International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Von Emotionen übermannt: Jesse Hughes im Interview mit dem Sender itele.
Bild: screenshot/theguardian

«Eagles of Death Metal»-Frontmann nach Auftritt im Bataclan: «Jeder sollte eine Waffe haben»

Mit einem emotionalen Konzert ist die Rockband Eagles of Death Metal drei Monate nach dem Anschlag im Musikclub «Bataclan» nach Paris zurückgekehrt. «Ich liebe euch verdammt noch mal alle», rief Frontmann Jesse Hughes den Zuschauern im Konzertsaal «Olympia» zu. Zuvor hatte sich Hughes in einem Interview für einen liberaleren Zugang zu Waffen ausgesprochen.

17.02.16, 04:32 17.02.16, 08:38


Unter den Gästen waren auch Überlebende der Attentate vom 13. November. Damals hatten Islamisten beim Konzert der Band 90 Menschen ermordet. Unter tosendem Beifall betrat die Gruppe die Bühne, dazu wurde das Lied «Il est cinq heures, Paris s'éveille» («Es ist fünf Uhr, Paris erwacht») des Liedermachers Jacques Dutronc eingespielt – eine Reverenz an die französische Hauptstadt.

epa05165208 US musician and lead singer of the band 'Eagles of Death Metal' Jesse Hughes performs during a concert at the Olympia music venue in Paris, France, 16 February 2016. The US band has restarted their European tour in Stockholm three months after the November 2015 Paris attacks on their concert at the Bataclan theatre in Paris.  EPA/JEAN NICHOLAS GUILLO/PHOTOPQR/LE PARISIEN FRANCE OUT / CORBIS OUT  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

EODM-Frontmann Jesse Hughes beim Konzert im «Olympia» in Paris.
Bild: EPA/MAXPPP

«Ich möchte einfach versuchen, das Set zu beenden, sodass alle einen Teil dieses schlimmen Zeugs hinter sich lassen und hier (im Herzen) mehr Platz für bessere Sachen schaffen können», hatte Hughes zuvor dem französischen Sender iTélé gesagt.

«Hat Ihre französische Waffenkontrolle den Tod einer einzigen Person verhindert?»

Mitten in ihrem ersten eigenen Song «I Only Want You» stoppte die Rockgruppe kurz für einen «Moment der Erinnerung» an die Opfer des Anschlags. «Nehmen wir uns einen Moment, um zu gedenken», sagte Schlagzeuger Josh Homme. Frontmann Hughes wurde in der Folge immer wieder sichtbar von seinen Gefühlen übermannt.

Äusserungen zum Waffengesetz

Die Eagles of Death Metal hatten alle Besucher des blutig geendeten «Bataclan»-Konzerts zu ihrem neuen Auftritt eingeladen. Er stand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen: Das Trottoir vor dem «Olympia» war komplett abgesperrt, Polizisten und private Sicherheitsleute kontrollierten die Besucher mehrfach, unter anderem mit Metalldetektoren. Für Überlebende und Angehörige der Opfer standen psychologische Betreuer bereit.

Bei Interviews vor dem Konzert hatte Hughes sich mit Blick auf den «Bataclan»-Anschlag auch erneut zur Frage der Waffengesetzgebung geäussert und gesagt: Bis niemand mehr Waffen habe, müsse vielleicht jeder Waffen haben. «Hat Ihre französische Waffenkontrolle den Tod einer einzigen Person verhindert?», fragte er, nachdem ihn eine Journalistin von iTélé auf das Thema angesprochen hatte.

Dem Sender Canal+ sagte er: «Ich bin kein Held, aber wenn ich eine Waffe gehabt hätte, hätte ich etwas ändern können – und ich wäre bereit gewesen, es zu tun.»

Auftritte in der Schweiz

Aussagen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump zu den Pariser Anschlägen bezeichnete Hughes gegenüber der Zeitung «Le Monde» allerdings als «absurd». Trump hatte gesagt, er trage immer eine Waffe bei sich und hätte im «Bataclan» das Feuer gegen die Terroristen eröffnet. «Ja, das ist absurd, wir sind nicht da, um Politik zu machen», sagte auch der Eagles-Mitbegründer und Schlagzeuger Josh Homme. Hughes ist erklärter Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Die Band hatte ihre nach dem Anschlag unterbrochene Europatournee bereits am Samstag mit einem Konzert in Stockholm fortgesetzt. Am 23. Februar gastieren die kalifornischen Musiker in Zürich, Ende Oktober steht ein Konzert in Luzern auf dem Programm. Schon im Dezember war die Gruppe mit zwei Stücken Überraschungsgast eines Konzertes von U2 in Paris.

