight @DerTaran
      Die Gesetzgebung betreffend Waffen alleine auf den Erwerb zu reduzieren geht hier zu kurz.
      Der Besitz und der dahingehende Umgang mit Waffen (sowie der Erwerb btw) ist in der Schweiz wesentlich strenger als in den USA. Das liegt nicht zuletzt darin, dass der Waffenbesitz in der Schweiz ein Privileg ist, und kein Grundrecht. D.h. die Waffen können jederzeit eingezogen werden. Ebenfalls kannst du nicht einfach in die Pampa fahren und losballern.
      Zu guter letzt: Der Waffenbesitz in der Schweiz kommt von der Wehr-Tradition her, und nicht um Haus und Hof vor Banditen zu Schützen.
      12 2 Melden
    • DerTaran 09.10.2017 15:34
      Highlight Ist das nicht genau das, was ich auch geschrieben habe?
      3 2 Melden
    • x4253 09.10.2017 16:01
      Highlight doch.
      Sieh meinen Beitrag als Ergänzung zu deinem :)
      4 1 Melden
  • Verifiable Truth 08.10.2017 23:56
    Highlight Amis bekommen was sie verdienen.
    Aggression geg.den Rest der Welt, geg. ihre Mitmenschen, kommt raus in Form von diesen Massenschiessereien.
    Der Missbrauch von psych. Mitteln, verschrieben oder unverschrieben ist ebenfalls ein Faktor.
    Eine Zivilisation die sich selbst zerstört, die durch Sklavenhandel und Waffenindustrie reich geworden ist, hat ihre Vergangenheit immer noch nöd bewältigt.
    Polizeigewalt, Ungerechtigkeit gegen Schwarze und Migraten, sind weit. dazubeitragende Faktorn, dass ein Mensch in US sich bedroht und hilflos fühlt, und daran ist interessiert und verdent die NRA.
    21 24 Melden
    • Hierundjetzt 09.10.2017 09:47
      Highlight Also sprichst Du jetzt von Frankreich oder was? 🤔
      11 3 Melden
  • _kokolorix 08.10.2017 23:38
    Highlight Die Amis sind ein Nation von Gewaltverbrechern und Rassisten. Wie sie sich der indigenen Bevölkerung entledigt haben, denken sie, dass sie sich auch aller anderen Probleme entledigen können. Solange ein Mehreheit der US Bürger diese Einstellung hat, wird sich nichts ändern und die Präsidenten werden immer grotesker. Irgendeiner wird dereinst die Atomraketen starten und das Problem evtl tatsächlich aus der Welt schaffen. Schade um die vielen schönen Sachen die auch aus diesem Land kommen und leider keine Chance gegen diese Primitivlinge haben
    20 30 Melden
    • Nausicaä 09.10.2017 11:18
      Highlight "Die Amis sind eine Nation von Gewaltverbrechern und Rassisten".
      Geht es nicht etwas differenzierter?
      Amerika und die Geschichte Amerikas ist von Gewalt geprägt, das ist wahr, aber alle Amis als Gewaltverbrecher und Rassisten zu bezeichnen..merkst du, dass du dich selbst rassistisch äusserst?
      Und ob es dort wirklich mehr Rassisten hat als anderswo, z.B. in Europa bezweifle ich stärkstens...
      16 3 Melden
    • _kokolorix 09.10.2017 13:55
      Highlight Das ist nicht rassistisch, sondern realistisch und empierisch seit jahrzehnten bewiesen. Eine Mehrheit von ⅔ der Amis ist extrem rassistisch und bereit das mit Gewalt durchzusetzen. In Europa ist es bloss ⅓ der Bevölkerung, in Deutschland wohl nur ¼.
      Praktisch alle Amis geraten in Rage wenn man sie auf den Genozid an den Indianern anspricht. Null Bewusstsein für die üblen Schandtaten ihrer Nation, aber einen völlig abgedrehten Patriotismus, der alles rechtfertigt. Wer Leute als Helden verehrt die offen für eine Ausrottung der Indianer einstanden ist soweit vom Nazitum auch nicht entfernt
      9 4 Melden
    • Nausicaä 09.10.2017 15:41
      Highlight Die Studie möchte ich ja mal sehn, welche die ganze Bevölkerung der von dir genannten Regionen auf Rassismus untersucht hat. Ist wissenschaftlich unmöglich, so was.
      Ich sage nicht, dass es die abgedrehten Patrioten nicht gibt, von denen du sprichst und die Ungleichheit, auch in Bildungsbelangen in Amerika ist zum Heulen. Aber man kann nicht alle Amerikaner über einen Kamm scheren. Und wir haben hier in Europa auch ziemlich viele abgedrehte Patrioten. Ich seh den Unterschied nur im kulturellen Ausdruck.
      Und ja, es gibt dort Neonazis, wie hier auch.
      6 2 Melden
    • _kokolorix 09.10.2017 18:29
      Highlight Wer redet denn hier von Studien? Das Wahlverhalten führt genau zu diesen Zahlen. Ich schere keinesfalls alle Amis über einen Kamm, ich sage ja deutlich dass es eine Minderheit mit durchaus lobenswerter Einstellung gibt. Aber es ist eben bloss eine Minderheit, während es in Europa (noch) eine Mehrheit ist.
      Bernie Sanders erreichte etwa 1/3 der demokratischen Stimmen, er war der einzige zur Wahl stehende Kandidat der nicht von den Reichsten finanziert wurde, welche fast durchs Band hinweg extrem rassistische Positionen vertreten und sich erfolgreich gegen jegliche
      Verbesserungen sträuben
      1 2 Melden
    • Nausicaä 09.10.2017 19:07
      Highlight Du bringst hier Dinge durcheinander. Clinton kann man manches nachsagen, sie ist nicht annährend so sozial wie Sanders, die Bürger interessieren sie wohl generell wenig, sie ist eine neoliberale bis auf die Knochen, sie bückt sich für die Wirtschaft aber das tut z.b.
      Merkel auch. Eine Rassistin ist sie deshalb noch lange nicht. Dafür will ich Quellen. Auch dafür, dass Clinton-WählerInnen RassistInnen sein sollen...Weiter ging nur ein Teil der Bevölkerung zur Wahl. Du betreibst hier Verleumdung, ist dir das klar?

