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Warum die Terroristen Frankreich so hassen

Und wieder erschüttert ein islamistischer Anschlag Europa. Der 31-jährige Täter hat drei Kinder, die in Frankreich aufgewachsen sein dürften. So wie die Killer von Paris: Warum hassen diese Männer das Land derart?



Fête nationale an der Côte d’Azur: Die Grande Nation feiert sich selbst, die Menschen stehen bei angenehmen 23 Grad an der Uferpromenade in Nizza. Dann beginnt das Grauen.

Mohamed Lahouaiej Bouhlel drückt aufs Gaspedal, steuert seinen 19 Tonnen schweren Truck in die Menschenmenge, tötet Frauen, Kinder, Alte – bis er selbst gerichtet wird.

Bouhlel kommt aus Msaken, Tunesien.

Der Mann wurde 1985 in Msaken in Tunesien geboren. Schon seine Eltern emigrierten nach Frankreich, berichtet BBC. Bouhlel heiratet, bekommt mit seiner Frau drei Kinder, die in Frankreich geboren worden sein dürften, aber lebt zuletzt mit der Frau nicht mehr zusammen.

Bouhlel bringt 84 Unschuldige um.

Warum?

Der Attentäter von Nizza wandelt auf den Spuren der Mörder, die am 7. Januar 2015 in die «Charlie Hebdo»-Redaktion in Paris eingedrungen sind, die am 9. Januar 2015 in der Hauptstadt in einem jüdischen Supermarkt vier Geiseln töteten und die am 13. November in mehreren Arondissements 130 Leben auslöschten.

A man walks through debris scatterd on the street the day after a truck ran into a crowd at high speed killing scores celebrating the Bastille Day July 14 national holiday on the Promenade des Anglais in Nice, France, July 15, 2016.      REUTERS/Eric Gaillard

Die Uferpromenade am Morgen danach.
Bild: ERIC GAILLARD/REUTERS

Der Anschlag von Nizza reiht sich in diese Liste beinahe nahtlos ein. Nicht nur, weil auch dort für mehrfachen Mord der Name Allahs missbraucht wurde, sondern auch, weil sich alle Bluttaten gegen eine Gesellschaft richten, die auch auch ihre sein sollte.

Ein Land, in das Eltern oder Grosseltern einst aus Nordafrika einwanderten. In dem sie selber aufgewachsen sind (siehe Bildstrecke) oder in dem – wie im Fall von Bouhlel – die eigenen Kinder gross werden.

Der Terror ist also – und diese Erkenntnis tut weh – zumeist hausgemacht. Es bleibt jedoch die Frage: Warum? 

Für die Radikalisierung dieser Männer gibt es vier Gründe. Keiner davon entschuldigt oder rechtfertigt die Taten, sondern sie erklären bloss deren Entstehung.

1.) Historische Frontenbildung

«Warum trifft es immer wieder Frankreich?», fragen die Menschen, als die Schreckensnachricht aus Nizza eintrifft. Und wohl im Vergleich zur US-Aussenpolitik heisst es mitunter: «Die Franzosen machen doch gar nichts!?»

Au contraire! Frankreich war im Nahen Osten und Nordafrika stets aktiv – und ist es heute noch. Jahrzehntelang hat die frühere Kolonialmacht die Politik von Ländern wie Marokko, Tunesien oder auch Algerien bestimmt, was in letzterem Fall in einem langen, blutigen Bürgerkrieg endete. Paris hat die Landkarte Arabiens mit zu verantworten – inzwischen wissen wir, dass die Grenzziehung von damals der Grundstein der Konflikte von heute ist – siehe Syrien.

