International

Indonesisches Gericht schmettert Berufungsgesuch von zwei zum Tode verurteilten Australiern ab

06.04.15, 09:47

Zwei in Indonesien zum Tode verurteilte Australier sind mit einem letzten Versuch gescheitert, ihre bevorstehende Hinrichtung zu verhindern.  Ein Gericht in Jakarta wies am Montag einen erneuten Berufungsantrag von Andrew Chan und Myuran Sukumaran zurück.

Präsident Joko Widodo hatte das Gnadengesuch der beiden zum Tode verurteilten Drogenhändler ohne Begründung abgelehnt. Die Anwälte der beiden Männer legten daraufhin Beschwerde ein und forderten eine Begründung der Entscheidung. Die Justiz wies die Beschwerde im Februar aber ab. 

Andrew Chan (rechts) und Myuran Sukumaran Bild: MADE NAGI/EPA/KEYSTONE

Gegen diese Entscheidung legten die Anwälte Berufung ein, die nun jedoch ebenfalls vom Richter Ujang Abdullah zurückgewiesen wurde. Präsident Joko Widodo habe ihr Gnadengesuch nicht ausreichend geprüft. Damit habe das Gericht keine Handhabe, lautete die Begründung. 

Die beiden Australier waren die Anführer der Drogenbande «Bali Neun», die wegen des Versuchs, Heroin aus Indonesien zu schmuggeln, 2006 zum Tode verurteilt wurden. Es wird erwartet, dass die Australier gemeinsam mit weiteren Drogenhändlern, darunter Bürger Frankreichs, Brasiliens, Nigerias, Ghanas und der Philippinen, hingerichtet werden. 

Der Fall hat zu einem heftigen diplomatischen Streit zwischen Jakarta und Canberra geführt. Auch Frankreich und Brasilien bemühen sich darum, ihre Bürger vor der Hinrichtung zu retten. Mehrere Berufungsanträge von Mitgliedern der Gruppe laufen noch. (sda/afp/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ilovepies 07.04.2015 20:42
    Highlight Ya, lets do that.
    0 1 Melden
  • zombie1969 06.04.2015 11:18
    Highlight Dass man im gesamten südostasiatischen Raum auf gar keinen Fall etwas mit Drogen zu tun haben sollte, ist allgemein bekannt. Und für die ganz Dummen sind die Konsequenzen sehr klar auf Hinweistafeln an den dortigen Flughäfen in Thailand, Indonesien, Malaysia oder Vietnam kenntlich gemacht.
    6 2 Melden
    • roger.schmid 06.04.2015 11:47
      Highlight Ach so.. Wenn es nur überall gross genug angeschrieben steht, rechtfertigt dies jedes verrückte Gesetzt und die Todesstrafe oder wie?
      Drogen sind nun mal ein Bedürfnis, das kann man mit keinem Gesetz einfach so verbieten. Beim Alkohol hat man es in den USA irgendwann eingesehen. Es wird langsam Zeit, dass andere Drogen und Länder folgen.
      6 3 Melden
    • Baba 07.04.2015 09:20
      Highlight @roger.schmid: Heroin und Alkohol auf eine Stufe zu stellen ist ja wohl nicht Ihr Ernst, oder?
      Wir sprechen hier nicht von Marihuana - es ging um 8.3 kg Heroin!!! Diese Typen nahmen den Tod von Süchtigen in Kauf, im Wissen um die Gesetze und Strafen in Indonesien; nur um sich selbst zu bereichern... Sie wollen Drogenhändler also schützen, damit sie Süchtige umbringen können??? Ihr Rechtsverständnis ist mir ein Rätsel, Herr Schmid.
      1 0 Melden
  • Ilovepies 06.04.2015 11:08
    Highlight Wegen drogen schmuggeln zum tode verurteilen. Eine schande diese bananen justiz!
    9 5 Melden
    • Baba 07.04.2015 09:12
      Highlight Nein, das ist keine Bananenjustiz, das ist einfach geltendes (und zudem noch glasklar kommuniziertes) Recht in Indonesien! Diese zwei Männer haben erwiesenermassen, zusammen mit sieben weiteren Australiern, als deren "Masterminds" versucht, 8.3 kg(!) Heroin aus Indonesien heraus zu schmuggeln. 8.3 kg Heroin bedeutet Elend und möglicherweise auch Tod für viele, viele Menschen.
      Warum also sollten solche Verbrecher nicht nach geltendem Recht verurteilt werden dürfen? Mit welcher Begründung nennen Sie dies eine "Bananenjustiz"? Handel mit harten Drogen MUSS eisern bekämpft werden!
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    • Ilovepies 07.04.2015 11:44
      Highlight @Baba. Ich verstehe dich schon, aber schau mal. Drogen muss man kaufen, die schaden niemandem einfach so. Klar, etwas naiv die aussage, aber todesstrafe? Deswegen?? Zum glasklaren geltenden recht. Recht muss nicht rechtens sein. Es gibt länder mit fürchterlichen strafen und offensichtlichem sexismus. Glasklares recht. Aber ist es rechtens? Diese länder sind für mich so weit zurück. Knappes mittelalter. Die bewohner sollten sich schämen so barbarisch und altertümlich zu sein. Das wirkt gegenüber von demokratien einfach nicht mehr zeitgemäss.
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    • Baba 07.04.2015 14:21
      Highlight Es geht nicht um Mittelalter oder Rückständigkeit. Es geht nur darum, dass ein Land eine knallharte Haltung gegenüber dem Drogenhandel vertritt und dass trotzdem immer wieder Leute diese Gesetze nicht ernst nehmen. Uns steht es nicht an, dieses geltende Recht zu qualifizieren. Damit werden keine Freiheitsrechte beschnitten und es ist nicht diskriminierend, es ist einfach nur sehr hart und konsequent. Oder um Ihre Form der Argumentation zu verwenden: Es muss ja niemand mit Drogen handeln oder solche schmuggeln - dann wird auch niemand zum Tode verurteilt...
      Let's agree to disagree.
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