Das «Bataclan» soll bis Ende des Jahres renoviert und wiedereröffnet werden. Dann will Hughes mit den Eagles der erste sein, der dort auf der Bühne steht, denn: «Ich liebe diesen Club.»

Am Abend des «Bataclan»-Auftritts hatten weitere Attentäter fast zeitgleich auch an verschiedenen Bars und Restaurants in Paris sowie am Fussballstadion im Vorort Saint-Denis zugeschlagen. Insgesamt starben bei der Terrorserie 130 unschuldige Menschen. (wst/sda/dpa)

Anschläge in Paris

Video zeigt Festnahme von Salah Abdeslam – weiterer Komplize von Paris-Attentätern identifiziert

Die Namen des Horrors von Paris

«Eagles of Death Metal»-Frontmann nach Auftritt im Bataclan: «Jeder sollte eine Waffe haben»

6 Indizien dafür, dass der IS schwächer ist, als wir dachten

Und die Geheimdienste nach den Paris-Anschlägen so: Wir haben versagt, gebt uns mehr Macht

#SprayForParis: Die nicht ganz legale Solidarität aus der Dose

«Wir nannten sie Cowboy-Frau» – Wer war die Selbstmordattentäterin von Saint-Denis?

Anonymous will IS-Terroristen mit Trojaner​ in die Falle locken

«Daesh»: Ein Wort im Krieg – ein Wissenschaftler erklärt, wie Sprache Macht ausübt

Offener Brief an Obama: Ex-Piloten geben Drohnenkrieg Mitschuld am Terror

Warum es den IS zur Weissglut bringt, wenn Hollande und Obama ihn «Daesh» nennen

Drei (!) Trottel schreiben was auf Facebook und «20 Minuten» macht daraus: «Schweizer Extremisten feiern Attentäter» – vielen Dank!

Mit diesen Liedern verarbeiten watson-User die Anschläge von Paris

Merkel, Macron und Putin kommen zu Syrien-Gipfel

«Für die Muslime ist klar, dass die Anschläge nichts mit der Religion zu tun haben» – Höchster Muslim der Schweiz warnt vor Stigmatisierung

IS-Zelle in Winterthur? «Daran besteht kein Zweifel mehr»

Das Ziel des Islamischen Staats ist eine blutige Apokalypse

Das sagt der Bruder von Salah und Ibrahim Abdeslam zum Attentat

Eine Rückkehr zu mehr Nationalismus kann den Terror nicht bekämpfen – unser Fortschritt schon

900 Euro und zwei Stunden Zeit: So leicht kommen Terroristen an eine Kalaschnikow

Anschlag beim Stade de France: Wie die Behörden eine Massenpanik im Stadion verhinderten

Die Attentäter von Paris: Terroristen der Generation Syrien

«Man hat wirklich gedacht: Ich sterbe jetzt. Hoffentlich tut's nicht weh und es geht schnell»

Über 2,5 Millionen Likes: Dieser emotionale Facebook-Post einer Bataclan-Massaker-Überlebenden geht um die Welt

Was ist wann und wo passiert? – Die Chronik der Pariser Terrornacht

Paris ist nicht sicher, wir sind nicht sicher – und damit werden wir leben müssen

Handy-Video zeigt, wie Menschen aus dem Club Bataclan fliehen (Achtung: Schockierende Szenen!)

Terrorserie in Paris: An sieben Orten gleichzeitig schlugen die Attentäter zu

«Zum Teufel mit dir, Tod!» – Das sagt Karikaturist Joann Sfar zu den Anschlägen

Video: Hier stürmt die Polizei das Bataclan

Augenzeuge des Bataclan-Massakers: «Es war ein Blutbad»

IS-Anhänger bejubeln die Anschläge von Paris

«Hier in Paris fragen sich jetzt alle: Warum immer wir?»