Image

Mit dem Strich auf dieser Karte legten der Brite Mark Sykes und der Franzose François Georges-Picot im Mai 1916 das Schicksal von Millionen über Jahrzehnte fest. Mehr hier. Bild: wikicommons/Royal Geographical Society

Und die Nation will «grande» bleiben: Als Muammar al-Gaddafi ins Visier der internationalen Gemeinschaft geriet, war Paris neben London unter den Ersten, die «Luftschläge» gegen Libyen forderten – und durchführten. Auch in Afrika sieht sich das Land immer noch als Ordnungsmacht, wie sich in Mali zeigt, wo Präsident Hollande die Regierung militärisch im Kampf gegen islamistische Separatisten unterstützt.

epa02669964 A French Mirage fighter takes off on a mission to Libya from the Souda military base on Crete Island, Greece, 04 April 2011. NATO conducted 70 air raids over Libya on 02 April, the Western military alliance said on 03 April, in its daily report of its previous day's activities. As part of their remit to implement United Nations-authorized military action against Libya, NATO planes are both enforcing a no-fly zone and targeting Libyan military objectives to prevent attacks on civilians.  EPA/STEFANOS RAPANIS

April 2011: Eine französische Mirage fliegt von Kreta aus Luftangriffe auf Libyen.
Bild: EPA/ANA-MPA

Nicht zuletzt um von innenpolitischen Problemen abzulenken, mischt sich Frankreich aussenpolitisch ein. Für einen Islamisten ist Paris damit Teil einer Front, die seit der Kolonialzeit islamische Länder bekämpft und unterdrückt. Denn Islamisten suchen stets die Schuld bei anderen – und niemals bei sich selbst, bei der Spaltung unter den Muslimen, der Unfähigkeit zu Reformen oder der Korruption der Machthaber (siehe Kontext). 

2.) Gescheiterte Integration

Wenn die verfehlte Integration zur Sprache kommt, verdrehen viele die Augen. Mitunter wird gar mit Wut reagiert – so nach dem Motto:

«Jetzt kommen wieder diese Gutmenschen, und wir sollen schuld daran sein, dass so ein irrer Mullah mordet? So nicht!!! Mit Ali vom Gemüseladen um die Ecke verstehe ich mich schliesslich auch blendend, und der hat sich ja auch anpassen können!»

Darum geht es nicht.

Polizisten untersuchen am 4. November 2005 in Trappes, westlich von Paris, die Wracks von insgesamt 27 ausgebrannten Autobussen. Die Naechte vom 27. Oktober bis zum 17. November vergangenen Jahres sind als

Trappes bei Paris im Jahr 2005: Polizisten begutachten die Wracks von insgesamt 27 ausgebrannten Cars, die bei «Vorstadtunruhen» angesteckt wurden. Bild: AP

Es geht darum, dass es eine grosse Zahl von Menschen gibt, die zu einer Minderheit gehören – und die Minderheit bleiben. Eine, die sozial abgehängt ist, wie der Film «La Haine» schon 1995 eindrücklich aufgezeigt hat. Es ist die Geschichte dreier Freunde in den Trabantenstädten von Paris.

Das Trio hat unterschiedliche Religionen, kommt aus verschiedenen Ländern – und erinnert daran, dass der Konflikt kein religiöser ist, sondern vor allem ein sozialer. Es geht um Armut, Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe: Was da vor gut 20 Jahren thematisiert wird, gilt auch für die Attentäter von heute.

«La Haine»

Diese sind Menschen, die sich mit dem Staat, in dem sie leben, in keinster Weise identifizieren können. Nur deshalb können sie derart herzlos morden, im Bataclan fröhliche Konzertbesucher erschiessen oder mit einem Laster feiernde Franzosen überfahren. Weil sie das Gefühl haben, mit unserer Gesellschaft nicht auch nur das Geringste zu tun zu haben.

Die Gründe für diese derart gescheiterte Integration sind vielfältig – und Fehler wurden auf beiden Seiten gemacht. Aber wer das Thema als Larifari-Sozialromantiker-Argumentation abtut, wird die Auslöser für ein Blutbad wie das von Nizza nie verstehen.

