International

Innenminister Cazeneuve. 
Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA/KEYSTONE

Frankreichs Innenminister ruft Bürger zum Reservistendienst auf

Nach dem Anschlag von Nizza will Frankreich die Präsenz der Sicherheitskräfte im Land ausbauen. Innenminister Cazeneuve appelliert deshalb an alle Franzosen – auch an Zivilisten.

16.07.16, 22:21 17.07.16, 09:52

Ein Artikel von

Nach dem schweren Anschlag in Nizza hat der französische Innenminister Bernard Cazeneuve alle willigen «patriotischen Bürger» zum Reservedienst bei den Sicherheitskräften aufgerufen. Der Appell richte sich an französische Staatsbürger mit und ohne militärische Ausbildung und ebenso an ehemalige Soldaten, sagte Cazeneuve. Zuvor hatte sich bereits Präsident François Hollande dafür ausgesprochen, die Reihen der Polizei und Gendarmerie zu stärken.

Die «operativen Reservekräfte» in Frankreich bestehen derzeit aus 12'000 Freiwilligen. 9000 davon gehören der paramilitärischen, 3000 der regulären Polizei an. Cazeneuve sagte: «Wir werden die Präsenz der Sicherheitskräfte im Land ausbauen.» Die Zahl der zum Schutz der Bevölkerung abgestellten Sicherheitskräfte gab der Minister mit fast 100'000 an, darunter 53'000 Polizisten, 36'000 paramilitärische Polizisten und 10'000 Soldaten.

Die Regierung twittert eine Anleitung: Wie wird man Reservist?

Zuvor hatte Cazeneuve die Polizei gegen den Vorwurf verteidigt, sie habe während des Anschlags nicht effektiv genug gehandelt. «Die Polizei war präsent, gerade auf der Promenade des Anglais, und sie ist sofort tätig geworden, um der Bluttat Einhalt zu gebieten», sagte Bernard Cazeneuve am Samstag in Paris nach einer Beratung des Sicherheitskabinetts.

In Nizza war ein 31-jähriger Tunesier kurz nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag auf der Strandpromenade mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge gerast und hatte dabei mindestens 84 Menschen getötet und zahlreiche weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt, bevor Polizisten ihn erschossen.

Nizza am Tag danach

asa/AFP

Attentat in Nizza

Der Nizza-Attentäter hatte offenbar Komplizen – und seine Tat lange im Voraus geplant

Verloren zwischen Wut und Angst – ein Augenschein in Nizza

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Steine und Spucke für den toten Nizza-Attentäter, Buhrufe für Valls

Augenzeugen-Berichte aus Nizza: «Ich sah Leute wie Kegel durch die Luft fliegen»

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • thompson 17.07.2016 03:11
    Highlight Alles Ok. Eine gute Waffenausbildung bei der Armee bringt immer noch mehr als Blümchen zu pflücken.
    5 1 Melden
  • E7#9 17.07.2016 00:03
    Highlight Mehr Präsenz der Polizei und Militär mit Hilfe von Aufrüstung durch die Zivilbevölkerung. Am Besten wenn jeder Franzose zum Angst- und Hasskrieger wird. Es scheint zu funktionieren, man kommt dem Ziel immer näher. Es läuft wirklich wunderbar... für die Terroristen!
    7 6 Melden

Attentäter von Florida ist Mitglied einer Rassisten-Vereinigung – so reagiert Trump

Auch nach einem erneuten Schulmassaker in den USA mit 17 Toten ist eine Verschärfung des Waffenrechts in dem Land nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump sprach nach dem Blutbad an einer Oberschule im US-Bundesstaat Florida den Angehörigen am Donnerstag sein Beileid aus. Auf das in den Augen vieler Kritiker viel zu laxe Waffenrecht in den USA kam er aber nicht zu sprechen.

Ein 19 Jahre alter ehemaliger Mitschüler hatte am Valentinstag an der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland mit …

Artikel lesen