Von Bologna bis «Charlie Hebdo»: Die schlimmsten Terroranschläge in Europa

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

24
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • herschweizer 14.04.2016 13:59
    Highlight USA USA USA...
    1 1 Melden
  • AdiB 18.02.2016 18:20
    Highlight ich finde jim jefferies bringts auf den punkt.

    7 1 Melden
  • Dewar 17.02.2016 10:23
    Highlight In den USA sterben jährlich gegen die 35000 Menschen durch eine Schusswaffe. Das sind 0.1 Promille der Bevölkerung und das in jedem Jahr. Bevölkerungsbereinigt sind das fast 40 (!) mal mehr als in der Schweiz. Woran das wohl liegt? Aber anstatt restriktivere Gesetze inkraft zu setzen wird im Amiland die Kausalität zwischen Schusswaffen und Schusswaffentoten einfach abgestritten. Das gipfelt dann in Teleshoppingkanäle eigens für Waffen. Wann lernt man es endlich?
    8 2 Melden
  • mauchmark 17.02.2016 09:43
    Highlight Viele lesen "Waffe" aber verstehen nur "Schusswaffe"!?

    Wiki: "Beispielsweise ist ein Skalpell in der Regel für die medizinische Anwendung, ein Fahrzeug primär für Transport und Fortbewegung und ein Baseballschläger als Spielgerät konzipiert. Diese Mittel können jedoch zweckentfremdet zur Verletzung von Lebewesen oder Beschädigung von Gütern eingesetzt werden. Was eine Waffe ist, richtet sich demnach auch nach der Art des Gebrauchs oder der offensichtlich unmittelbar beabsichtigten Wirkung durch den Einsatz eines Gegenstandes" https://de.wikipedia.org/wiki/Waffe

    Jeder hat eine Waffe!
    2 17 Melden
    • tinu32 17.02.2016 10:04
      Highlight Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass Herr Hughes nicht Skalpelle meint, wenn er von "gun control" spricht.
      14 1 Melden
    • mauchmark 17.02.2016 17:28
      Highlight Dann hat sich wenigstens Hughes präziser ausgedrückt - was man von diesem (wst/sda/dpa) Artikel in keinster weise behaupten kann...
      0 9 Melden
  • Päsu 17.02.2016 09:08
    Highlight Nichts gelernt
    15 9 Melden
  • lily.mcbean 17.02.2016 08:52
    Highlight Klaaaar! Hätten alle eine Waffe gehabt hätte es weniger tote gegeben!!!
    29 8 Melden
  • GreenBerlin 17.02.2016 08:47
    Highlight Was für ein Depp - noch selten sowas hirnrissiges von einem "Künstler" gelesen...
    21 11 Melden
  • oskar 17.02.2016 08:43
    Highlight er ist halt republikaner
    22 13 Melden
  • manhunt 17.02.2016 08:10
    Highlight natürlich! waffen für alle! das hätte das ganze bestimmt verhindert! (ironie off) ist ja klar so einen stuss aus dem munde eines amis zu hören.
    37 14 Melden
    • zigi97 28.04.2016 00:32
      Highlight Ja, lineralere Waffengesetze hätten tatsächlich etwas bringen können. Sie hätten die Anschläge viellecht nicht verhindert, die Menschen wären aber nicht hilflos ausgeliefert gewesen.
      Man hat nicht die Wahl zwischen Waffen und keine Waffen, nur zwischen Waffen nur für Kriminelle oder Waffen auch für "gute Menschen".
      Nicht Waffen töten Menschen. Menschen töten Menschen.
      1 5 Melden
  • elivi 17.02.2016 07:47
    Highlight wenn jemand als massnahme gegen attentate mit mehr waffen für alle kämpft ... erkennt man dieser jemand kommt nicht aus Europa.
    Wieviele Leben hat das liberale waffengesetzt den gerettet? wieviele hätten verhindert warden können wenn nicht jeder auf jeden schiessen darf?
    ich fühle mich deutlich sicherer in ein raum ohne waffen als in ein raum voller waffen zusammen mit alkohol und sonstigen substanzen.
    50 10 Melden
  • Don Alejandro 17.02.2016 07:42
    Highlight Seine Urteilsfähigkeit scheint noch nicht ganz zurück. Statistiken beweisen das Gegenteil.
    33 11 Melden
  • tinu32 17.02.2016 06:48
    Highlight Wie viel sicherer fühlt man sich wohl als Befürworter seiner Aussagen im Ausgang (und sonst), wenn jeder (inklusive den Vollidioten und betrunkenen) eine geladene Knarre dabei hat?
    29 8 Melden
  • Duweisches 17.02.2016 06:40
    Highlight 'MEEERICA 🙄
    Wenn jeder eine Waffe hat, bis keiner mehr eine Waffe hat, wird niemals keiner mehr eine Waffe haben. Sehen wir ja auch in Amerika...
    17 8 Melden
  • Jonas Schärer 17.02.2016 06:27
    Highlight Dumm wie Brot... typisch ami-logik... das geht langsam auf den Sack dass die Deppen immer den gleichen Müll rauslassen nach jedem Amoklauf.... weil ja jeder eine Waffe hat gibt es in den USA so schrecklich wenig Schusswaffenverbrechen...
    24 11 Melden
    • zigi97 28.04.2016 00:41
      Highlight Waffen töten keine Menschen. Menschen töten Menschen.

