International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Griechische Küstenwache soll Flüchtlingsboot zum Kentern gebracht haben – Video zeigt den Angriff

Hat die griechische Küstenwache ein Schlauchboot mit Flüchtlingen angegriffen? Das legen jetzt veröffentlichte Videoaufnahmen nahe. Sie sollen von der türkischen Küstenwache stammen, die alle Migranten anschliessend rettete.

21.11.15, 17:33 22.11.15, 09:31


Ein Artikel von

Ein Vertreter der griechischen Küstenwache soll versucht haben, ein Flüchtlingsboot zu versenken. Das legen Videoaufnahmen nahe, die das Turkish Institute of Public Diplomacy veröffentlicht hat. Sie sollen am 12. November von der türkischen Küstenwache gemacht worden sein.

Die bei Nacht gefilmten Bilder zeigen ein voll besetztes Schlauchboot vor einem Schiff, das angeblich zur griechischen Küstenwache gehört. Von dort aus stösst ein Besatzungsmitglied mit einer Stange wiederholt in Richtung des Bootes hinab – begleitet von Schreien der Flüchtlinge.

In einer ersten Einstellung ist die Absicht des Mannes nicht klar zu erkennen. Es folgt jedoch eine zweite, offenbar mit Infrarot gedrehte Aufnahme. Hier scheint das Besatzungsmitglied eindeutig auf das Boot einzustechen. Weitere Bilder zeigen, wie das Schlachboot zu sinken beginnt und seine Insassen dann von dem türkischen Schiff an Bord genommen werden.

Schwierige Beziehungen zur Türkei

Die Authenzität des von der Agentur Reuters verbreiteten Videos liess sich zunächst nicht eindeutig klären. Das als Quelle angegebene Turkish Institute of Public Diplomacy gehört zum Turkish Asian Center for Strategic Studies, einem Think Tank. Zu den Zielen des Instituts gehört nach eigenen Angaben, den internationalen Einfluss der Türkei über sogenannte Soft Power zu verbessern – ein Konzept von Machtausübung ohne militärische Mittel.

Die Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei sind traditionell schwierig. In der Flüchtlingsfrage vereinbarten die Regierungschefs beider Länder aber vor wenigen Tagen eine verbesserte Zusammenarbeit.

In jüngster Zeit gab es wiederholt berichte über Manöver der griechischen Küstenwache gegen Flüchtlingsboote. Auch die Türkei hat jedoch schon mehrfach Schlauchboote so abgedrängt, dass sie gekentert sind. Nach Angaben von Flüchtlingen lassen sich solche Aktionen vermeiden, wenn die Sicherheitskräfte zuvor über den Schlepper Schmiergeld erhalten haben.

Die Kinderrechtsorganisation Unicef hatte die griechische Küstenwache erst am Donnerstag mit einem Preis geehrt. Ausgezeichnet wurde dabei insbesondere der Einsatz zur Rettung junger Flüchtlinge und Migranten.

dab/kaz

Flüchtlinge im Oktober 2015: Die lange Flucht auf dem Wasser, zu Fuss, mit dem Zug

Flüchtlinge willkommen!

Warum zwei Appenzeller Piloten im Mittelmeer Flüchtlinge retten müssen – eine Reportage

Diese 6 Dinge kannst du als Normalsterblicher tun, um Flüchtlingen in der Schweiz zu helfen

Bist du eher Front-Kämpfer oder Cüpli-Helfer? 11 Retter-Typen und was sie für Flüchtlinge tun

«Es gibt mehr als genug Arbeit für Flüchtlinge» – davon ist Integrationsexperte Thomas Kessler überzeugt

Diese 6 Dinge machen die watson-User für die Flüchtlinge 

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Teslaner 21.11.2015 17:50
    Highlight Traurig wenn es so wäre. Den Türken glaube ich jedoch kein Wort! (Vor allem der Regierung)
    10 2 Melden

Die Welt besiegelt Flüchtlingspakt – nur 2 stimmen nicht zu

Die UN-Mitgliedsstaaten haben sich auf einen weltweiten Migrationspakt geeinigt. Die Annahme des Vertragswerks wurde nach 18 Monaten Verhandlungen mit Applaus begrüsst. Es gilt als das erste internationale Dokument zum Umgang mit den weltweiten Migrationsbewegungen und soll unter anderem neue Perspektiven für legale Einwanderung eröffnen. Nur zwei Staaten mochten im Abseits stehen. Die USA von Präsident Donald Trump und Ungarn mit Regierungschef Viktor Orban.

Seine Regierung fürchte, dass das …

Artikel lesen