      2 0 Melden
    • _kokolorix 09.10.2017 19:34
      Highlight Wer nicht wählt, wählt auch. In diesem Fall Donald Trump, und der ist jetzt zweifellos Rassist.
      Ob Hillary wirklich nicht rassistisch ist? Sie steht für ein System das systematisch alle Nichtweissen benachteiligt und dem weissen Mann einen Sonderstatus einräumt. Nicht jeder Rassismus ist so unsäglich plump wie der von Trump, der SVP oder Le Pen.
      Nicht umsonst kriegte Hillary die Stimmen der Frauen und Farbigen nicht
      1 1 Melden
    • Nausicaä 09.10.2017 20:34
      Highlight Ja, wer nicht wählt, wählt das Risiko, dass ein Rassist an die Macht kommt. Das macht einen selbst noch nicht zum Rassisten, da es viele Gründe gibt, jemanden zu wählen oder eben nicht. Clinton steht für den Status quo, in dem zwar nur wenige Nichtweisse zur Elite gehören, aber eben doch. Ihr ist die Hautfarbe egal - das Geld und der Status zählen, deswegen hat sie auch Trumps, weisse, arme und oft rassistische Wählerschaft als 'deplorables' bezeichnet. Sie hat nie gegen Ausländer oder Minderheiten gehetzt. Sie ist Superkapitalistin, keine Rassistin. Du verwäschst den Begriff 'Rassismus'.
      2 0 Melden
  • Hierundjetzt 08.10.2017 20:51
    Highlight Und jeder der am Konzert eine Waffe trug, konnte sich da doch wunderbar verteidigen? Ach sooo doch nicht. Und damals beim Boston Marathon? Oder Newtown, Connecticut (20 Kinder)

    Kurz: Es es ist diese lächerliche Gesetzeslage die in den USA nicht stimmt, nicht der Verkauf an sich.