French boys play soccer in a waste ground by their low cost housing complex, Monday, Nov. 7,2005, in Grigny, a suburb south of Paris where, for the first time since the start of the urban violence, police has been targetted and injured by weapon's fire. France's tough low-cost housing projects were once desirable places to live for poor families, today, these housing projects at the heart of rioting across France.  (KEYSTONE/AP Photo/Jacques Brinon)

Banlieue im Pariser Vorort Grigny. Bild: AP

3.) Ablehnung durch zwei Kulturen

Eine weitere Ursache ist nicht nur die fehlende Integration in der neuen Heimat, sondern auch Ablehnung in der Kultur, in der jene Menschen ihre «Wurzeln» haben, wie man heutzutage sagt. Islamwissenschaftler Marwan Abou-Taam, ein Berater der deutschen Polizei, sagte es im «Handelsblatt» so:

«Diese dritte Generation ist am meisten betroffen, da sie sowohl von den Eltern Zurückweisung erfährt, als auch von der deutschen Mehrheitsgesellschaft – den Eltern sind sie nicht türkisch oder arabisch genug, von den Deutschen werden sie trotzdem oft wie Fremde behandelt.»

Um beim Beispiel Deutschland zu bleiben: Die ersten Einwanderer sind «Gastarbeiter» – und wer Gast ist und bald wieder geht, bekommt (und nimmt) auch keinen Deutschkurs. Ihre Kinder spielen dann die Dolmetscher, und auch die zweite Generation ist noch vom Herkunftsland der Grosseltern geprägt, so Abou-Taam.

Die dritte Generation, aus der sich auch fast alle französischen Attentäter rekrutieren, ist schliesslich ohne Wurzeln – in Frankreich kein Franzose, in Tunesien kein Tunesier – und deshalb für Rattenfänger leichte Beute: Die Identität stiften dann die Radikalen. 

Nizza am Tag danach

French riot police officers patrol by a burning car in Bagnolet, Paris suburban, Tuesday Aug. 11, 2009, where an 18-year old youth worked, before dying in a motorbike accident while fleeing police Sunday night. Some 40 rioters in a Paris suburb hurled Molotov cocktails at police and firefighters and torched cars in a rampage prompted by the death of a teen pizza deliverer fleeing police. The interior minister called Monday for calm after the overnight violence.(AP Photo/Jacques Brinon)

Der Pariser Vorort Bagnolet: 2009 brachen Unruhen aus, nachdem ein 18-Jähriger auf der Flucht vor der Polizei tödlich verunglückte.
Bild: AP

4.) Kriminalität und Islamismus als rettender Anker 

Fehlendes Zugehörigkeitsgefühl, gesellschaftliche Ablehnung, bescheidene Bildung und soziale Armut münden oft genug in Kriminalität. Kaum ein Attentäter in Frankreich hatte eine weisse Weste: 

French riot police officers walk by a burning car in Bagnolet, Paris suburban, Tuesday Aug. 11, 2009, where an 18-year old youth worked, before dying in a motorbike accident while fleeing police Sunday night. Some 40 rioters in a Paris suburb hurled Molotov cocktails at police and firefighters and torched cars in a rampage prompted by the death of a teen pizza deliverer fleeing police. The interior minister called Monday for calm after the overnight violence.(AP Photo/Jacques Brinon)

Ein weiteres Bild aus Bagnolet.
Bild: AP

Diesen Menschen präsentieren sich Islamisten als «rettender Anker» – auch in Deutschland, erklärt Abou-Taam. In Metropolen wie Paris oder Berlin gebe es «eine sehr starke Überschneidung zwischen dem Salafismus und kriminellen Milieus». 

Warum sich Verbrechen und Religion nicht widersprechen, verdeutlicht der französische Experte Gilles Kepel in der NZZ: «Man kann ohne weiteres gleichzeitig Salafist und Drogendealer sein – weil man damit die Existenz von Ungläubigen zerstört. Man kann auch Frauengeschichten haben, der Zweck heiligt die Mittel. In der Logik des Jihad ist alles erlaubt, um den Feind täuschen zu können.»

Hinweis: SRF 2 Kultur sendet am 18. Juli um 9 Uhr ein Feature über tunesische Jihadisten.