      Dass es in den USA so viele Tote durch Schusswaffen gibt liegt nicht an den Waffengesetzen, sondern vielmehr an den Gangkriegen, ausgelöst u.a. durch schlechte Bildung und den Krieg gegen die Drogen.
      Ausserdem ist es unehrlich, die Statistik für Schusswaffentote herbeizuziehen, wenn schon müsste man die Gesamtzahl der Morde betrachten (mehr schusswaffen könnten theoretisch zu mehr schusswaffentoten führen, während die gesamtzahl der toten sich nicht verändert).
      1 2 Melden
    • zigi97 28.04.2016 00:48
      Highlight Ausserdem gibt es innerhalb der USA verschieden strenge Waffengesetze. Die Staaten, in denen die Gesetze liberaler sind haben tendenziell sogar weniger tote als diejenigen mit strengen Gesetzen (bsp: New York hat sehr strenge Gesetze, aber verglichen mit anderen Staaten sehr viel Schusswaffentote.

      Übrigens hat die Schweiz weltweit eine der höchsten Waffendichten. Wenn mehr Waffen zu mehr Toten führen würden, wäre die Schweiz sehr gefährlich und unsicher. Das Gegenteil ist der Fall.
      1 1 Melden
  • Matrixx 17.02.2016 06:26
    Highlight Genau, jeder sollte eine Waffe haben...
    ODER niemand.
    Niemand ist besser.
    21 6 Melden
    • zigi97 28.04.2016 00:34
      Highlight Niemand ist unrealistisch. Es bleibt nur die Wahl zwischen Waffen nur für Kriminelle und Waffen für alle.
      1 1 Melden
  • iNDone 17.02.2016 06:22
    Highlight Der soll sich um die musikalische Unterhaltung kümmern. Diese Band und ihre Meinung interessiert doch eigentlich niemanden.
    24 7 Melden
  • Gott 17.02.2016 06:19
    Highlight Wäre eine super Idee, wenn im Ausgang jeder eine Waffe dabei hätte. Gäbe sicher nie Probleme, sind ja alles "Good guys with a gun".
    23 6 Melden
  • _kokolorix 17.02.2016 05:51
    Highlight hätte jeder dort eine waffe gehabt, hätte es wahrscheinlich 200 tote gegeben
    30 9 Melden

Immer mehr Good News beim Klimaschutz – ausser in der Schweiz

Der Weltklimarat fordert zu raschem Handeln im Kampf gegen die Erderwärmung auf. Viele Städte, Regionen, Unternehmen und Investoren haben wichtige Schritte eingeleitet. Keine gute Falle aber macht die Schweiz.

Der Sommer scheint fast kein Ende zu nehmen. In den nächsten Tagen steigen die Temperaturen im Schweizer Mittelland auf Werte von gegen 25 Grad, und das Mitte Oktober. Damit setzt sich der Trend eines Jahres fort, das ohnehin deutlich wärmer und vor allem trockener ist als der Durchschnitt. In solchen Fällen wird schnell einmal der Klimawandel als Ursache herangezogen.

Nun aber sind Wetter und Klima zwei unterschiedliche Phänomene. Trotzdem werden sie gerne vermischt. «Klimaskeptiker» etwa …

Artikel lesen