    Als Referenz: Die Schweiz verfügt über die weltweit 2 höchste Anzahl von Waffen pro Kopf (und darunter um einiges Mehr an hochmodernen Sturmgewehren, mehr als die USA JE haben werden). Haben wir ein Problem damit? Nö. Wir haben hingegen auch eine strenge Gesetzgebung. Und das ist absolut in Ordnung.
    118 8 Melden
    • just sayin' 09.10.2017 08:20
      Highlight wo genau ist das schweizerische waffengesetz strenger?
      8 18 Melden
    • Z&Z 09.10.2017 09:34
      Highlight Meines Wissens sind unsere Gesetze diesbezüglich nicht viel strenger, sie sind aber Anders. Doch das ist nicht der Punkt. Unsere Bevölkerung hat ein anderes Verständnis für die Waffe. Wir wissen, dass die Waffe als Werkzeug für den Tod dient, wir haben gelernt (Militär - Milizsystem), was es für eine Verantwortung ist, so eine Waffe zu besitzen. In den USA ist das nicht so. Nicht die Gesetze machen den Unterschied aus, die Verantwortung und das Bewusstsein um diese. Deswegen ist es bei uns mit der hohen Waffendichte vergleichsweise kein Problem.
      26 3 Melden
    • Hierundjetzt 09.10.2017 09:46
      Highlight - nationales Waffenregister
      - Waffenerwerbsschein kaufen
      - Strafregisterauszug beilegen
      - bei der Polizei alleine (!) einen Kurs besuchen
      - kein Waffentragen in der Öffentlichkeit
      - Munition nur gegen ID / Pass
      - Notwehr ist extrem eng gefasster Begriff bei uns.
      - zuwiderhandlungen werden sofort scharf sanktioniert

      Zudem: fast jeder Besitzer wurde mind. 1x an einer Waffe professionell ausgebildet (Militär)
      35 2 Melden
    • Z&Z 09.10.2017 10:31
      Highlight @Hierundjetzt Danke, ist schon ein Weilchen her, dass ich mich mal dafür interessiert habe. Tut gut wieder auf einem aktuellen Stand zu sein.

      Die Frage, die sich die USA jetzt stellen muss ist, wie kann die Bevölkerung erzogen werden. Mit strengeren Gesetzen? Ich denke nicht, Stichwort Schwarzmarkt und Boom, das birgt in vieler Hinsicht mehr Probleme als Lösungen. Ein verantwortungsvoller Umgang entwickelt sich nur über viele Jahre (Jahrzehnte) und nur, wenn die Bevölkerung mitmachen will und es ihr nicht aufgezwungen wird.
      6 0 Melden
    • just sayin' 10.10.2017 18:02
      Highlight 1/2

      nope.

      zuerst muss festgehalten werden, dass die waffengesetze je nach bundesstaat stark varieren.

      so hat kalifornien das strengere waffengesetz als die schweiz.

      beispiele sind das 10-schuss maximum für magazine, technische vorrichtungen um den magazinwechsel zu erschweren und viele weitere lustige sachen.
      1 0 Melden
    • just sayin' 10.10.2017 18:21
      Highlight 2/2

      „Nationales Waffenregister“
      -> in welchem nur ein bruchteil der schweizer waffen erfasst sind

      „Strafregisterauszug/Waffenerwerbsschein kaufen“
      -> backgroundcheck in allen staaten

      „bei der Polizei alleine (!) einen Kurs besuchen“
      -> davon höre ich zum ersten mal

      „kein Waffentragen in der Öffentlichkeit“
      -> von zuhause zum schiessstand/waffengeschäft/ausstellung ist dies erlaubt (usa wie ch). je nach bundesstaat muss, wie in der schweiz, eine prüfung abgelegt werden. offenes tragen ist in fast allen staaten verboten (und kaum einer machts)
      1 0 Melden
    • just sayin' 10.10.2017 18:25
      Highlight und „Notwehr ist extrem eng gefasster Begriff bei uns“ trifft auch in den mehrzahl der bundesstaaten nicht zu.