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86
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    Alle Leser-Kommentare
  • decsis 17.07.2016 15:29
    Highlight Highlight Man kann die Argumentation auch vereinfachen: Die 5 letzten Attentate --> 5 mal Islam. Das Fazit kann nun jeder für sich ziehen.
    19 36 Melden
    • Schubidubidubid 18.07.2016 12:50
      Highlight Highlight Die letzten 5 Attentate -> 5 mal Männer mit Bart. Das Fazit kann nun jeder für sich selbst ziehen.

      Oder ohne Sarkasmus: 5 mal Männer mit tiefem Einkommen, die in einem verslumten Vorort einer Grossstadt aufgewachsen sind. Das Fazit kann nun jeder für sich selbst ziehen.
      19 4 Melden
  • Alnothur 17.07.2016 14:57
    Highlight Highlight Frankreich ist einfach ein Lehrbuchbeispiel, was passiert, wenn in zu kurzer Zeit zu viele Kulturfremde einwandern und sich somit Parallelkulturen und Ghettos bilden. In Deutschland wird es in zwanzig Jahren auch so aussehen, weil man jetzt auf einen Schlag so viele aufnimmt.
    31 21 Melden
    • Rabbi Jussuf 17.07.2016 15:24
      Highlight Highlight Genau!
      Und der erste Grund: "die historische Frontenbildung" (Kolonialismus) spielt höchstens eine sehr untergeordnete Rolle. Selbst die jetzt in Frankreich Ansässigen aus Nordafrika sind nicht wegen dem ehemaligen Kolonialismus da, sondern wegen der Arbeit und dem vermeintlich besseren Leben.
      16 8 Melden
    • Maracuja 17.07.2016 16:46
      Highlight Highlight @Rabbi Jussuf
      Kolonialismus mag für dich weit weg sein. Meine Schwiegereltern hatten noch ihre ganze Kindheit und einen Teil ihrer Jugend in einer Kolonie verbracht. Immerhin erreichte deren Heimat die Unabhängigkeit ohne Krieg und es gibt dort nicht so starke Ressentiments wie in Nordafr. Die meisten Dschihadisten sind nicht wegen Arbeit und Wunsch nach besserem Leben in Frankreich, sondern weil sie dort geboren wurden. Eine Generation, die weder zur einen noch zur anderen Kultur gehört, der trad. Islam ist ihnen genauso fremd wie westl. Werte. Egalité ist eh nur Hohn in einer Klassenges.
      13 0 Melden
    • Der Zahnarzt 17.07.2016 17:05
      Highlight Highlight @Rabbi Jussuf: Und was ist falsch daran, wenn Leute wegen der Arbeit und dem vermeintlich besseren Leben in ein anderes Land reisen? - Was wollen Sie uns eigentlich sagen? Dass diese Leute nach Frankreich kommen, um den Franzosen die Arbeit weg zu nehmen, um den Franzosen das bessere Leben wegzunehmen? - Haben Sie sich, Herr Rabbi, schon mal gefragt, dass es Frankreich heute u. a. auch besser als Nordafrika geht, weil Frankreich seine Kolonien ausbeuten konnte?
      6 10 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ingmar Blessing 17.07.2016 14:50
    Highlight Highlight ... und weiter gehts: Ein Angreifer wurde wie berichtet wird geschnappt, als er sich mit einem großen Messer bewaffnet einer Totenwache für die Opfer des Terrorangriffs in Nizza näherte... http://inselpresse.blogspot.de/2016/07/daily-star-machetenangriff-auf-eine.html


    8 0 Melden
  • Amadeus 17.07.2016 10:36
    Highlight Highlight Kolonialisierung, Armut, Identitätsprobleme, Glauben, gegenseitige kulturelle Ablehnung, Ghettoisierung, mangelnde Integration und Integrationswille, und individuelle Handlungsentscheidungen.....

    Danke für diesen guten und ausgewogenen Artikel. Er zeigt sachlich, wie komplex die Ursachen sind. Und auch die Inputs der Kommentierenden sind sehr interessant zu lesen.

