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Zufall hat Leben gerettet: Paris hat sich auf Anschlag vorbereitet – kurz vor den #ParisAttacks



Drei Stunden dauerte der Wahnsinn in Paris. Danach kommunizierten die Behörden die offizielle Opferzahl: 129 Tote. Doch mehr als 400 weitere Menschen wurden bei den Anschlägen verletzt, viele davon kritisch. Man durfte davon ausgehen, dass die Zahl der Toten noch deutlich ansteigen würde, wie das bei solchen Situationen immer wieder geschieht.

Doch nicht am vergangenen Freitag. Von den Verletzten haben bisher nur drei ihr Leben im Spital verloren. Das ist den Rettungskräften in Paris anzurechnen, die einen grossartigen Job geleistet haben – und nicht zuletzt dank einer glücklichen Fügung des Schicksals.

«Wir haben jedes Glied der Kette geprüft.»

Dr. Mathieu Raux, Pitié-Salpetrière-Spital 

Denn ausgerechnet an diesem Freitagmorgen haben die Ambulanzen und Spitäler von Paris in einer gross angelegten Übung die Reaktion auf eine Massen-Schiesserei simuliert. Seit dem Angriff auf die Redaktion des Satiremagazins «Charlie Hebdo» im Januar finden solche Übungen regelmässig statt. 

epa05024407 People gather at the entrance of the Universite La Pitie-Salpetriere hospital, where victims of the Paris attacks have been transported by ambulance, in Paris, France, 14 November 2015. More than 120 people have been killed in a series of attacks in Paris on 13 November, according to French officials.  EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Das Spital Pitié-Salpetrière hatte innert kürzester Zeit 10 Operationsräume für die Opfer parat.
Bild: GUILLAUME HORCAJUELO/EPA/KEYSTONE

Wie Dr. Mathieu Raux, Leiter der Notaufnahme im Pitié-Salpetrière-Spital zu Bloomberg sagt, habe man bei der Übung sichergestellt, dass die Ambulanzen gut aufgestellt sind, ob die Notfallstationen für einen solchen Fall organisiert sind und ob die Spitäler innert kürzester Zeit Ärzte und Hilfspersonal aufbieten können. «Wir haben jedes Glied der Kette geprüft», sagt Raux. Weil Notfall-Ärzte in Paris 24-Schichten arbeiten, habe jeder Doktor, der an diesem Abend im Einsatz war, an der Übung teilgenommen.

Pitié-Salpetrière im Südosten von Paris hat sich auf «Penetrationstrauma», zu dem auch Schussverletzungen gehören, spezialisiert. Um 9.40 Uhr erhielt das Spital die Meldung über die Anschläge, 20 Minuten nachdem die Bomben beim Stade de France hochgingen. Als eine Stunde später die ersten Ambulanzen eintrafen, warteten im Pitié-Salpetrière Notfallärzte und OP-Assistenten in 10 voll ausgestatteten Operationsräumen auf die Opfer.

Zwei Patienten starben im Pitié-Salpetrière kurz nach ihrer Ankunft, ein weiteres Opfer verlor sein Leben in einem anderen Spital. Seither gab es jedoch keine weiteren Todesopfer. 29 Personen befinden sich noch auf der Intensivstation. (rey)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ehringer 18.11.2015 14:05
    Highlight Highlight Top Leistung aller Beteiligten! Und dennoch eine Frage taucht auf: 24h-Schichten?! Keine Ahnung wie man das als Notfallarzt übersteht…
    • Dewar 18.11.2015 14:16
      Highlight Highlight Ich glaube, bei der 24h-Schicht ist eine Art Pikettdienst gemeint, währenddem der Arzt immer erreichbar und einsatzbereit sein muss. Ich nehme nicht an, dass bei diesem Dienst tatsächlich 24h am Stück gearbeitet werden muss, das wäre auch den Patienten gegenüber fahrlässig.
    • Ehringer 18.11.2015 14:41
      Highlight Highlight Ok, das kann sein. Finde aber auch 24h auf Pikett sehr viel.
    • Hayek1902 18.11.2015 16:05
      Highlight Highlight ist es auch, aber das verlangt halt der job
  • poesie_vivante 18.11.2015 14:03
    Highlight Highlight "Glückliche Fügung des Schicksals". Wirklich? http://www.heise.de/tp/artikel/46/46585/1.html
    • Kookaburra 18.11.2015 14:15
      Highlight Highlight Das erinnert mich an was. Ich muss noch Alufolie kaufen!
    • poesie_vivante 18.11.2015 14:34
      Highlight Highlight Ehrlich gesagt sieht es für mich dieses Mal nicht wie inszenierter Terror aus. Ab einem IQ von 90 fällt es einem aber halt ziemlich schwer, alles als reiner Zufall zu akzeptieren und nicht einmal sich des eigenen Gehirns zu bemächtigen.

      Bei watson werden nun beinahe täglich all jene als "Aluhütte" beschimpft, die nicht unkritisch die oftmals hanebücherne "offizielle" Version nachbeten.

      Das ist intellektuell erbärmlich und zeigt eigentlich nur eines: Nur wer keine Argumente hat, muss Leute mit anderen Meinungen mit Kampf-Begriffen wie "Aluhütte" diffamieren.
    • WatsonGrammarControl 18.11.2015 15:09
      Highlight Highlight Was solche Theorien für mich ziemlich stark disqualifiziert, ist, dass ich da ein grundsätzliches logisches Problem sehe:

      Wenn man (hypothetisch) mal davon ausgeht, dass diese Anschläge von offiziellen Stellen geplant oder toleriert werden, dann nehmen diese Tote und Verletzte bewusst in Kauf. Warum sollten sie dann andererseits solche Übungen veranstalten, um möglichst viele Leute zu retten? Das würde ja nur für Verdachtsmomente sorgen.
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