      -> besteht gefärdung um leib und leben, darf mann sich auch in der schweiz verteidigen sofern die verhältnismässigkeit gegeben ist.

      werde ich durch jemand bedroht mit einer hieb-/stichwaffe (und kann ich nicht flüchten) ist die verhältnissmässigkeit gegeben.

      viele schweizer wissen nicht, dass hier die gleichen gesetze greifen, wie bei der behörde
      1 0 Melden
    • just sayin' 10.10.2017 18:27
      Highlight x/x

      langer rede kurzer sind:

      die waffengesetze der usa unterscheiden sich mehrheitlich kaum von unseren

      ich bin nach wie vor überzeugt, dass armut und fehlende bildung kriminalität begünstigt. und nicht die anzahl schusswaffen bei privaten
      1 0 Melden
  • Sloping 08.10.2017 20:45
    Highlight Diese Waffen sind doch nur eine rein psychologische Krücke. Man fühlt sich in der Theorie sicher, wenn diese Waffen im Keller oder unter dem Bett liegen. Doch in der Praxis habe ich noch von keinem Fall gehört, bei dem durch private Waffen ein Attentat oder Überfall verhindert worden ist. Es reicht, wenn ein krankes Promill (extrem Rechte und Linke, Dshihadisten, Psychopathen) von diesem liberalen Gesetz profitiert und wir haben eine Katastrophe wie in Las Vegas. Die Gefängnisse der USA sind wie in kaum einem anderen Land überfüllt: Da helfen keine Waffen und auch nicht die Todesstraffe.
    65 11 Melden
    • redeye70 08.10.2017 23:00
      Highlight Es gibt tatsächlich Fälle, wo Straftaten verhindert wurden durch private Waffenträger. Ein berühmter Fall war der Bruder von Bode Miller, der auf einen Polizisten schoss und dabei von einem bewaffneten Passanten erschossen wurde. Aber gerade in Las Vegas waren Bands am Festival, die ihre Waffen im Tourbus nicht hervorholten, weil sie befürchteten von der Polizei als Attentäter wahrgenommen zu werden. Über alles gesehen helfen Waffen nur in den seltesten Fällen zur Selbstverteidigung. Der Übeltäter ist meist einen Schritt voraus und hat die Initiative.
      24 2 Melden
    • pedrinho 09.10.2017 15:15
      Highlight " Über alles gesehen helfen Waffen nur in den seltesten Fällen zur Selbstverteidigung. "

      in der oeffentlichkeit, einverstanden, im privaten bereich, haus, wohnung, fazenda hilfts auf jeden fall. Problematisch erscheint mir nur das fast uneingeschraenkte waffentragrecht, jederzeit und ueberall.
      1 3 Melden
    • just sayin' 10.10.2017 18:36
      Highlight @Sloping

      es gibt massenhaft fälle, in welchen bewaffnete privatpersonen sich gegen übergriffe wehren konnten. diese fälle sind bei interesse schnell im internet zu finden.

      weiter gibt es wahrscheinlich deutlich mehr fälle, bei welchen kriminalität gar nie stattfand, da der angreifer die waffe (und die haltung des potenziellen opfers) reichte. diese fälle werden statistisch nicht erfasst
      1 0 Melden
  • rauchzeichen 08.10.2017 20:11
    Highlight die gletscher fliessen heute schneller als früher...
    35 2 Melden
    • Nausicaä 09.10.2017 09:36
      Highlight Stimmt. Der Gletschervergleich ist mMn so oder so eine absolut dämliche Allegorie.
      4 2 Melden
  • Alnothur 08.10.2017 19:40
    Highlight "Sie glauben sogar, dass Schusswaffen Verbrechen verhindern helfen. Was natürlich Unsinn ist."

    Genau da hörte ich auf, zu lesen. Aus für jeden halbwegs intelligenten Menschen nachvollziehbaren Gründen.
    24 146 Melden
    • Hierundjetzt 08.10.2017 21:24
      Highlight Ich habe eine Waffenschrank voll mit Waffen. Wenn ein Einbrecher kommt, was mache ich da?