    52 2 Melden
  • tmeeezzz 17.07.2016 01:56
    Highlight Highlight @ Hr Dahm: Danke berichtet jemand auch mal über die andere Seite. Die Ursachen von Terrorismus und Flüchtlingen sind nicht zu 100% bei den Andern zu finden. Aber Selbstkritik ̶p̶̶a̶̶s̶̶s̶̶t̶̶ ̶̶n̶̶i̶̶c̶̶h̶̶t̶̶ ̶̶j̶̶e̶̶d̶̶e̶̶m̶̶g̶̶e̶̶l̶̶t̶̶ ̶̶g̶̶e̶̶b̶̶e̶̶r̶
    tut weh...
    33 10 Melden
  • naitsabeS 17.07.2016 01:03
    Highlight Highlight Kenne das mit der Wurzellosigkeit auch: Für die Schweizer bin ich Deutscher, Für dir Deutschen ein Schweizer.
    32 8 Melden
    • Zerpheros 17.07.2016 07:06
      Highlight Highlight Ich würde das nicht Wurzellosigkeit nennen: Immerhin kann man als Mensch, der in zwei oder mehr Kulturen zu Hause ist, das Beste daraus verbinden. Sie haben die Chance, Kulturen zu leben und zu verstehen. Das ist wichtig für diese Kulturen. Seien Sie stolz drauf!👍
      38 3 Melden
    • Schubidubidubid 18.07.2016 12:58
      Highlight Highlight Schaus doch als Privileg an, dich nicht mit Kleingeistern, denen die Herkunft wichtig ist, umgeben zu müssen.
      3 0 Melden
  • oskar 16.07.2016 23:33
    Highlight Highlight Sehr differenziert! 👍
    17 7 Melden
  • sowhat 16.07.2016 21:58
    Highlight Highlight Das finde ich sauber analysiert. Die historischen Zusammenhänge sind nun mal nicht von der Hand zu weisen. Und sie reichenbis in dieheutige Denke hinein.

    Und ich kenne nordafrikanische Menschen hier und in Frankreich wo ich arbeitstechnisch mit ihnen zu tun hatte. Es gibt den Unterschied im Umgang tatsächlich. Die Frustrationsschwelle ist in Frankreich schneller zu erreichen. Und die Agressionsschwelle liegt wesentlich tiefer.
    69 3 Melden
  • Sloping 16.07.2016 21:54
    Highlight Highlight Ich habe schon ziemlich ganz Frankreich bereist. Es ist für mich aus landschaftlicher, kultureller und nicht zuletzt auch kulinarischer Sicht eines der schönsten Destinationen dieses Planten: Nur: Ob man sich nun im Norden oder Süden aufhält, fallen die Banlieues in den Grossstädten (Paris oder Marseille) aber auch kleineren Orten auf. In diesen trostlosen Regionen grassiert die Kriminalität und etabliert sich eine Parallelgesellschaft. Dortige Existenzen ohne Zukunftsaussichten sind gefunde Fressen für den IS. Doch wo liegt die Ursache: Bei Frankreich oder den Immigranten?
    57 4 Melden
  • Asmodeus 16.07.2016 21:50
    Highlight Highlight "..Nicht nur, weil auch dort für mehrfachen Mord der Name Allahs missbraucht wurde.."


    Wurde er es in diesem Fall? Ihr schreibt selbst andauernd, dass der Täter nicht religiös war, Schweinefleisch ass und nicht in die Mosche ging.

    WIESO wird andauernd davon gesprochen, dass es ein terroristischer Anschlag eines Islamisten war?


    Es war ein Massenmord eines (vermutlich) Durchgeknallten der in einem arabischen Land geboren wurde.

    Im Grunde genommen ein guter Beitrag, aber das Ganze ohne Beweise dauernd Terrorismus zu nennen unterstützt nur wieder die Kriegstreiber und Volksüberwacher.
    55 41 Melden
    • EvilBetty 17.07.2016 14:06
      Highlight Highlight Terrorismus ist schon richtig. Aber ich fragte mich beim Lesen auch woher jetzt die Gewissheit kommt, dass es ein religiös motivierter Anschlag war.
      5 5 Melden
  • eskimolimon 16.07.2016 21:30
    Highlight Highlight "Warum hasst Frankreich die Terroristen noch nicht genug?"
    26 33 Melden
    • blobb 17.07.2016 05:42
      Highlight Highlight Je Hass, desto gut?
      16 4 Melden
    • eskimolimon 17.07.2016 09:09
      Highlight Highlight Nein blobb, um gottes willen ja kein hass gegen terroristen. Wir müssen sie lieben
      11 12 Melden
    • SemperFi 17.07.2016 10:46
      Highlight Highlight Wer sagt denn man müsse Terroristen lieben? Haben Sie da ein belegtes Beispiel? Hass ist aber ein schlechter Ratgeber. Woraus schliessen Sie, dass Frankreich die Terroristen noch nicht genug hasst? Und was würde sich ändern, wenn Frankreich genug hasst?
      11 4 Melden
  • wiisi 16.07.2016 21:15
    Highlight Highlight Guter Beitrag, Danke!
    44 10 Melden
  • Angelo C. 16.07.2016 21:03
    Highlight Highlight Eine träfe und gute Analyse der französischen Situation, bzw. der nordafrikanischen Unterschicht in Frankreichs Banlieues, dies im Speziellen in Paris.

    Keine Kritik, m.E. alles richtig aufgelistet...

    Nur, es gibt weltweit zahllose Unterprivilegierte fremder Genese, dies ohne dass die sich weder in krimineller Hinsicht hervorstechend betätigen, oder sich gar von einer kruden Steinzeitreligion animiert, zu solchen Gräueltaten und Attentaten hinreissen lassen.

    Es sind immer auch individuelle Entscheidungen, die dazu führen, denn sonst wären ja Millionen Banlieuebewohner Terroristen und Mörder.

    78 9 Melden
    • Sapere Aude 16.07.2016 23:16
      Highlight Highlight Es geht ja nicht um eine Entschuldigung des Terrors sondern um Ursachenforschung. Eine Minderheit innerhalb der Unterpriviligierten bzw. Fremden reagiert mit Gewalt. Dies ist nicht nur bei Muslimen der Fall. Schauen wir beispielsweise nach Südamerika, dort ist es die Drogenkriminalität, in der USA war oder sind es die irische, italienische, chinesiche Mafia oder welche kriminelle Organisation. Der Islam mag im besagten Fall ein Katalysator sein, dh. die Gewalt äussert sich in einer in der jeweiligen Kultur "akzeptierten" Gewaltanwendung, aber es ist nicht die Ursache der Gewalt.
      26 15 Melden
    • Angelo C. 16.07.2016 23:27
      Highlight Highlight Den ersten Satz bzw dessen Hinweis muss man mir nicht ausdeutschen - ich habe die Botschaft richtig interpretiert.

      Bei den Hinweisen auf andere Armutsdestinationen und deren ähnlicher Vorgehensweise bezüglich Kriminalität gebe ich dir natürlich recht.

      Wobei man dort weder in Mafiakreisen noch im Drogenbusiness (Mexico vielleicht ausgenommen) zu Attentaten gegen die breite Zivilgesellschaft neigt.

      Die Nordafrikaner, wie auch Islamisten, sowie radikalisierte Konvertiten sind da schon prioritär tonangebend.