      Exakt das:

      "Grüezi Herr Einbrecher warten Sie kurz, ich such rasch meine P226"

      Oder auf der Strasse so: Mein Portmonee? Niiiee im Lebe! Wart gschnäll werter Herr Röiber

      *Reisverschluss der Jacke aufmach
      *Klettverschluss des Tragholsters aufmach
      *Pistole hervorzieh
      *Pistole durchladen
      *Pistole aufs Ziel richten

      Nicht so viel Amifilmchen gucken! In der gelebten Realität hilft Dir eine Waffe rein. gar. nichts. Nicht mal als Personenschützer in der Freizeit.

      Nein. Einfach nein.
      148 21 Melden
    • Charlie Brown 08.10.2017 21:25
      Highlight @Albothur: Dann zeig doch mit für jeden halbwegs intelligenten Menschen nachvollziehbaren Argumenten auf, inwiefern Waffen in Privatbesitz helfen, Verbrechen zu verhindern.
      75 8 Melden
    • Saraina 08.10.2017 22:04
      Highlight Während des Terroranschlags greifst du locker zu deiner Schusswaffe, erschiesst fast einen Terroristen - und röchelst "aber ich wollte doch nur helfen..." während du unter den Schüssen des Sondereinsatz-Kommandos zusammensinkst.
      87 12 Melden
    • Kong 08.10.2017 23:36
      Highlight Waffen... Sammeln funktioniert. Sportschiessen auch. Professionell damit arbeiten logischerweise auch. Jagen von mir aus. Aber Selbstverteidigung ganz sicher nicht. Der mögliche Einsatzrahmen geht gegen Null und die Schnittmenge mit 'sicher gelagert und jederzeit bereit' ist in unseren Breitengraden inexistent. Und ich wage die These das der Ausbildungsstand für den scharfen Einsatz bei fast allen nicht gegeben ist. Für sicheres Handling schon (wofür auch Schützenwesen/Armee Beitrag leisteten. Als brauchbare Kompetenz empfehle ich 1. Hilfe, Awareness und Deeskalation...
      23 2 Melden
    • Markus K 09.10.2017 01:02
      Highlight Alnothur. Wenn es nur um Schusswaffen geht, verhindert ein Einzelner kaum Verbrechen. Aber warum nicht für alle freien Zugang zu Nuklearwaffen? Ich bin überzeugt, dass es innerhalb von wenigen Monaten keine Verbrechen mehr gäbe...
      16 3 Melden
    • Domsh 09.10.2017 02:08
      Highlight Wie erklärt man einen halbwegs intelligenten Menschen dass eine unkontrollierte Unmenge von Waffen im Privatbesitz von Laien keinerlei Verbrechen verhindert?
      Danke an die 3 Leute die es probiert haben.
      23 3 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 09.10.2017 06:14
      Highlight Was heute als "intelligenter Mensch" angesehen wird...🙄
      15 2 Melden
    • just sayin' 10.10.2017 18:45
      Highlight @Hierundjetzt

      wie sie dies so handhaben würden, ist dies zwar nicht schlau, aber ihr gutes recht.

      verhältnismässigkeit ist auch hier das zauberwort.

      jemand mit messer will mein portemonaie? bitteschön! hier!

      jemand steht in meinem schlafzimmer mit einem messer? schublade auf, waffe entnehmen und gefahr neutralisieren.

      wenn der nur mein tv will? soll er nehmen!
      2 2 Melden
  • dtk 08.10.2017 19:38
    Highlight
    20 4 Melden
    • Verifiable Truth 08.10.2017 21:13
      Highlight Unfassbar diese Logik
      12 3 Melden
    • Domsh 09.10.2017 02:02
      Highlight Sehr gute Antwort, die man nur versteht, wenn man die politischen Winkelzüge der NRA kennt.