      Mal sind es religiöse Gründe, mal soziale - immer aber individuelle Entscheidungen.
      20 2 Melden
    • füdli 17.07.2016 11:34
      Highlight Highlight bei mafiakreisen und drogenkartellen geht es primär um's geld, ich sehe da keinen zusammenhang mit ideologie
      10 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zerpheros 16.07.2016 21:02
    Highlight Highlight Ich glaub, ich hab den Link zur Schlacht um Algiers verschluckt: mein Vorschlag zur Analyse!
    Play Icon
    11 1 Melden
  • Zerpheros 16.07.2016 21:00
    Highlight Highlight La Haine ist natürlich ein Klassiker. Um den Kolonialismus Frankreichs zu verstehen, habe ich einen anderen:
    13 4 Melden
  • ElendesPack 16.07.2016 19:43
    Highlight Highlight Das macht mich alles furchtbar traurig und voll betroffen, aber nach meinem Informationsstand hat es in Frankreich auch ne Riesenmenge chinesischer Einwanderer.
    Wann hat das letzte Mal ein Chinese über 80 Menschen totgefahren für den Taoismus?
    Und von wegen Kolonialgeschichte: Ich wundere mich immer darüber, dass die Araber deshalb so tief verwundet in ihren armen Seelen sind, aber den Türken niemand die Kolonialgeschichte des osmanischen Reiches vorwirft und denen dafür auf den Senkel geht.
    78 51 Melden
    • Gabe 16.07.2016 20:07
      Highlight Highlight Ihr Kommentar ist an Zynissmus kaum noch zu überbieten.
      Ihre falsche Betroffenheit und Traurigkeit mach das dann auch nicht mehr besser.
      Es zeug nicht grad von einem wachen Verstand mit Hass auf Hass zu reagieren. Das ist ja genau das Ziel welches fanatische Gruppen anstreben.
      Denken Sie mal darüber nach.
      41 65 Melden
    • Sapere Aude 16.07.2016 20:20
      Highlight Highlight Die Chinesen sind in Frankreich nicht stigmatisiert wie die Menschen aus dem Maghreb und die Franzosen waren nie Kolonialherren der Chinesen.

      Das Osmanische Reich wurde von den Arabern nie als Kolonialherren empfunden, denn das Sultanat war im muslimischen Kontext legitim und zwischen 1299 - 1918 als Islamisches Kalifat der bestimmende Akteur im nahen Osten. Ganz im Gegensatz zu den Briten und Franzosen, die als Kreuzfahrer und Eindringlinge empfunden wurden.
      60 22 Melden
    • ElendesPack 16.07.2016 20:26
      Highlight Highlight Mein "betroffen und traurig" war sarkastisch gemeint. Ich bin betroffen davon, dass über 80 Menschen auf einen Schlag sterben mussten. Ich bin überhaupt nicht betroffen davon, dass die Maghrebiner in Frankreich riesige Stadtquartiere in den nahen Osten verwandelt haben und sich nun darüber beklagen, dass wir so ungerecht zu ihnen sind.
      Und den Hasskniff aus dem Rhetoriknähkästchen brauchen Sie auch nicht zu bringen. Das hat nichts mit Hass zu tun, das ist einfach angewidert-Sein.
      65 42 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • wonderwhy 16.07.2016 18:55
    Highlight Highlight Wenn man diese Argumente ins Feld führt um zu erklären warum ein Mann hunderte unschuldige niedermäht und tötet, ist der Kampf bereits verloren. Es gab und wird immer Gewinner und Verlierer geben. Wenn für uns alle universell nicht die gleichen Wertvorstellungen und Beurteilungsgrundlagen, ungeachtet der Herkunft, Hautfarbe und Religion gelten sollen, dann können wir gleich kapitulieren! Das bedeutet das Ende der Freiheit.
    31 32 Melden
    • Gabe 16.07.2016 19:55
      Highlight Highlight Das mit den Wertvorstellungen usw. ist ja, wenns dann so wäre ein guter Lösungsansatz.
      Aber genau, dass dies nicht der Fall ist, ist ja das Problem.
      Man kann nicht nur immer von Leuten die nicht "von hier sind" nur verlangen. Integration beruht auf gegenseitigkeit und offenheit gegenüber dem nächsten Menschen.
      18 12 Melden
    • wonderwhy 16.07.2016 20:51
      Highlight Highlight @gabe das wäre nicht die Lösung, sondern die Voraussetzung! Ein Mann ermordet Unschuldige und hier wird versucht zu ergründen was dazu geführt hat, als ob die koloniale Vergangenheit Frankreichs irgendeinen Einfluss auf das Leben dieses Mannes hatte. Der Täter wird zum Opfer und das Motiv wird gleich noch dazu serviert! Frankreich ist Schuld, der Mann hatte als Araber keine Chance! Was sagt das den Jugendlichen in den Vororten?
      18 12 Melden
    • Gabe 16.07.2016 21:33
      Highlight Highlight Es gibt halt unbequeme Wahrheiten. Schon klar, dass nicht jeder mit der Wahrheit umgehen kann. Aber ich finde diesen Watson Artikel sehr gut. Die Schuld des Westens an dem ganzen Terror besteht auch wenn nicht alle ehrlich genug sind es zuzugeben.