      Krass das mit der No-Fly-List..!
      11 2 Melden
    • just sayin' 09.10.2017 08:35
      Highlight die noflylist ist absolute willkür (ted kenedy war auch drauf) und sollte nicht verwendet werden um menschen zu richten.

      niemand weiss genau wie mann auf die liste kommt und niemand wie mann wieder ab der liste kommt.

      keine gute basis

      12 2 Melden
    • Domsh 09.10.2017 11:48
      Highlight Dein Kommentar ist vollkommen am Thema vorbei. Es geht hier um Waffen-Gesetze, nicht um Flugverbot.
      Obama hat einfach folgenden Vergleich ziehen wollen:
      Wenn wir wissen dass jemand radikalisiert ist können wir ihm das Fliegen verbieten, nicht aber das Kaufen von Waffen - dank der NRA. Dann kommt ein NRA-Jünger wie Trump und wirft Obama vor nichts gegen Terroristen zu machen.
      Wie krank und heuchlerisch ist das denn!!!
      9 1 Melden
  • The Origin Gra 08.10.2017 19:29
    Highlight Was ist so Toll an einer Uzi? Ich meine, wer gerne Hochkonzentriert auf eine Scheibe auf 50 oder mehr schiesst darf das auch.
    Aber was bringt mir die geladene Pumpgun unterm Bett? Kommt ein Einbrecher und ist mir einer Schusswaffe bewaffnet, wird er, sobald er die bemerkt, sofort das Feuer eröffnen

    Was nützt mir bei einem berfall von hinten der Revolver im Brustholster? Wenn ich danach greife werde ich erstochen oder erschossen.

    Waffen machen einem nicht zwangsläufig sicherer
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    • meine senf 09.10.2017 12:54
      Highlight Wenn jeder eine Waffe neben dem Bett hat und auch das Recht hat, ohne Lebensbedrohung zu schiessen ("stand your ground"), führt das nur dazu, dass auch die Einbrecher brutaler werden.

      Bei uns haben Einbrecher ja meistens keine Schusswaffen und 9 von 10 fliehen, wenn sie entdeckt werden. Wenn sie aber damit rechnen müssen, dass geschossen wird, werden sie selber auch bewaffnet sein und sofort schiessen, wenn sie entdeckt werden. Ohne zuerst nachzuschauen, ob der Bewohner bewaffnet ist.

      Vielleicht gäbe es weniger Einbrüche. Aber die verbliebenen würden um so brutaler.
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    • The Origin Gra 09.10.2017 14:22
      Highlight @meine Senf: Ja das denke ich auch, als Einbrecher wäre man ja Blöd, also Blöd ist man so oder so wenn man den "Beruf" ausübt, Bankster ist viel Rentabler, wenn man sich bei obigen Szenario nicht bewaffnen würde.

      Allerdings denke ich, das die Zahl der Einbrüche nicht kleiner würden, Einbrecher habens auch gerne bequem und suchen sich deshalb gerne Unbewachte oder zurzeit leer stehende Objekte aus (z.B. wenn die Bewohner in den Ferien sind oder über Tag), wenn dann noch jeder ne Uzi unterm Kissen hat sowieso.
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Russland «klaut» ganze Fabriken

Was der «weisse Konvoi» wirklich transportierte

Die Welt rätselt, was die 280 russischen Lastwagen im «weissen Konvoi» in die Ukraine transportierten. Auf den starken LKW befanden sich nur ein paar wenige Paletten mit Hilfsgütern. Tatsächlich holte sich Russland aber eine ganze Fabrik.

Sogar zweihundertprozentig regierungstreue Russen lachten lauthals heraus, als sie die Begründung der russischen Regierung hörten, warum jeder Kamaz-Lastwagen im so genannten «Hilfskonvoi» nur zwei, drei Paletten Hilfsgüter geladen hatte: «Die Kamaz-LKW konnten nicht vollständig beladen werden, um einen übermässigen Verschleiss der fabrikneuen Lastwagen zu vermeiden. Voll beladen wären die Kamaz-LKW zudem auf Bergstrassen zu langsam gefahren, um die Hilfsgüter …

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