      14 14 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Caturix 16.07.2016 18:26
    Highlight Highlight Ich mag Frankreich auch nicht und auch die Franzosen nicht besonders. Aber wenn es mir nicht pass gehe ich dort nicht hin oder wenn ich dort lebe dann gehe ich weg.
    Also wäre es ganz einfach und ohne Gewallt zu erledigen.
    29 85 Melden
    • Tepesch 16.07.2016 19:15
      Highlight Highlight @Caturix
      Artikel nicht gelesen? Die dritte Generation kann eben nicht einfach gehen, da diese auch im Ursprungsland nicht integriert sind.
      Wo also sollten diese hin?
      63 12 Melden
    • King Le 16.07.2016 19:41
      Highlight Highlight Diese Leute aind dort geboren und au, so wie ihre eltern, die haben es nicht geplant dort hin zu gehen. Das Problem ist die Integration die nicht funktioniert hat.
      29 6 Melden
  • rodolofo 16.07.2016 17:42
    Highlight Highlight Diese Jungen der zweiten und dritten Generation von Einwanderern könnten eine so wichtige Rolle übernehmen in unserer globalisierten, multikulturellen Weltgesellschaft!
    Sie könnten die Kulturen ihrer Eltern und ihrer Heimat, in der sie aufwachsen zu etwas Neuem, wunderbaren verbinden! Immer wieder bin ich phasziniert und begeistert von der menschlichen Reife und Charakterstärke von "SecondAs"!
    Aber dazu müssten wir sie als UNSERE Jugendlichen annehmen und sie so akzeptieren, wie sie sind.
    Und ebenso müssten wir ihre Eltern als Mitmenschen unserer Gemeinschaft begreifen und nicht als "Gäste".
    73 20 Melden
    • Flunderchen 16.07.2016 19:03
      Highlight Highlight Gerne, aber nicht wenn sie sich nicht das geringste um ihre Integration kümmern. Ob Türke oder Afrikaner, jeder der sich anständig benimmt und sich nur ein wenig anpasst und unsere Sprache lernt, ist willkommen, aber aktuell tun die wenigstens das leider.
      25 40 Melden
    • Tepesch 16.07.2016 19:22
      Highlight Highlight @rodolofo
      Und man sollte endlich aufhören sie als Secondos zu bezeichnen, vor allem wenn es Schweizer sind.
      30 12 Melden
    • evand 16.07.2016 19:33
      Highlight Highlight Flunderchen, es ist genau umgekehrt. Die meisten passen sich an, machen eine lehre, bezahlen steuern und machen all das, was die meisren schweizer auch machen. Die fallen nicht auf. Diejenige, die sich nicht anpassen wollen, fallen eben negativ auf, aber sie als mehrheit abzusrempeln hilft niemandem. Nur weil eine partrei das immer wieder behauptet stimmt es noch lange nicht. Die hoffen nur auf wähler, die dumm genug sind, das zu glauben.
      51 3 Melden
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«Wir verdanken ihr den Sieg.» Im Zweiten Weltkrieg habe Pétain zwar «unheilvolle Entscheidungen getroffen», betonte Macron. Dies ändere aber nichts an seinen Verdiensten für Frankreich.

Der französische Staatschef …

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